Diese pittoreske Stadt in Wales erinnert eher an Italien als an Großbritannien

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Im Jahr 2026 begeht Portmeirion an der walisischen Westküste sein 100-jähriges Bestehen. Das farbenfrohe, an Portofino erinnernde Dorf wirkt wie aus einem Roman herausgelöst und bietet Besuchern gerade jetzt besonders viele Gründe für eine Reise.

Anreise und erste Eindrücke

Die Fahrt von London dauert mit dem Zug etwa drei Stunden bis Bangor, danach folgt rund eine Stunde Autofahrt Richtung Südwesten. Auf der Strecke wechseln kleine Dörfer, grasende Schafe und weite Felder mit Ausblicken auf die bleigraue Irische See.

Zugfahrt durch die walisische Landschaft mit Feldern und Schafen
Die Strecke von London nach Portmeirion führt durch typische walisische Landschaften.

Portmeirion liegt auf einer Halbinsel innerhalb des Eryri National Park und fällt durch seine pastellfarbenen Fassaden und verspielten Architekturdetails sofort ins Auge. Das Ensemble entstand über rund fünf Jahrzehnte unter der Leitung von Sir Clough Williams-Ellis und orientiert sich am italienischen Küstenort Portofino.

Was man vor Ort unternehmen kann

Beginnen sollte man mit einem Spaziergang über die kleinen Piazzas des Ortes. Gleich anschließend lohnt sich ein Abstecher in den 70 Hektar großen subtropischen Wald, die sogenannte Gwyllt (walisisch: „Wildwood“).

Kleiner Piazza mit pastellfarbenen Häusern und Spaziergängern
Spaziergänge über die Piazzas gehören zu den Top‑Erlebnissen in Portmeirion.

Hier gibt es rund 20 Meilen Wege, darunter eine beliebte Schleife von etwa 1,3 Meilen, einen japanischen Garten und mehrere Aussichtsplätze über die Umgebung. Wer gern am Wasser ist, kann entlang des Dwyryd Estuary spazieren, wo Fluss und Meer aufeinandertreffen, oder den sandigen Küstenpfaden folgen.

Geführte Touren mit Meurig Jones, dem Locations-Manager von Portmeirion, beleuchten die skurrilen und teils unerwarteten Geschichten des Ortes. Jones führt Besucher zu Schauplätzen, die Filmfans bekannt sein dürften: Teile der 1960er-Jahre-Serie The Prisoner wurden hier gedreht, unter anderem die markante Schachbrettfläche auf dem zentralen Platz. Außerdem gehören Anekdoten über Beatles‑Bezüge und angebliche Fundstücke zu den Tour-Highlights.

Als Ausflug in die Umgebung bietet sich eine Fahrt mit den historischen Zügen der Ffestiniog & Welsh Highland Railways an. Die Schmalspurbahnen starten unter anderem am Harbour Station in Porthmadog oder an Minffordd, das nur wenige Minuten von Portmeirion entfernt liegt. Unter Dampf geht es durch das Herz des Nationalparks, vorbei an Wasserfällen, Wäldern und ehemaligen Schieferbrüchen.

Gastronomie: regional und international

Für gehobene Küche steht die Castell Deudraeth Brasserie im gleichnamigen Hotel, die moderne walisische Gerichte in einem lichtdurchfluteten Ambiente serviert. Regionale Zutaten wie Lamm und frische Austern prägen die Speisekarte.

Im Hotel Portmeirion, dessen Speisesaal aus den 1930er-Jahren an den Bug eines Schiffs erinnert, sorgen bodentiefe Fenster für Panoramaansichten über das Dwyryd‑Mündungsgebiet. Auf den Tellern finden sich unter anderem Lamm, Ravioli mit Rarebit sowie Meeresfrüchte.

Wer es legerer mag, probiert das Caffi Glas mit italienisch geprägter Café‑ und Gelateria‑Karte: Holzofenpizza, Panini und Käseplatten stehen hier ebenso auf der Karte wie hausgemachtes Eis. Ein eigener Halt lohnt bei Caffi’r Angel Gelateria, die auch eine lokale Spezialität mit walisischem Whisky anbietet.

Ein kurzer Abstecher nach Porthmadog führt ins Pub The Australia, das klassische walisische Pubgerichte und lokale Ales anbietet — von Burgern bis zu Fish and Chips.

Wo man übernachten kann

Das Zentrum der Unterkünfte bildet das Portmeirion Hotel, ein Herrenhaus oberhalb der Mündung mit nur 14 individuell gestalteten Zimmern. Gäste schätzen Frühstücksangebote wie geräucherten Lachs mit pochierten Eiern, den Shuttleservice innerhalb des Ortes sowie den Blick aufs Wasser und das Außenbecken.

Nur ein kurzer Spaziergang entfernt steht das romantischere Schwesterschloss Castell Deudraeth, das in einem wiederhergestellten Bau aus dem 12. Jahrhundert untergebracht ist. Seine Zimmer tragen ursprüngliche Steinmauern und Schieferböden; das hoteleigene Restaurant serviert etwa gegrillte Seezunge und geschmorte Lammgerichte, oft begleitet von Live‑Klaviermusik.

Wer länger bleiben möchte, findet in Portmeirion zudem zahlreiche Selbstversorger‑Cottages und Apartments. Die Optionen reichen von gemütlichen Häusern an der Mündung bis zu größeren Wohnungen in unmittelbarer Nähe des zentralen Piazzas.

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