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- Warum Vágar so wichtig ist
- Gásadalur: kleines Dorf, große Aussicht
- Múlafossur: ikonischer Wasserfall an der Klippe
- Sørvágsvatn (Leitisvatn): der „schwebende“ See
- Bøsdalafossur: Wasser des Sees ins Meer
- Dunnesdrangar und Drangarnir: markante Felsnadeln
- Trøllkonufingur: der «Finger» in der See
- Sørvágur: Geschichte und Zweiter Weltkrieg
- Miðvágur und das Haus Kálvalíð
- Bøur: mittelalterliche Wurzeln und Aussicht auf Tindhólmur
- Sandavágur: Strand, Sprache und Geschichte
- Statue der Nixe am Sørvágsvatn
- Praktische Hinweise: Übernachten und Anreise
Vágar, die Insel mit dem einzigen Flughafen der Färöer, ist für viele Besucher die erste Station — und zugleich ein kompaktes Kapitel der Inselgruppe: schroffe Klippen, abgeschiedene Dörfer und einige der bekanntesten Natursehenswürdigkeiten der Färöer. Dieser Text stellt die wichtigsten Orte auf Vágar vor und erklärt, was sie besonders macht.
Warum Vágar so wichtig ist
Als westlichste größere Insel des Archipels beherbergt Vágar den internationalen Flugplatz, über den die meisten Reisenden anreisen. Aus der Luft eröffnet sich oft gleich bei der Landung ein eindrücklicher erster Blick auf Fjorde, Seen und steile Felsküsten.
Die Insel vereint bekannte Fotomotive wie den Wasserfall Múlafossur und den See Sørvágsvatn mit weniger besuchten Plätzen — ideal für Besucher, die Natur und traditionelle Ortschaften erkunden möchten.
Gásadalur: kleines Dorf, große Aussicht
Gásadalur liegt zwischen zwei der höchsten Gipfel Vágar und zählt nur wenige Dutzend Einwohner. Die alten Häuser mit ihren typischen Torfdächern erinnern an eine Bauweise, die einst wegen knapper Rohstoffe weit verbreitet war und zugleich guten Schutz gegen raues Wetter bot.
Bis 2004 war Gásadalur ohne Straßenanbindung erreichbar; ein steiler Pfad führte hinauf. Heute ist das Dorf besser angebunden, wirkt aber weiterhin sehr abgeschieden — ein Ort, an dem die Zeit für viele Besucher langsamer zu laufen scheint.
Múlafossur: ikonischer Wasserfall an der Klippe
Der Wasserfall Múlafossur stürzt über eine steile Felskante ins Meer und gilt als eines der bekanntesten Postkartenmotive der Färöer. Die Fallhöhe beträgt mehr als 30 Meter.

Von einem nahe gelegenen Aussichtspunkt gelangt man zu Fuß zu einem Panoramaplatz über dem Dorf Gásadalur. Bei klarer, kalter Nacht besteht mit etwas Glück die Möglichkeit, die Polarlichter am Horizont zu sehen.
Sørvágsvatn (Leitisvatn): der „schwebende“ See
Der größte See auf Vágar heißt meist Sørvágsvatn oder Leitisvatn. Von der Südkante, der Klippe Trælanípa, entsteht aus einer bestimmten Perspektive eine optische Täuschung: Der See wirkt, als läge er über dem offenen Meer.

Der See ist rund 3,4 Kilometer lang. Besucher erkunden ihn zu Fuß, per Kajak oder bei organisierten Bootsfahrten. Am Südufer fließt das Wasser über die Bøsdalafossur in den Atlantik.
Bøsdalafossur: Wasser des Sees ins Meer
Die Bøsdalafossur verbindet Sørvágsvatn mit dem Meer und bildet an der Abbruchkante eine eindrucksvolle Kaskade. Am Rand der Klippen bietet sich ein spektakulärer Blick — Vorsicht ist allerdings geboten, da die Wege und Felsen rutschig sein können.
Dunnesdrangar und Drangarnir: markante Felsnadeln
Die Felsgruppen Dunnesdrangar und Drangarnir prägen die Küstenlinie mit schroffen, moosbewachsenen Kliffs. Die freistehenden Nadeln ragen bis etwa 70 Meter aus dem Meer.
Ein beliebter Fußweg führt von Sørvágur zu Aussichtspunkten, von denen sich die Formationen gut sehen lassen. Für die Drangarnir lohnt sich ein Halt besonders bei tief stehender Sonne.
Trøllkonufingur: der «Finger» in der See
Nur wenige Minuten von Sandavágur entfernt erhebt sich die markante Felssäule Trøllkonufingur. Der Name bedeutet etwa «Hexen- oder Trollfinger»; Sagen erzählen von versteinerten Riesen, die in der Morgendämmerung überrascht wurden.
Die Formation ist an mehreren Stellen sichtbar und bietet dramatische Fotomotive. Kletterversuche sind möglich, jedoch nur für erfahrene Alpinisten.
Sørvágur: Geschichte und Zweiter Weltkrieg
Das Kriegsmuseum in Sørvágur dokumentiert die Präsenz britischer Truppen auf Vágar während des Zweiten Weltkriegs. Historische Fotos, Artefakte und Ausstellungsstücke thematisieren die Infrastrukturprojekte und die Kontakte zwischen Soldaten und Einheimischen.
Rund 8.000 britische Soldaten waren zeitweise auf der Insel stationiert – ein Kapitel, das die Entwicklung der Infrastruktur maßgeblich beeinflusste.
Miðvágur und das Haus Kálvalíð
Miðvágur zählt zu den größeren Ortschaften auf Vágar und bietet mit dem historischen Haus Kálvalíð ein lokalgeschichtliches Museum. Der Ort repräsentiert die dörfliche Seite der Insel mit restaurierten Gebäuden und örtlicher Musiktradition.
Die Sängerin Greta Svabo Bech stammt aus dieser Gegend und ist eine der wenigen Färingerinnen mit internationaler Anerkennung.
Bøur: mittelalterliche Wurzeln und Aussicht auf Tindhólmur
Bøur gehört zu den ältesten Siedlungen der Färöer; erste Erwähnungen reichen bis ins 14. Jahrhundert. Die Kirche im traditionellen Stil stammt aus dem 19. Jahrhundert.
Vom Aussichtspunkt oberhalb des Dorfes eröffnet sich ein weiter Blick auf die kleine Insel Tindhólmur und die markanten Felszacken der Drangarnir — ein besonders stimmiger Ort bei Sonnenuntergang.
Sandavágur: Strand, Sprache und Geschichte
Der Ortsname Sandavágur bedeutet «Sandbucht» und erinnert an eine früher größere Sandfläche an der Küste. In Sandavágur lebte V. U. Hammershaimb, der als Wegbereiter der modernen féroésischen Schriftsprache gilt.
Im Ort stehen noch historische Gebäude und die farbige Kapelle, die zu einem kurzen Rundgang einladen.
Statue der Nixe am Sørvágsvatn
An den Ufern des Sørvágsvatn erinnert eine 2017 aufgestellte Skulptur an die lokale Nix-Sage. Der Bildhauer Pól Skarðenni schuf die Figur, die eine alte Erzählung von verführerischen Gestalten aufgreift, die Menschen ans Wasser locken.
Praktische Hinweise: Übernachten und Anreise
Vágar bietet Unterkünfte von traditionellen Turf Houses bis zu modernen Hotels in Sørvágur. Für flexible Erkundungen empfiehlt sich ein Auto, da viele Aussichtspunkte und abgelegene Dörfer am besten per Straße erreichbar sind.
Wer die Insel besucht, sollte Wetterschutz und festes Schuhwerk einplanen: Das Klima kann schnell wechseln, und manche Wege sind steil oder unbefestigt.












