In regelmäßigen Abständen möchte ich euch in der Reihe „Berufsgeheimnis“ einige Berufe nicht ganz ernst gemeint vorstellen, mit denen wir auf den Reisen immer wieder zu tun haben. Oftmals spielen diese Berufsgruppen eine große Rolle, ob die Reise gut verläuft oder nicht. Heute an der Reihe: Taxifahrer
Ich glaube, ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass ich in Deutschland in den meisten Städten mit einem Taxi unterwegs war. Schon beim Zustand der Wagen gibt es deutliche regionale Unterschiede. Die schlechtesten Autos sind meiner Meinung nach in Duisburg unterwegs, die besten in Kiel (großes Kompliment an Vineta) und natürlich auch in den Großstädten wie Hamburg, Berlin oder München. Klar gibt es auch da immer wieder Ausnahmen. In der Regel fährt man in Deutschland Mercedes, manchmal auch VW, doch irgendwie ist es auch egal, wie man zu seinem Ziel kommt. Hauptsache, der Fahrer ist kein Schumi-Fan oder denkt, Senna war eine Schildkröte. Und da sind wird auch schon bei meinem heutigen Thema: Die Fahrer.
In der Regel gibt es verschiedene Typen von Taxifahrern. Die, die einen während der Fahrt vollquatschen, als wäre morgen der letzte Tag der Welt, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, ob einen das Thema gerade interessiert. Dann gibt es auch diejenigen, die stumm, seitlich links an die Fahrerscheibe gelehnt, geradeaus schauen und keinen Laut von sich geben, manchmal die angenehmsten Chauffeure. Und dann gibt es auch die, bei denen ständig das Handy klingelt, und die auf arabisch oder türkisch mit der Familie oder Freunden sprechen.
Mein allerbestes Erlebnis hatte ich allerdings, als ich mit einem alten Kollegen in Stuttgart unterwegs war. Wir mussten vom Flughafen in die Stadt und waren zeitlich knapp dran. Unser Taxifahrer, ich nenne ihn mal Abdul, war türkischer Abstammung, so um die 35 Jahre alt, sprach kaum deutsch und hatte das Wort „FREUNDLICHKEIT“ auf jeden Fall nicht erfunden. Auf jeden Fall sprangen wir ins Taxi, erklärten ihm unser Ziel und ab ging die Fahrt in die Stadt. Im Radio erklangen türkische Lieder, die sich eigentlich ganz gut angehört hatten, bis, ja bis der Fahrer, losgelöst jeglicher Schamgefühle mit seinem Gesang einsetzte. Auf unsere Bitte, vielleicht etwas leiser zu singen oder besser gar damit aufzuhören, gab es nur ein leises türkisches Gemurmel und für eine Sekunde herrschte himmlische Ruhe. Bis der Fahrer beim nächsten Lied erneut einstimmte, bis das Handy klingelte und er dann lautstark seinen Gesprächspartner anbrüllte, auflegte und weiter sang. Nach einigen Minuten, zum Glück dauerte die Fahrt nicht allzu lange, erreichten wir unser Ziel. Der Fahrer sprach kein Wort, zeigte nur auf den Fahrpreis auf der Uhr. Ich zahlte, erklärte, dass ich noch eine Quittung benötigte und wartete auf eine Reaktion. Nichts da! Der Typ stieg aus, öffnete den Kofferraum, stellte unsere Koffer hinter das Auto auf die Straße, stieg ein und fuhr los. Er fuhr einfach los! Vielleicht hatte er Trinkgeld erwartet, Honorar für die Gesangseinlage?
Wie sind Eure Erfahrungen mit Taxifahrern? Habt Ihr ähnliches erlebt?
Fotos: Titel: Tania Müller / pixelio.de Text: Anne Stahnke / pixelio.de








11. Januar 2013 at 12:08
Sicher, jedem Menschen sein Himmelreich, aber ein bißchen Anpassung an den Kunden wäre schon nicht schlecht. Ich kann in meinem Beruf auch nicht mein Temperament ausleben, es hat halt sowohl damit wie auch mit Anstand zu tun, sich zurückzuhalten.
8. Januar 2013 at 19:42
Ein singender Taxifahrer, hast du ein Glück! Ich habe im Taxi schon ganze Lebensgeschichten erfahren, doch leider ohne Gesang. Wär’ doch mal ‘ne neue Geschäftsidee: “Wir fahren sie mit Musik durch die Gegend!”
Es gibt so viele Taxigeschichten… Meine liebste ist die von Roberto Benigni in “Night on Earth”…
8. Januar 2013 at 20:56
@elke: wäre doch mal eine Idee.
7. Januar 2013 at 12:56
Eine Kategorie hast Du vergessen: Die netten, höflichen Taxifahrer die am Ende der Fahrt sogar noch eine Blanko Quittung ausstellen
Hast Du “Taxi” von Karin Duve gelesen? Tolles Buch mit Einblicken in die Taxifahrerseele.
7. Januar 2013 at 14:57
@Sarah: Die sind mir noch nie begegnet… Aber klar, gibt es auch gaaanz viele nette Taxifahrer.