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Das Mandarin Oriental, Vienna bezieht seinen Stil aus der Wiener Secession und bietet eine moderne Alternative zu den traditionellen Habsburger‑Hotels der Stadt. In einem 1908 erbauten, sorgfältig restaurierten Palais eröffnete das Haus im November 2025 und verbindet Denkmalpflege mit zeitgenössischem Design.
Ein Secessionistisches Erbe, neu gedacht
Das Gebäude an der Riemergasse 7 war früher ein Gerichtshaus von Alfred Keller. Ein sechsjähriges Restaurierungsprojekt des London‑und‑Portugal‑Studios Goddard Littlefair hat Fassade und Interieur behutsam überarbeitet und zugleich moderne Eingriffe ergänzt.
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Wien: Aus einem Gerichtsgebäude von 1908 entstand eines der stilvollsten Hotels Wiens

Im Entrée fällt sofort ein skulpturaler Kronleuchter aus Glas und Messing auf, der an perlende Champagnerblasen erinnert. Viele Gestaltungselemente spielen bewusst mit Formen der Wiener Secession: geometrische Muster, Goldtöne und reduzierte Ornamentik treten neben Marmor, Pannonischen Eichenparkett und individuell gefertigte Möbel.
Für wen sich das Hotel eignet
Design‑Kenner und Architekturinteressierte finden hier eine durchdachte Hommage an Wiener Moderne. Reisende, die zentrale Sehenswürdigkeiten suchen, aber Trubel vermeiden möchten, profitieren von der ruhigen Lage nahe der Ringstraße.
Wellnessgäste werden auf das Spa mit den bekannten, asiatisch inspirierten Anwendungen achten; Gourmets auf die vier gastronomischen Konzepte im Innenhof unter einer Glasüberdachung.
Für wen es weniger passt
Wer ein rein traditionelles Habsburger‑Erlebnis sucht, mit schweren, historistischen Interieurs, wird das Mandarin Oriental als moderner empfinden. Das Haus setzt stärker auf eine Verbindung von historischem Kontext und zeitgenössischem Komfort.
Lage und Umgebung
Das Hotel liegt unaufgeregt in einer Nebenstraße nahe dem Parkring, nur wenige Gehminuten von Mozarts Wohnhaus, dem Stephansdom und der Einkaufspromenade Graben entfernt. In Sichtweite bietet der Stadtpark den Strauss‑Brunnen, das mit drei Michelin‑Sternen ausgezeichnete Restaurant Steirereck sowie die Meierei im Stadtpark.
Nahegelegene Kulturziele sind das MAK mit seiner Sammlung zur Wiener Werkstätte sowie die ikonischen Secession‑Bauten wie das Secessionsgebäude und das Majolikahaus von Otto Wagner.
Zimmer und Suiten
Auf vier Etagen verteilen sich insgesamt 138 Einheiten: 86 Zimmer und 52 Suiten. Die Bandbreite reicht von rund 37 Quadratmeter großen Superior Rooms bis zur Royal Suite mit mehr als 2.000 Quadratfuß.
Die getestete Deluxe Suite (ca. 49 Quadratmeter) bot hohe Fenster, zurückhaltende, graue Töne und samtbezogene Sofas in staubigem Blau. Technische Annehmlichkeiten wie ein Bose‑Lautsprecher, eine Nespresso‑Maschine mit Meinl‑Kapseln und ein Tablet zur Steuerung von Licht und Vorhängen gehören zur Ausstattung.
Das Bad wartet mit großformatigem Marmor, Diptyque‑Produkten, tiefem Bad und einer großzügigen Duschkabine auf. Der beheizte Boden trägt geometrische Mosaike im Stil der Wiener Werkstätte; die Toilette ist ein japanisches Toto Neorest‑Modell.
Essen und Trinken
Unter der Glasüberdachung des Innenhofs versammelt das Haus vier Konzepte, die von Fine Dining bis zu legerer Brasserie reichen. Küchenchef Thomas Seifried, der zuvor bei Eric Ripert arbeitete, verantwortet die Konzepte.

Das Seafood‑Restaurant Le Sept ist nur von Donnerstag bis Samstag geöffnet und bietet Degustationsmenüs mit Gerichten wie Hiramasa‑Sashimi oder Crab Chawanmushi. Die Izakaya & Bar serviert Cocktails, die sich thematisch an Werken aus dem Belvedere orientieren.
Die Atelier 7 Brasserie zieht sowohl Touristen als auch Einheimische an. Auf der Karte dominieren Meeresfrüchte: Hamachi‑Crudo mit Iberico‑Schinken, Miesmuscheln, Hummer‑Ravioli in Soy‑Ginger‑Butter und gebratene Jakobsmuscheln. Als Begleitung empfiehlt sich ein Glas Gemischter Satz.
Zum Frühstück gibt es Aufschnittplatten und pochierte Eier auf Kartoffelrösti. Das Café bietet wechselnde Single‑Origin‑Bohnen, eine La Marzocco Modbar und Gebäck von Patissier Christian Grübler.
Service und Personal
Das Team arbeitet mehrsprachig und wirkt sehr effizient. Fast jede Anfrage wird schnell erfüllt, ob zusätzliche Hausschuhe oder spätabendliche Suppe vom Room Service.
Gäste, die wenig persönlichen Kontakt wünschen, können viele Anliegen über die Mandarin Oriental App regeln. Gleichzeitig fallen kleine, menschliche Gesten positiv auf: Produktproben aus dem Spa, Kostproben eines Aprikosenschnapses oder persönliche Empfehlungen der Concierge.
Das Concierge‑Team organisiert auch spezielle Erlebnisse wie eine private Kabine am Riesenrad im Prater, Weinproben in Heurigen oder hinter den Kulissen‑Führungen für Familien. General Manager ist Mario Habicher, zuletzt tätig im Hotel Imperial Wien.
Barrierefreiheit
Vier Zimmer und Suiten sind barrieregerecht ausgestaltet mit angepassten Bädern und Türen. Alle Aufzüge und öffentlichen Bereiche, inklusive der Atelier 7 Bereiche und des Spas, sind rollstuhlgängig. Es gibt zugängliche Parkplätze sowie einen Notfallplan für Menschen mit Behinderungen.
Tipps für einen Secession‑Spaziergang
Wer den Secessionismus vertiefen möchte, sollte das Secessionsgebäude mit seiner goldenen Kuppel und die Majolikahaus‑Fassade von Otto Wagner besuchen. Wagners Kirche am Steinhof bietet Glasmalereien von Koloman Moser und weite Blicke in den Wienerwald; die Postal Savings Bank zeigt seine sachlichere Seite.
Für Klimt‑Liebhaber ist das Belvedere mit The Kiss ein Pflichtziel.
Afar war Gast des Mandarin Oriental, Vienna. Die Berichterstattung erfolgte unabhängig; das Hotel hat diesen Beitrag nicht geprüft oder genehmigt.











