Zusammenfassung zeigen Zusammenfassung verbergen
- Deutsche Alpenstraße: Panorama aus Bergen und Seen
- Deutsche Weinstraße: Sonnige 85 Kilometer durch die Weinberge
- Deutsche Märchenstraße: Mehr als 600 Kilometer Familiengeschichte
- Deutsche Alleenstraße: Langstrecke unter Baumkronen
- Nordische UNESCO‑Route: Weltnatur- und Kulturerbe erleben
- Route der Industriekultur: Industriegeschichte als Reisestrecke
- Sächsisch‑Böhmische Silberstraße: Bergbau und Barockbauten
Deutschland eignet sich besonders gut für Entdeckungsreisen am Steuer: Zahlreiche Fern- und Lokalstrecken führen von rauen Küsten über geschichtsträchtige Städte bis hoch hinein in die Alpen. Im Folgenden stellen wir ausgewählte Roadtrips vor, nennen Besonderheiten und geben Hinweise, welche Etappen sich für ein Wochenende, eine Woche oder eine mehrwöchige Tour lohnen.
Deutsche Alpenstraße: Panorama aus Bergen und Seen
Die Deutsche Alpenstraße erstreckt sich über etwa 484 Kilometer von Lindau am Bodensee bis nach Schönau am Königssee. Sie verbindet klassische Alpenorte wie Garmisch‑Partenkirchen, Oberammergau und Berchtesgaden und bietet wiederholt freistehende Ausblicke auf Hochgebirge und Tallandschaften.

Unterwegs liegen mehr als 25 Burgen und Schlösser – darunter Neuschwanstein – sowie über 20 Seen wie der Königssee und der Chiemsee. Wegen der landschaftlichen Dichte empfiehlt es sich, Etappen und kurze Wanderungen einzuplanen statt die Strecke in einem Rutsch abzufahren.
Deutsche Weinstraße: Sonnige 85 Kilometer durch die Weinberge
Mit nur rund 85 Kilometern ist die Deutsche Weinstraße eine kompakte, sehr beliebte Route durch zentrale Weinbaugebiete. Ausgangs- und Endpunkte sind das Deutsche Weintor in Schweigen‑Rechtenbach und das Haus der Deutschen Weinstraße in Bockenheim.

Die Strecke lädt zu Stopps in Winzerhöfen ein – von Riesling bis Dornfelder lassen sich viele Rebsorten probieren. Besonders im Spätsommer und Herbst lohnt sich die Tour; informieren Sie sich vorher über regionale Weinfeste, die zahlreich stattfinden.
Deutsche Märchenstraße: Mehr als 600 Kilometer Familiengeschichte
Die ausgeschilderte Deutsche Märchenstraße ist seit über fünf Jahrzehnten ein Klassiker für Familienreisen. Auf etwas mehr als 600 Kilometern verbindet sie Orte, in denen die Brüder Grimm lebten oder deren Erzählungen spielen.
Start ist in Hanau; die Route führt unter anderem über Marburg, Kassel und Göttingen bis nach Hameln, Bremen und Buxtehude. Die Strecke verläuft meist über Bundes‑ und Landstraßen und bietet zahlreiche kleinere Orte, die sonst leicht übersehen würden.
Deutsche Alleenstraße: Langstrecke unter Baumkronen
Wer weite Horizonte und Alleen liebt, findet in der Deutschen Alleenstraße eine echte Herausforderung: Rund 2.900 Kilometer führen von Rügen bis zum Bodensee. Die Route ist in zehn Teilabschnitte untergliedert, sodass man bei Bedarf nur einzelne Etappen fahren kann.
Für die Gesamtstrecke sollte man mindestens drei Wochen einplanen; wer öfter anhält, braucht deutlich mehr Zeit. Besonders reizvoll ist die Fahrt zwischen Mai und Oktober, wenn die Alleen entweder frisch grün oder herbstlich gefärbt sind.
Nordische UNESCO‑Route: Weltnatur- und Kulturerbe erleben
Etwa 560 Kilometer umfasst die nordische UNESCO‑Welterberoute, die an das niedersächsische Wattenmeer anknüpft und über Hanse‑Städte bis nach Rügen führt. Bremens Roland, das Holstentor in Lübeck und die Altstädte von Wismar und Stralsund sind nur einige der Stationen.
Die Verbindung von Wattenmeer, hanseatischer Kultur und den klassischen Ostseebädern macht die Strecke besonders abwechslungsreich. Planen Sie ausreichend Zeit ein, um die einzelnen Welterbestätten in Ruhe zu besichtigen.
Route der Industriekultur: Industriegeschichte als Reisestrecke
Die Route der Industriekultur führt auf rund 400 Kilometern zu den Zeugnissen einer langen Industriegeschichte des Ruhrgebiets. Typische Stationen sind das Deutsche Bergbaumuseum in Bochum, das Umspannwerk Recklinghausen, der Duisburger Innenhafen und der Zollverein in Essen.
Obwohl der Kohleabbau mit der Schließung der letzten Zeche im Jahr 2018 weitgehend beendet ist, sind viele Industriedenkmäler erhalten und werden heute kulturell genutzt. Die Strecke macht den Wandel der Region sichtbar und erlaubt tiefe Einblicke in Technik- und Sozialgeschichte.
Sächsisch‑Böhmische Silberstraße: Bergbau und Barockbauten
Auf rund 280 Kilometern lässt sich die Geschichte des Silberbergbaus im Erzgebirge verfolgen. Die Sächsisch‑Böhmische Silberstraße verknüpft Bergstädte, Besucherbergwerke und sakrale Bauten, deren Bedeutung auf den Silberfund im 12. Jahrhundert zurückgeht.
Die Route führt von Dresden über tschechische Orte wie Boží Dar und Ostrov bis nach Zwickau. In vielen Orten sind die Spuren des historischen Reichtums sichtbar, zum Beispiel in Kirchen wie der St. Georgskirche in Schwarzenberg.
Viele dieser Routen lassen sich in Teilstücken angehen und eignen sich damit sowohl für Kurztrips als auch für ausgedehnte Ferienreisen. Wer vorab Etappen plant und Übernachtungen reserviert, holt aus jedem Roadtrip das meiste heraus.












