Nur Kartenzahlung: Diese Urlaubsziele akzeptieren kein Bargeld mehr

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Braucht man auf Reisen noch Bargeld – und wenn ja, wie viel? Die Antwort hängt stark vom Reiseziel ab: In einigen Metropolen reicht Karte oder Smartphone praktisch überall, an anderen Orten sind Scheine unverzichtbar. Diese Übersicht zeigt, wo Bargeld inzwischen überflüssig ist und wo Reisende besser mit Kleingeld vorsorgen sollten.

London: weitgehend bargeldlos

In vielen Londoner Cafés und Läden steht inzwischen das Schild „Card only“. Eine Umfrage des britischen Geldautomaten-Netzwerks Link unter mehr als 1.116 kleinen und mittleren Händlern ergab, dass innerhalb eines Jahres etwa ein Siebtel der Befragten die Barzahlung abgeschafft hat. Schon seit 2014 akzeptieren die roten Doppeldeckerbusse kein Bargeld mehr.

Kassenschalter in einem Londoner Café mit Schild 'Card only' und Kartenleser
Viele Londoner Cafés und Busse akzeptieren inzwischen nur noch Karten oder Mobile Payment.

Für Reisende bedeutet das: Karte oder Mobile Payment wie Apple Pay und Google Pay reichen meist aus. Ein paar Pfund vom Automaten sind dennoch praktisch als Reserve für Straßenkünstler oder Marktstände.

Schweden: überall elektronische Zahlungen, aber mit Lücke

An vielen Türen schwedischer Geschäfte hängt der Hinweis „Vi hanterar ej kontanter“ – kein Bargeld. Selbst kleine Beträge werden routiniert per Karte beglichen, Parkautomaten und viele Nahverkehrsangebote nehmen Münzen nicht an.

Allerdings bezahlen Einheimische häufig per Swish, einer Bezahl-App, die ein schwedisches Bankkonto und die Mobile BankID voraussetzt. Touristen können Swish in der Regel nicht nutzen, und Euro werden nur vereinzelt akzeptiert.

Island: Tankstellen verlangen PIN

Auf der Vulkaninsel läuft fast alles über Karte oder Handy. Viele ländliche Tankstellen sind unbemannt; an der Zapfsäule funktioniert nur eine Karte mit vierstelliger PIN. Vor dem Tanken blockiert der Automat oft einen größeren Betrag, der nach einigen Tagen freigegeben wird.

Seit Juni 2025 nehmen Busse im Großraum Reykjavík ebenfalls kein Bargeld mehr an. Mietwagenkunden sollten deshalb prüfen, ob ihre Kreditkarte eine PIN unterstützt.

Finnland: Euro, aber oft ohne Scheine

Auch in Finnland prägen digitale Zahlungen den Alltag. Bei der staatlichen Bahn VR lassen sich Fernverkehrstickets vom Schaffner nur elektronisch bezahlen. In Helsinki funktionieren Tram, Metro, Busse und Fähren meist direkt per Karte oder Smartphone.

Laut einer Studie der Europäischen Zentralbank entfällt dort nur etwas mehr als ein Viertel der Ladenkassenzahlungen auf Bargeld. Die finnische Zentralbank berichtet, dass bereits jeder sechste Finne erlebt hat, dass ein Geschäft Bargeld ablehnte.

Ägypten: Scheine für Dienstleister und Basare

In vielen Museen, größeren Hotels und Restaurants kann mit Kreditkarte bezahlt werden. Auf Märkten, bei Kamelführern, in klassischen Taxis oder bei kleinen Händlern zählt jedoch fast ausschließlich Bargeld.

Verkäufer und Käufer in einem marokkanischen Souk beim Feilschen um Preise
In den Souks von Marrakesch wird der Preis oft ausgehandelt; Dirham ist die übliche Währung.

Für Trinkgelder und kleine Dienstleistungen ist kleines Bargeld (ägyptische Pfund in kleinen Scheinen) unerlässlich. Euro-Münzen sind kaum praktisch, weil sie schwer umzutauschen sind. Urlauber sollten ägyptische Pfund am besten im Land wechseln und auf Rückgeld in kleinen Scheinen achten.

Marokko: Feilschen mit Dirham

In den Souks von Marrakesch wird der Preis meist ausgehandelt – in Dirham. Kartenzahlung kommt überwiegend bei größeren Anschaffungen wie Teppichen oder Schmuck zum Einsatz. Euro akzeptieren Händler nur sehr selten und dann meist zu eigenen Kursen.

Da Marokko die Ein- und Ausfuhr seiner Währung begrenzt, empfiehlt es sich, nur eine kleine Menge Dirham mitzubringen und vor Ort bei offiziellen Stellen umzutauschen.

Österreich: in den Bergen wieder Bargeld wichtig

In Teilen Österreichs, vor allem in abgelegenen Hütten und manchen Skigebieten, hat sich in letzter Zeit eine Gegenbewegung zur Kartenzahlung breitgemacht. Einige Berghütten akzeptieren ausschließlich Bargeld.

Deshalb ist es sinnvoll, für Bergtouren oder Skitage etwas Bargeld einzustecken; dort stehen manchmal sogar Geldautomaten in Hütten-Nähe bereit.

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