Zusammenfassung zeigen Zusammenfassung verbergen
- Ins Stadionviertel: Tlalpan
- Weiter in den Süden: San Ángel und Ciudad Universitaria
- Xochimilco abseits der Party‑Trajineras
- Handwerk und Design: echte Läden statt Souvenirketten
- Architektur: Luis Barragán entdecken
- Tacos: wo Einheimische essen
- Cantinas: echtes Lokalleben
- Übernachten: von Boutique‑Hotels bis Luxus
Mein erster Rat: Es gibt mehr als Roma und Condesa. Mein zweiter: Vermeiden Sie den Verkehr. Konzentrieren Sie sich jeweils auf ein Viertel pro Tag, laufen Sie so viel wie möglich und nutzen Sie die öffentlichen Verkehrsmittel. Ubers sparen tagsüber selten Zeit.
Ins Stadionviertel: Tlalpan
Zimmerservice dieses Hotels besticht durch Charme
Nordmazedonien: 10 Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten, die Sie nicht verpassen sollten
Das Estadio Azteca (offiziell Estado Banorte) ist im Juni Schauplatz mehrerer World-Cup-Partien. Für das Eröffnungsspiel am 11. Juni werden schätzungsweise rund 87.500 Zuschauer erwartet.
Wer ohnehin in den Süden der Stadt kommt, sollte Tlalpan nicht auslassen. Das einst selbstständige Pueblo ist heute überwiegend Wohngebiet und grenzt an den grünen Bosque de Tlalpan. Vor einem Spiel lohnt sich ein Mittagsstopp im traditionellen Arroyo Restaurante. Das Lokal besteht seit 1940, serviert klassische mexikanische Speisen und bietet regelmäßig Live‑Mariachi.
Weiter in den Süden: San Ángel und Ciudad Universitaria
San Ángel verzaubert mit schattigen Alleen und Bougainvillea. Starten Sie hier den Morgen bei Le Petit Lola, einer Bäckerei mit Familiengeschichte. Die torta de milanesa dort wird gern mit einer Prise Cheetos serviert — ein lokaler Favorit.
Zur kulturellen Runde gehört das Haus und Atelier von Diego Rivera, ein 1930er-Jahre-Modernistengebäude von Juan O’Gorman, das einst auch Frida Kahlo beherbergte. Samstags schließt sich oft ein Spaziergang zum El Bazar Sábado an; werktags bietet der Innenhof des San Angel Inn eine ruhige Bar‑Atmosphäre für eine Margarita.
Eine halbe Stunde weiter südlich liegt die Ciudad Universitaria. Der Campus der Universität UNAM beherbergt Museen und weitläufige Grünflächen. Im Museum für zeitgenössische Kunst sind etwa 2.100 Arbeiten zu sehen, und das Espacio Escultórico mit seinen monumentalen, geometrischen Installationen wirkt wie eine Landschaftsskulptur.
Xochimilco abseits der Party‑Trajineras
Xochimilco ist einer der letzten Orte, an denen die alten Wasserkanäle und die verbliebenen chinampas sichtbar sind — die schwimmenden Gärten, die einst die Aztekenstadt ernährten. Üblich ist die laute Bootstour mit Mariachi auf bunten Trajineras. Ruhiger und eindrücklicher ist ein früher Besuch einer funktionierenden Chinampa.
Der Agrartourismus‑Anbieter Arca Tierra bietet dreistündige Morgenfahrten an: Sonnenaufgang über dem Wasser, Vulkane am Horizont, anschließend ein Frühstück mit hausgemachten Speisen wie Schweine‑gorditas, tlacoyos und Salaten aus Kürbisblüten und Käse. Das Projekt arbeitet mit regenerativen, traditionellen Anbaumethoden.
Lucio Usobiaga, einer der Gründer von Arca Tierra, bringt es auf den Punkt: „Die Chinampas sind der wichtigste Ort Mexiko‑Citys im sozio‑ökologischen und kulturellen Sinn. Sie sind ein Überbleibsel dessen, was die Stadt einmal war.“
Usobiaga eröffnete außerdem Baldío, das erste Zero‑Waste‑Restaurant der Stadt, das zudem als einziges Lokal der Stadt mit einem Green Michelin Star ausgezeichnet wurde.
Handwerk und Design: echte Läden statt Souvenirketten
Die Designszene der Stadt ist bemerkenswert vielfältig. Statt der typischen Touristenläden empfiehlt sich das Stöbern in unabhängigen Boutiquen. Beispiele sind Pingüino (kuratierte Volkskunst), Utilitario Mexicano (Alltagsgegenstände im traditionellen Stil) und Onora in Polanco (hochwertige Textilien).
Auf dem Mercado de la Ciudadela finden Sie handwerkliche Produkte aus dem ganzen Land zu vernünftigen Preisen. Die Fábrica Social‑Shops (vier Standorte) verkaufen fein ausgewählte Textilien, die in ländlichen Regionen Mexikos entstehen; das Projekt begann als Schule, um Handwerkern faire Verkaufsmöglichkeiten zu erschließen.
Daniela Gremion von Fábrica Social empfiehlt außerdem den Keramik‑Workshop Taller Experimental de Cerámica Díaz de Cossio in Coyoacán: ein Ort, an dem sich einzigartige Stücke kaufen lassen und zugleich der Herstellungsprozess beobachtet werden kann.
Architektur: Luis Barragán entdecken
Luis Barragán ist der einzige Mexikaner, der mit dem Pritzker‑Preis ausgezeichnet wurde. Sein Werk bleibt vielen Besucher:innen verborgen. In San Miguel Chapultepec liegen Casa Barragán und Casa Gilardi fußläufig beieinander; ein Besuch lässt sich an einem Nachmittag verbinden.
Barragáns Umgang mit Farbe und Licht schafft Räume mit starkem, fast spirituellem Charakter. Die UNESCO‑geschützten Häuser sind nur in kleinen, geführten Gruppen zugänglich; eine Reservierung ist daher ratsam. In der Nähe ergänzt die Galería Kurimanzutto — untergebracht in einem Holzbau von Alberto Kalach — die Nachmittagsroute.
Tacos: wo Einheimische essen
Die spannendsten Mahlzeiten der Stadt finden sich oft in einfachen Viertellokalen. Neue Eröffnungen zeigen, wie lebendig die Gastronomie hier bleibt. Wer für feine Küche in elegante Restaurants unterwegs ist, wird in Roma Norte und Condesa fündig. Doch ein Besuch in Mexiko‑Stadt sollte auch die lokale Taco‑Szene einschließen.
In Condesa hebt Maizajo die Tortilla‑Kultur auf ein neues Niveau. Chef Santiago Muñoz Moctezuma hat Jahre in die Erforschung der Nixtamalisation investiert, um Mais und Tortillas zu perfektionieren. Probieren Sie im Stehbereich die costilla (zart geschmorte Rippchen), die flauta de papa oder die käsige costra.
Beim klassischen al pastor streiten sich die Chilangos gern. Favoriten in der Stadt sind El Tizoncito, El Huequito, El Farolito, El Vilsito und El Charco de las Ranas. Am besten probieren Sie mehrere Orte und bilden sich selbst ein Urteil.
Cantinas: echtes Lokalleben
Cantinas sind schwer direkt zu übersetzen. Sie sind soziale Treffpunkte mit einer Mischung aus spanisch‑mexikanischen Barhäppchen und Getränken. Besucher:innen verpassen so oft diese Form gelebter Lokaltradition.
Typisch sind lange Mittags‑ und Nachmittagsrunden. In vielen klassischen Cantinas gilt: Die Speisen sind frei, solange man weiter Getränke bestellt. Beliebt ist ein Bacardí Blanco mit Cola als Begleiter.
Nahe dem Chapultepec‑Park gehören die Cantina El Bosque und El Mirador zu den bekannten Adressen; hier serviert man unter anderem Tacos de lengua und chamorro — also gegarte Rinderzunge und Schweinsschwarte oder Schenkel, jeweils zart und aromatisch.
Übernachten: von Boutique‑Hotels bis Luxus
Neu eröffnete Boutique‑Adressen wie das 19‑Zimmer‑Hotel San Fernando, Casa Pani und Círculo Mexicano sind in Führern sichtbar. Wer mehr ausgeben möchte, entscheidet sich für Casa Polanco, ein Herrenhaus gegenüber einem Park. Für Feinschmecker werden in Apartments wie Casa Teo und Casa Teo 2 Einrichtungsgegenstände vom Koch Enrique Olvera ausgewählt. Ruhiger und schlicht ist Octavia Casa mit sechs minimalistischen Zimmern nahe Chapultepec.
Mexico City ist groß — und voller Möglichkeiten, die touristische Oberfläche zu umgehen. Mit etwas Planung lassen sich Kunst, Architektur und Küche der Stadt intensiv und abseits der Menschenmassen erleben. — Mary Holland












