Zusammenfassung zeigen Zusammenfassung verbergen
Lufthansa verzeichnet einen deutlichen Wandel im Buchungsverhalten: Die teuersten Sitzklassen sind heute oft als erste ausgebucht. Konzernchef Carsten Spohr erklärte bei einem Termin in Frankfurt, dass vor allem die Nachfrage nach Premiumangeboten den Geschäftserfolg der Airline prägt.
Premiumklassen laufen der Economy voraus
Früher füllte sich zuerst die Economy, während First und Business noch lange freie Plätze hatten. Das Bild hat sich gedreht. „Jetzt ist es andersherum“, sagte Spohr und machte klar, dass die First, Business und die Premium Economy mittlerweile vorn liegen.
Verlängerte Streckensperrung: Haben Fahrgäste Anspruch auf Geld zurück?
Teuerste Sitzplätze bei Lufthansa plötzlich zuerst vergriffen

Gleichzeitig beobachtet Lufthansa in der Economy vereinzelt Schwächen, besonders auf Strecken von Deutschland in Richtung USA bleiben vereinzelt Sitze unbesetzt.
Ein anhaltender Boom im oberen Segment
Spohr beschrieb die Entwicklung als «aktuell noch ungebrochenen Premium-Boom». Ein großer US-Wettbewerber erwirtschafte inzwischen über die Hälfte seines Umsatzes mit Premiumklassen, und auf der Langstrecke sehe Lufthansa ein ähnliches Muster.
Auf Kurzstrecken sei dieser Trend jedoch weniger ausgeprägt. Dort seien die Marktbedingungen noch nicht so stark zugunsten höherpreisiger Angebote verschoben.
Wohin die Investitionen fließen
Der Konzern richtet seine Ausgaben gezielt an Premiumpassagiere aus. Bis Jahresende soll die Hälfte der klassischen Lufthansa-Flotte neue Kabinen erhalten.
Beim Produkt **Allegris**, so Spohr, erhalte Lufthansa nicht nur positive Rückmeldungen zur Kabinenausstattung, sondern vor allem zum Service. Reisende zahlten zudem bereitwillig Zusatzkosten, etwa für bevorzugte Sitzwahl.
Neue Jets und steigende Kosten
Auch die Flottenerneuerung spiegelt die Ausrichtung wider: Das erste Exemplar des A350-1000 erwartet Lufthansa im November. Der Typ bietet eine große Business-Class-Konfiguration und schafft damit zusätzliche Kapazität genau dort, wo die Nachfrage stark ist.

Zugleich werden Flüge teurer. Spohr rechnet damit, dass die zusätzlichen Treibstoffkosten in diesem Jahr die zuvor genannten 1,5 Milliarden Euro übersteigen werden. Gleichzeitig sei die Airline in der Lage, höhere Preise am Markt durchzusetzen.
Nachfrage hält trotz Unsicherheiten
Im Premiumsegment bleibe die Nachfrage trotz steigender Preise «erstaunlich robust», betonte Spohr. Auch geopolitische Spannungen zeigen bislang nur geringe Auswirkungen auf dieses Kundensegment.
Normalerweise führe Krieg oder Krise zu verhalteneren Buchungen, sagte der Lufthansa-Chef. Einen solchen Rückgang könne die Airline derzeit nicht feststellen.
Die Aussagen stammen aus einer Veranstaltung mit Journalistinnen und Journalisten in Frankfurt, bei der Carsten Spohr die aktuelle Strategie und Marktbeobachtungen erläuterte.











