
Claudia Ottilie ist ein ganz alter Hase. Aber nur, wenn es ums bloggen geht. Seit 2006 bloggt sich “Claudi um die Welt”, ursprünglich nur um Verwandtschaft und Freude über die Stationen auf ihrer Weltreise zu informieren. In ihrem Blog sind viele schöne Bilder ihrer Reisen zu finden und schnell wird klar, dass Neuseeland ihr Lieblingsland ist.
Claudi, erkläre mir doch bitte in drei Sätzen Deinen Blog.
Auf “Claudi um die Welt” blogge ich seit meiner Weltreise über private wie berufliche Reisen rund um den Globus. Mit Fotografien, die mehr als 1.000 Worte sagen und ein paar 1.000 wahren Worten erzähle ich meine abenteuerlichen Erlebnisse in anderen Ländern und Kulturen, Begegnungen mit Inselgurus, tappe gelegentlich ins Fettnäpfchen oder schwärme einfach nur von kuscheligen Lemuren. Ich reise am liebsten in ferne Länder und auf den weniger ausgetretenen Pfaden und versuche hin und wieder auch die weniger ausgelatschten Schreibpfade zu betreten.
Wie bist Du auf die Idee gekommen, einen Reiseblog zu gründen?
Ganz klassisch: 2006 bin ich auf Weltreise gestartet und wollte die Verwandtschaft und Freunde Zuhause informiert wissen. Als Online-Redakteurin wusste ich, dass es Blogs gibt und habe es ausprobiert.

Wie viel Zeit investiert Du in der Woche in Deinen Blog?
Da zum Bloggen auch das Verteilen der Blogposts in die Sozialen Medien gehört: alles, was ich an Zeit habe. D.h. vier volle Tage und an drei Tagen die Abende.
Was gefällt Dir am “bloggen”, und was gefällt Dir nicht?
Mir gefällt die Freiheit am Schreibstil. Ich kann schreiben, soviel und wenig wie ich für richtig und für die Geschichte relevant halte. Beim Stil bin ich nicht gebunden, kann Freischnauze schreiben, kann auch mal experimentieren. Außerdem darf ich meine Meinung sagen, ich muss nicht objektiv schreiben. Zudem kann man im Blog mit Bild-Elementen arbeiten – das ist nicht in jedem Printmedium gegeben.
Was macht Deiner Meinung nach einen guten Reiseblog aus?
Authentizität. Wenn ich an einem Schreibstil den Autor erkenne, finde ich das sehr authentisch. Außerdem sollte ein guter Reiseblog selbst recherchiert sein, und mich mit in die Geschichte und an den Ort nehmen, der da beschrieben wird. Er soll mich unterhalten, er soll mich informieren, aber bitte nicht Wikipedia wiederkäuen und den hundertsten Bericht im Reiseführerstil über die zauberhaften Fassaden der Altstadtgassen Roms liefern. Wenn Insidertipps dabei sind, umso besser, aber Hauptsache ich bekomme einen Ort auf dieser Welt präsentiert, den jemand mit seinen Augen zeigt und seinen Worten bespricht.
Was macht Deiner Meinung nach einen guten Reiseblogger aus?
Der Reiseblogger, das unbekannte Wesen. Ich stell es mir so vor: Ein guter Reiseblogger reist viel oder oft. Er kennt sich aus in seiner thematischen Welt (was auch nur eine Region, Land, Kontinent oder Reiseart sein kann). Er brennt für seine Reiseleidenschaft und kann genau das rüberbringen. Er schreibt Geschichten, die nicht schon alle anderen vor ihm geschrieben haben und sucht danach. Er bringt seinen Lesern mindestens Unterhaltung, besser noch Information. Er schreibt unabhängig von seinen Unterstützern. Er kann seine persönliche Meinung glaubhaft niederschreiben.
Welches Land hat Dir auf Deinen Reisen bisher am besten gefallen?
Ich bin erklärter Neuseeland-Fan. Aber auch Chile mag ich sehr… Meine Asche wird irgendjemand mal in Tasmanien an der Bay of Fires verstreuen müssen/dürfen.
Welches Land hat Dir überhaupt nicht gefallen?
In Indien hatte ich einen krassen Kulturschock, da wollte ich einige Zeit lang nicht wieder hin. Aber auch das hat sich mit den Jahren relativiert. Ich kann von keinem Land wirklich sagen, dass es mir gar nicht gefallen hat.
Welche Länder stehen auf Deiner Wunschliste ganz oben?
Die Antarktis steht ganz oben! Und dann so an die 150 andere … Ich will die ganze Welt sehen.
Individualreisen oder Pressereisen, was machst Du lieber?
Individuelle Pressereisen… Ich finde Recherchereisen generell schon hilfreicher, weil das Programm wirklich komprimiert ist, ich Ansprechpartner habe und vieles bereits im Voraus organisiert wurde (ich meine nicht die Hotels und Restaurants). Wenn ich individuell und selbst organisiere, ist das viel mehr Aufwand während der Reise, die Recherche wird automatisch langsamer… Ideal ist daher: vorher organisiert, aber gern nur für mich allein. Gruppen werden an einem bestimmten Punkt ablenkend oder gar anstrengend.
Drei Blogs, die Du regelmäßig liest?
Meerblog von Elke Weiler. Ich liebe die Kolumnen ihrer Hunde und Rastaschaf Luis, die von vielen Lesern als selbstverständliche Redakteure wahrgenommen werden. Das Konzept des Blogs ist stimmig, die Geschichten sind einzigartig geschrieben, es macht einfach nur Spaß von Lutschern und Flupsfröschen zu lesen.
5 Reicherts von Gabi Reichert und ihren vier Männern. Gabi ist Fotografin und bloggt wahnsinnig tolle Fotos aus nordischen Ländern. Ich guck manchmal einfach gerne nur ihre Fotos an und frag mich, wann ich selbst mal dazukomme, ihre Foto-Tipps auszuprobieren.
Pommesgibtsimmer von Matze Schmidbauer. Ich mag ja humorige Sachen und Matze schreibt wirklich sehr trocken und grundehrlich heraus, was ihm so auf seiner Weltreise passiert ist und wie ihm so das ein oder andere zusagte. Sehr authentisch, sehr ehrlich, und wirklich spaßig.
Was Du sonst noch loswerden willst…
Ich blogge, weil ich reise und mittlerweile reise ich auch, um zu bloggen. Aber ganz ehrlich: ich könnte auch ohne meinen Blog existieren, nur nicht, ohne das Verreisen.
Claudia Ottilie
facebook.com/claudiumdiewelt
twitter.com/claudirtw
www.claudiumdiewelt.de








[…] passen übrigens noch die Artikel Reiseblogger als Beruf und Der Reiseblogger, das unbekannte Wesen. Interessant ist auch die Entwicklung des Thema Reiseblog bei Google […]
Reise- und UrlaubsNews…
Claudi um die Welt: Der Reiseblogger, das unbekannte Wesen <b>…</b>…
Lieber Jörg,
Vielen Dank fürs Fragen stellen! Bin gespannt auf die weiteren Teilnehme in dieser Rubrik! :)
LG Claudi
Danke fürs mitmachen. Da kommen noch einige dazu…
LG, Jörg