Wintersport und Wasser? Eine Kombination, die für unseren Autoren Stefan Schwenke bisher eher im Zusammenhang mit Skifahren und Wellness einen Sinn ergeben hat. Auf einer Reise in die französischen Alpen hat er allerdings ein paar Typen kennen gelernt, die am Ende eines Skitags mit Sauerstoffflasche und Neoprenanzug in einen Bergsee klettern, um sich das Eis von unten anzuschauen. Auch mal
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Wintersport und Wasser? Eine Kombination, die für unseren Autoren Stefan Schwenke bisher eher im Zusammenhang mit Skifahren und Wellness einen Sinn ergeben hat. Auf einer Reise in die französischen Alpen hat er allerdings ein paar Typen kennen gelernt, die am Ende eines Skitags mit Sauerstoffflasche und Neoprenanzug in einen Bergsee klettern, um sich das Eis von unten anzuschauen. Auch mal eine Perspektive.
Zugegeben, wir hatten offenbar schon bessere Ideen. Dunkel und drohend leckt das Wasser am Eis. Nur ein behelfsmäßig gespanntes Absperrband um das Loch soll verhindern, das kein Spaziergänger hineinfällt und ein unfreiwilliges und tödliches Bad nimmt. Und wir haben uns gemeldet, da jetzt rein zu klettern? Freiwillig?
Vor ein paar Minuten hat sich die Sonne hinter die Bergspitzen verabschiedet – ganz langsam wandern die Schatten der Gipfel an den Hängen östlich von Tignes höher. Ein phantastischer Skitag liegt hinter uns. Panoramablick vom auf 3456 Meter hoch gelegenen Grande Motte inklusive, den Mont Blanc fast zum Greifen nahe. Eigentlich wäre jetzt Zeit für eine heiße Dusche. Verdient hätten wir sie. Das Wasser des Lac de Tignes hat 2°C.
Viel Schnee, viel Pisten, viele Lifte: Französische Skigebiete – hier Val Thorens – sind perfekt auf die sportlichen Bedürfnisse von Schneesportlern eingerichtet. Fotos: Stefan Schwenke
Die letzte Chance, noch einen dringenden Termin vorzutäuschen, oder ein längeres und unaufschiebbares Telefonat. Zu spät. Schon hat Alban Michon uns jeweils einen dicken unförmigen Neoprenanzug in die Hand gedrückt. Der Franzose hätte gute Karten beim Beruferaten mit Robert Lembke. Auf etwas über 2000 Metern über dem Meer eine Tauchschule aufzumachen, darauf muss man erst einmal kommen.
Tignes, rund 160 Kilometer östlich von Grenoble, ist einer dieser typische französischen Skiorte. Gemütlich ist anders, Flair sucht man vergebens. Skifahren in Frankreich, das heißt auch in Tignes Retorten-Chalets vom Reißbrett – dafür gibt es perfekte Pisten mit direktem Anschluss. Mit der letzten Abfahrt des Tages kann man quasi bis in den Skikeller fahren. Oder, wenn man noch nicht genug hat vom Sport, zum nächsten Outdoor-Abenteuer.
Bereit zum Tauchgang: Bevor es ins Eisloch geht, checken Profis nochmals die komplette Ausrüstung.
Also keine Ausreden jetzt und in einer kleinen Hütte im Schnee raus aus den Skiklamotten und rein in das Gummizeugs – voller Hoffnung auf Michons Versprechen, das Ding halte wirklich warm. Erst einmal stimmt es, denn es kostet einige Zeit und einige Anstrengungen, bis alle Extremitäten verstaut sind. Zeit für eine kurze Einweisung. Während seine Kollegen am Rand des Wasserlochs allerlei Gerät parat machen, erklärt Michon die Regeln. Weniger ist mehr. Fragen? Keine. Unter Wasser müssen dann ja ohnehin Handzeichen reichen. Das wichtigste: Zeigefinger und Daumen bilden einen Kreis, alles in Ordnung. Aber kann ohnehin nicht passieren, niemand wird allein ins eisige Bad gelassen.
Also los. Ich soll Platz nehmen auf dem Eis am Rand des Lochs, dann zerren sie zu zweit an mir herum. Schwimmflossen, Bleigürtel, Sauerstoffflaschen – ich fühle mich, also wollte ich mindestens zu Kapitän Nemo abtauchen und nicht nur in diesen Bergsee. Dann sind die Experten zufrieden. Auf den Bauch drehen und rein, mit den Füßen voran. Elegant ist anders, aber auf dem Rücken habe ich zwei dicke Pressluftflaschen und in diesem Outfiti gibt‘s ohnehin keinen Schönheitspreis. Dafür eine neue Erkenntnis: Ich schwimme und werde nicht einmal nass. Das Gummiteil hält wirklich dicht – und warm.
Und weg: Der Blick unseres Autors Stefan Schwenke kann eine gewisse Skepsis nicht verbergen.
Im See ist David mein Begleiter – er nimmt ich in Empfang. Der erste Check, Daumen und Zeigefinger bilden einen Kreis. Ich antworte mit der gleichen Geste. Oui, alles okay. Ein letzter Blick in die Berge ringsum und es geht los. Ich halte die Luft an, als sicmit einem leisen Plätschern die Wasseroberfläche über uns schließt. Plötzlich ist es still. Keine Stimmen mehr, kein Klappern des nicht weit entfernten Liftes, keine Straße. Stille. Zumindest für eine Sekunde. Dann höre ich David, wie er blubbernd ausatmet. Ach ja, da war ja was. Das erste Luftholen unter Wasser kostet Überwindung. Der Verstand sagt: Du bist unter Wasser, Du kannst jetzt atmen. Lass‘ es. Gefahr. Aber die Erfahrung der ersten Atemzüge sagt: Egal, scher‘ Dich nicht drum. Und es funktioniert!
Die nächste Erkenntnis – so dunkel ist das Loch gar nicht, in das wir gerade verschwunden sind. Alles eine Frage der Perspektive. Trotz Schneedecke und Dämmerung schimmert überall Licht durch die dicke Eisdecke über die vielleicht jetzt gerade ein paar Spaziergänger flanieren. Ich blicke den Luftblasen nach, die beim Ausatmen nach oben tanzen und sich in Mustern unter dem Eis verteilen. Whow. Wohin zuerst schauen? Sogar die Berge gibt es hier unten – einer Fata Morgana gleich spiegeln sie sich an der Wasseroberfläche im Eisloch, durch das wir gerade abgetaucht sind. Eine heiße Dusche? Kann warten.
Es ist fast wie Meditation: Atmen, Schauen, Atmen, Schauen. Mit jedem Atemzug geht‘s ein wenig nach oben, mit jedem Ausatmen wieder tiefer. Richtig Rumschwimmen ist für Anfänger wohl nicht erlaubt – David hält die Leine kurz und so ist es mehr ein Schweben denn Tauchen im See. Sehr tief ist es ohnehin nicht, wo wir unterwegs sind. Und der Grund ist eher unspektakulär: Steine und ein paar Algen. Viel spannender ist die andere Richtung, das Eis: Bläulich schimmernd und voller Löcher ist das Dach unseres nassen Abenteuerspielplatzes. Immer neue Löcher und Formen haben der Winter und die Bewegung des Sees geformt. Wir treiben hinauf, bis wir das mit den Händen greifen können und David malt mit dick behandschuhtem Zeigefinger ein paar schnelle Kreise ins Wasser unterm Eis und lässt die Blasen unserer Atemluft tanzen, wie in einem Unterwasser-Zyklon. Whow, whow und nochmals whow. Atmen, Schauen, Atmen, Schauen – wenn David mir nicht gefühlt jede Minute fragend seine Hand vor die Taucherbrille halten würde, man könnte glatt ins Träumen geraten. Oui, antworte ich mit diesem Kreis aus Zeigefinger und Daumen, alles okay. Mehr als das sogar.
Hatte jemand Sorgen, es sei kalt hier unten? Aber vielleicht ist es auch das euphorisierende Gefühl, das gemeinsam mit dem Neopren die Kälte abhält. Zu fröstlen beginne ich erst, als es nach gut 20 Minuten langsam wieder auf den Eingang dieser Wunderwelt zugeht. Nicht mehr schwarz und drohend sondern blau und leuchtend. Vielleicht war es doch eine gute Idee, dem Winter einmal auf den Grund zu gehen. Aber als nächstes unter eine heiße Dusche.
Mach‘ mal Pause: Im Mega-Skiegebit „Espace Killy“ laden zahlreiche Restaurants und Berghütten mit verschiensten Angeboten zur Auszeit.
Hinweis: Der Autor wurde von Atout France auf diese Reise eingeladen. In diesm Zusammenhang wird auf die Leitlinie der journalistischen Unabhängigkeit bei BREITENGRAD53 hingewiesen.
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Das hätte ich mir nicht träumen lassen, dass es auch 24 Stunden dauern kann, bis man am ersehnten Ziel seiner Wintersportträume eintreffen kann, die laut Google nur dreizehn Stunden entfernt liegen. Alles begann (wie so oft) mit einer spontanen Idee. Mein Studium befand sich in den letzten Zügen und zwischen Gummibärchen, Klausuren und den Wänden meines WG-Zimmers hatte ich plötzlich
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Das hätte ich mir nicht träumen lassen, dass es auch 24 Stunden dauern kann, bis man am ersehnten Ziel seiner Wintersportträume eintreffen kann, die laut Google nur dreizehn Stunden entfernt liegen. Alles begann (wie so oft) mit einer spontanen Idee. Mein Studium befand sich in den letzten Zügen und zwischen Gummibärchen, Klausuren und den Wänden meines WG-Zimmers hatte ich plötzlich das dringende Bedürfnis diese Tristesse zu verlassen und ein bisschen frische Luft und Energie zu tanken.
Nach ein paar Telefonaten waren auch zwei Mitstreiter gefunden, die – so wie ich – sehr viel Lust auf Snowboardurlaub dafür aber wenig Geld in der Tasche hatten. Wir buchten unsere Reise bei einem berüchtigten dafür aber günstigen Reiseanbieter, den ich hier aus Rücksicht auf die bereits abgewickelte Insolvenz nicht benennen möchte.
Unsere Bus-Tour nach Valmorel Doucy (Südfrankreich) startete an einem grauen Tag in Hamburg und wir freuten uns schon sehr darauf, bald den ersten Schneeengel im Schnee zu hinterlassen. Doch einige Überraschungen warteten auf uns. Aus Kostengründen fuhren wir quer durch die Republik, um drei verschiedene Sammelstationen für Mitreisende anzulaufen, auf halber Strecke blieben wir liegen, wir warteten eine Stunde auf den Reifenwechsel und abschließend gab es noch Feueralarm im Bus. Da hatte jemand versucht auf der Toilette zu rauchen. Hervorragende Idee! Meine Vorfreude hielt trotz aller Widrigkeiten an und so erreichten wir endlich mit elf Stunden Verspätung unsere Unterkunft in Valmorel Doucy.
Das Glück ist mit den Reisenden, denn in Frankreich wartete bereits ein wunderschönes Zimmer mit kleiner Terrasse und dem direkten Blick auf das Tal auf uns. Die Luft draußen: frühlingshaft. Den Schnee können wir schon riechen und auch auf den Berg-Spitzen sehen. Erst einmal gibt`s einen leckeren „Café au lait“ während ich im T-Shirt draußen sitze. Der Schnee-Engel muss noch warten.
Zwanzig Minuten später halten wir es nicht mehr aus. Klamotten werden übergezogen, Snowboard unter den Arm geklemmt und nach nur fünf Minuten Fußweg sind wir bereits am Lift. Welcher Luxus! Der Tag kann starten. Wir genießen die klare Luft und den tollen Ausblick auf dem Weg nach oben. Ich bin aufgeregt, da ich kaum Erfahrungen im Snowboarden habe und nun auf die guten Ratschläge meines Privatlehrers angewiesen bin. Den Ausstieg aus dem Lift meistere ich mit Bravour und wir stehen oben im Schnee. Ich übe den gesamten Tag auf grünen und blauen Pisten. Einmal traue ich mich ganz langsam eine Rote hinunter. Eine Schrecksekunde gibt’s auch, als ich mit dem Schlepplift nach oben fahre und in der Nähe eines Abhangs komplett aus der Spur komme. Doch in fange mich und es geht weiter. Die Pausen überbrücken wir gemeinsam oder jeder für sich in den Liegestühlen auf den Hütten bei leckerem Baguette und Café. Am Ende der Reise gibt`s noch meinen Schnee-Engel.
„La vie est belle“ – Das Leben ist schön! Im März 2015 geht es wieder los. Dieses Mal fahre ich nicht mit Studentenfreunden, sondern das erste Mal mit Jörg und unseren beiden Söhnen (2 und 6 Jahre) gemeinsam in den Skiurlaub. Damit wir von Anfang an Spaß haben, werden wir alle gemeinsam einen Ski- und Snowboardkurs bei www.sportscheck.com besuchen. Ich wette die Kinder werden uns vormachen, wie das Fahren richtig funktioniert. Und am Ende gibt es unsere Schnee-Engel.
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