Sieben Plätze am Wasser, die im Sommer für Abkühlung sorgen

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Wenn die Hitze drückt, bieten Wanderungen entlang von Bächen, Schluchten und Wasserfällen schnelle Abkühlung. Diese sieben Touren in Deutschland, Österreich und Südtirol führen durch schattige Wälder, zu spritzenden Kaskaden und kühlen Schluchten – ideal für heiße Sommertage.

1. Bad Reichenhall: Seen‑, Bach‑ und Flussrunde

Im oberbayerischen Bad Reichenhall verknüpft eine rund 17 Kilometer lange Runde mehrere Gewässer: Thumsee, Listsee, der Hoswaschbach und die Saalach bilden die Stationen dieser Wasserwanderung. Der Weg verläuft häufig im Schatten und führt durch die schützenswerte Nonner Au, eines der bedeutenden Auwaldgebiete der Region.

Unterwegs laden eine Kneippanlage und ruhige Uferabschnitte zum Pausieren ein. Zurück geht es über die historische Soleleitung, die an die lange Tradition der Salzgewinnung in der Alpenstadt erinnert.

2. Loreley: Pulsbachklamm bei Kestert

Bei Sankt Goarshausen‑Loreley öffnet sich die Pulsbachklamm in Richtung Rhein. Der schattige Pfad in der Nähe von Kestert führt durch eine wilde Schlucht, in der der Pulsbach über mehrere kleinere Fälle hinabstürzt; die feuchte Luft sorgt an heißen Tagen für spürbare Abkühlung.

Die Klamm ist Teil des etwa 13 Kilometer langen Rundwegs „Wasser und Weite“, der in rund vier Stunden zu schaffen ist. Die Strecke gehört zum Netz der sogenannten Loreley‑Spuren, einem Verbund aus zehn zertifizierten Premium‑Rundwanderwegen.

3. Allgäu: Die Breitachklamm bei Oberstdorf

Die Breitachklamm gilt als tiefste Felsenschlucht Mitteleuropas. Zwischen bis zu 100 Meter hohen, senkrechten Wänden bleibt es merklich kühler, während der stete Wasserfallnebel die Luft erfrischt.

Gut gesicherte Wege und Holzstege führen durch die Schlucht; die Hauptwege sind in maximal zweieinhalb Stunden zu erlaufen. Ein Abschnitt am Eingang ist barrierefrei gestaltet, sodass Familien mit Kinderwagen die imposante Schluchtabschnitte teilweise erreichen können.

4. Schladming‑Dachstein: Der Themenweg „Wilde Wasser“

Die Region rund um Schladming zählt zu den wasserreichsten Gebieten der Alpen: etwa 1000 Quellen, rund 300 Bergseen und zahlreiche Wasserfälle prägen die Landschaft. Vor etwa zwei Jahrzehnten wurde hier der Themenweg „Wilde Wasser“ etabliert.

2009 erhielt der Weg die Auszeichnung als erster offizieller „National Geographic Wanderweg“. Er startet in Rohrmoos, verläuft über die Talbachklamm zum Untertalbach, führt vorbei am Toteisboden und durchs Tettermoor. Wer die anspruchsvolle Variante über den Alpinsteig Höll durch die Höllschlucht wählt (nicht hundetauglich), passiert gesicherte Steige und eine Hängebrücke zu den Riesach‑Wasserfällen und dem Riesachsee.

Die Tour umfasst 16,7 Kilometer, etwa 700 Höhenmeter und wird mit rund fünf Stunden Gehzeit veranschlagt. Zurückfahren ist mit dem Wanderbus Linie 974 möglich.

5. St. Anton am Arlberg: Rosannaschlucht

St. Anton ist nicht nur Wintersportort, sondern bietet im Sommer eindrucksvolle Wasserwege. Die Rosanna durchzieht das Dorf und nimmt Wanderer bereits am Ortsrand in Empfang.

Der Weg folgt dem Fluss über Steinstufen und enge Schluchtpassagen. Gesicherte Pfade, schmale Stege und Holzbrücken führen vorbei an tosenden Stromschnellen. Nach etwa acht Kilometern und rund zwei Stunden öffnet sich der Blick auf den Verwallsee. Mutige können eine neue Stahlseil‑Hängebrücke über den Stausee queren und die Rosanna von oben beobachten.

6. Osttirol: Der Weit‑ und Wasserweg Iseltrail

Die Isel ist der längste noch frei fließende Gletscherfluss der Alpen. Der Iseltrail folgt ihm in fünf Etappen von Lienz bis zum Gletschertor des Umbalkees im Nationalpark Hohe Tauern.

Die Gesamtstrecke misst 73,7 Kilometer mit rund 2120 Höhenmetern und ist als leicht bis mittelschwer eingestuft. Neben Mehrtagestouren sind auch Tagestouren möglich; Busverbindungen entlang der Strecke machen Autos überflüssig.

Besonders spektakulär gilt Etappe drei: Seit 2024 überspannt eine 87 Meter lange Hängebrücke bei Welzelach die Iselschlucht. Familien profitieren vom Wasserschaupfad zu den Umbalfällen, der auf etwa zwei Kilometern und 130 Höhenmetern mit sieben Stationen und Aussichtsplattformen direkt oberhalb der Schlucht verläuft. Ausgangspunkt ist der Parkplatz Ströden in Hinterbichl bei Prägraten am Großvenediger.

7. Südtirol: Fischleintal bei Sexten

Das Fischleintal im Naturpark Drei Zinnen gilt als besonders pittoresk – einst nannte Luis Trenker es „das schönste Tal der Welt“. Die gemütliche Wasserwanderung beginnt in Sexten und führt auf rund 4,5 Kilometern mit etwa 200 Höhenmetern durch Wiesen und lichten Lärchenwald.

Das kleine Bächlein schlängelt sich in klaren, türkisen Tönen durchs weiße Kalkbett. Ziel ist die Talschlusshütte, die für ihre regionale Küche bekannt ist; dort kochte einst der Vater von Tennisprofi Jannik Sinner. Das Fischleintal startet auf etwa 1.350 Metern und eignet sich gut als Basis für weitere Touren ins Herz der Dolomiten und als schneller Zugang zu den berühmten Drei Zinnen.

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