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Ryanair, Lufthansa, Airberlin – Wie sicher ist fliegen heute?

Wie sicher ist das Fliegen?Klar, gespart werden muss überall. Zwar rollt der „Rubel“ in Deutschland ja noch ganz rund, aber der Rotstift wird auch bei uns überall angesetzt. Die derzeitige Diskussion ums Sparen beim Fliegen macht mir doch etwas Angst. Ob es klug ist, am Benzin zu sparen?

Vielleicht sind es ja auch nur Gerüchte, denn so richtig vorstellen kann ich es mir eigentlich nicht. Hat Michael o’Leary, der Chef von Ryanair wirklich die Piloten dazu angehalten, mit weniger Kerosin zu fliegen, um somit Kosten zu sparen? Allerdings ist der Ire in der Vergangenheit ja auch mit so absurden Vorschlägen an die Öffentlichkeit gegangen, mit denen er bei seiner Airline weiteren Umsatz machen wollte. Mir fällt da spontan die Benutzungsgebühr für Toiletten ein oder auch der Vorschlag, Stehplätze im Flugzeug einzubauen, um noch mehr Passagiere transportieren zu können. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass doch ein Restzweifel da ist, ob diese „Benzinsparansage“ nicht doch von ihm gekommen ist. Wie dem auch sei; die jüngsten Vorfälle machen mich besorgt, immerhin bin ich in den letzten Monaten zweimal mit der Fluglinie geflogen: Nach Budapest und nach Barcelona. Bis auf abgestorbene Beine, weil der Sitzabstand so schmal ist, das ich nicht mal normal auf den Sitzen sitzen kann, war aber alles in Ordnung. Na gut, der Flug erinnert mich schon ein wenig an eine Verkaufsveranstaltung á la Heizdecken für Rentner: rauchfreie Zigaretten, Lose, Getränke, Essen, Zeitschriften, Parfüm, Bus- und Bahntickets oder Stadtpläne – es gibt ja nichts, was die Jungs und Mädels an Bord nicht vertickern. Das gehört eben zum Businessmodel und das finde ich absolut in Ordnung. Aber kann man sich in den Fliegern jetzt noch sicher fühlen?

Als Vielflieger, und das bin ich durch meine Tätigkeit als Vertriebstrainer und Reiseblogger, habe ich schon so manche Airline erlebt. Sicherheit war bei europäischen Airlines für mich bisher nie ein Thema.
Do wie sind die Fluglinien im Markt positioniert und wie verdienen die Fluggesellschaften ihr Geld? Ryanair ist sicher ein reiner Urlaubsflieger, mit denen die Passagiere günstig zum nächsten Urlaubsort kommen wollen. Da fällt eine Mischkalkulation weg und die Airline ist in der Tat auf solche „Nebeneinkünfte“ angewiesen. Also überwiegend Privatkunden mit wenig Bereitschaft für hohe Preise.

Bei Airberlin sehe ich das etwas anders. Die Berliner stufe ich da so als Zwitter ein, der sicherlich auch einige Businesskunden hat, aber insbesondere viele Urlaubsgebiete und Orte günstig anfliegt. Die Businesskunden schauen derzeit noch nicht so stark auf den Preis wie Privatkunden, schließlich zahlt die Firma oder der Kunde. Hier kann die Fluggesellschaft sicherlich etwas mehr Umsatz einkalkulieren als bei den Urlaubern. Immerhin gibt es bei Airberlin die Getränke noch umsonst und am Ende sogar eine Schokoladenherz.

Die Lufthansa würde ich spontan als reinen Businessflieger einstufen. Ich schätze mal, rund 85 Prozent aller Passagiere sind Firmenkunden und die – wie schon erwähnt – schielen nicht so auf den Preis. Als FTL (Frequent Traveller) genieße ich die Lounge auf den Flughäfen und bin froh, wenn ich LH fliegen kann. Immerhin hab ich kaum Stress mit dem Check-In und auch die Flieger sind zumindest so groß, dass meine Beine durchblutet werden. Die Lufthansa kann sogar einige Strecken in Deutschland als einzige fliegen, denn hier kreist nur der Kranich und da fällt natürlich der Wettbewerb weg. Also Preise rauf…

Ich würde also als Privatperson lieber ein paar Euro mehr bezahlen und dafür sicher sein, dass ich das Urlaubsgebiet auch erreiche, egal mit welcher Airline ich reise. Auch wenn ich mit dem Auto schon das eine oder andere Mal wegen Benzinmangel stehengeblieben bin (und das hatte sicher nichts mit sparen zu tun), so stelle ich mir einen leeren Tank in der Luft lieber nicht vor. Dann lieber keine Schokolade oder Getränke…

Was haltet ihr von dem Thema „Sicherheit“ beim Fliegen? Habt ihr schon eine bedrohliche Situation beim Fliegen erlebt?

Foto: Erich Westendarp  / pixelio.de

Jörg Baldin

Über den Autor

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Reisen hat Jörg Baldin schon immer fasziniert. Als Journalist und Business-Trainer ist der gebürtige Eutiner viel in der Weltgeschichte unterwegs und berichtet als Reiseblogger und als Reisejournalist auf BREITENGRAD53 per Text, Bild und Video von seinen Erlebnissen.

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4 Kommentare

  1. Wenn es von der Zeit her geht (also innerdeutsch) vermeide ich schon aus ökologischen Gründen das Fliegen. Wenn es denn sein muss, schaue ich schon auf den Preis, rechne aber auch meine Anfahrt mit an. Die Billigairlines sind zu weit von mir weg, daher rechnet sich schon ein Flug mit den etablierten Linien. Ich mag Lufthansel, Condor und Air Berlin (besonders deren Partnerairline NIKI), und fand auch die Flüge via Delta nach Amerika soweit okay, aber fühl mich da schon sicher.

    Ich würde jedoch, wenn es um meine Sicherheit geht, schon einen Mehrpreis in Kauf nehmen.

    • Ja, ist ja in der Tat so, dass die Flughäfen insbesondere von Ryanair oft etwas entfernter sind. Frankfurt-Hahn oder Hamburg-Lübeck. Ist übrigens auch eine interessante Tatsache. Lübeck liegt in Schleswig-Holstein und ist 50 Kilometer von Hamburg entfernt. Da den Flughafeb Hamburg-Lübeck zu nennen….

  2. Das ist ja bei “Frankfurt”-Hahn leider nicht anders und ich bin auch der Meinung, solch eine bewusste Irreführung sollten unterbunden werden: Hahn liegt in Rheinland-Pfalz und ist gut 130 (!) Kilometer vom Frankfurter Stadtzentrum entfernt.

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