Haben Sie Flüssigkeiten dabei?

Artikel geschrieben von am 10. März 2013

Fluggastkontrolle am Flughafen

In regelmäßigen Abständen möchte ich euch in der Reihe „Berufsgeheimnis“ einige Berufe nicht ganz ernst gemeint vorstellen, mit denen wir auf den Reisen immer wieder zu tun haben. Oftmals spielen diese Berufsgruppen eine große Rolle, ob die Reise gut verläuft oder nicht. Heute an der Reihe: Fluggastkontrolle.

„Haben Sie Flüssigkeiten dabei?“ – Ich glaube, diese Frage stellen die Mitarbeiter der Fluggastkontrolle an den unzähligen Flughäfen hunderte Mal am Tag. „Klar! Drei Kisten Vodka, zwei Liter Orangensaft! Ich hab Flugangst, da brauch ich was zu trinken.“ Wer glaubt, dass die Mitarbeiter am Flughafen über solche Witze noch lachen können, liegt falsch. Humor können sie offensichtlich sowieso nicht gebrauchen.  Wozu auch? „Gürtel, Uhren, Schmuck?“ Immer die gleichen Fragen können auch Menschen ohne Humor stellen. „Laptop bitte rausnehmen!“ „Ich weiß, danke! Schließlich hab ich das Gerät ja schon in der Hand.“ „Sonst noch irgendwas dabei?“ „Ja, meine Hose, meinen Pullover, mit Glück etwas Unterwäsche, ein paar Socken und Schuhe. Soll ich die auch ausziehen?“

Es ist für viele Menschen der erste körperliche Kontakt am Morgen vor dem Flug. Mit Glück wird man von den – mit Gummihandschuhen bekleideten – Menschen abgetastet. Sollte man seinen Gürtel trotz Fragen nicht in die Kiste gelegt haben, befingert einen der Fluggastkontrolleur ganz intim im inneren des Gürtels, zieht die Hose am Ende leicht in den Schritt hoch und beendet die Prozedur mit einem zufriedenen „Sie können den Gürtel jetzt wieder schließen!“ „Danke!“ „Bitte!“

Doch nicht nur bei solch unbekannten Menschen wie mir lassen die Kontrolleure sich aus. Selbst Topstars wie Bar Refaelie sind davor nicht geschützt. Twitterte sie unlängst: „Ich habe mich ziemlich unwohl gefühlt, als ich am Flughafen von einer Frau bei einer Sicherheitskontrolle abgetastet wurde, welche keinen Zweifel an ihren sexuellen Präferenzen ließ.“ Upps…

Lustig wird es, wenn Frauen mit High-Heels oder einfachen Stiefeln ins Spiel kommen. Warum in der Welt müssen die Frauen die Schuhe ausziehen? Was sollen die dort verstecken? Wurfpfeile in den Hacken der Schuhe, Wurfmesser im Stiefelschafft? Der Anblick der leidenden Frauen, die wie begossene Pudel auf den oft zu niedrigen Sitzbänken in den „Abtastkabinen“ sitzen und auf ihre Lieblinge, die Schuhe, warten, ist manchmal herzzerreißend. Na gut, ich durfte schon mal meine Inline-Skater nicht mit ins Handgepäck nehmen, weil ich damit den Piloten hätte niederschlagen können und dann wahrscheinlich auf meinen Skates aus dem Flieger springen und davonsausen können. Keine Ahnung, wer da die Regeln macht…

Die Schauspielerin Rene Zellweger hat da ihre eigene Taktik, um solch unangenehmen Situationen aus dem Weg zu gehen: “Ich kann den Gedanken nicht ertragen, dass sie bei der Kontrolle vor meinen Augen meine Slips durchsuchen”, verriet der Star aus „Bridget Jones“ einst der Zeitung “Sun”. Deshalb schickt sie ihre Unterwäsche per Privatpost. Na, da bleibt ja nur zu hoffen, dass die Post nicht allzu lange irgendwo liegen bleibt.

Ich freue mich schon auf meinen nächsten Flug und meine nächste Begegnung mit den Fluggastkontrolleuren. Ich würde gerne mal einen Tag über eure Schultern schauen und prüfen, ob Humor bei euch wirklich nicht gebraucht wird. Vorstellen kann ich es mir ehrlich gesagt nicht. “Der nächste..! Die Kiste müssen Sie sich schon selbst rausnehmen. Haben Sie Flüssigkeiten dabei?”

Foto: RainerSturm  / pixelio.de

 

4 Kommentare zu “Haben Sie Flüssigkeiten dabei?”

  1. […] ich hoffe nur, dass sich das Sicherheitspersonal in Hamburg den Wochenendzuschlag nicht entgehen lassen will, und am Samstag die Streiks aussetzen. So, wie es […]

  2. […] ich hoffe nur, dass sich das Sicherheitspersonal in Hamburg den Wochenendzuschlag nicht entgehen lassen will, und am Samstag die Streiks aussetzen. So, wie es […]

  3. Manuela sagt:

    Dieser Artikel ist sooo super geschrieben. Konnte die ganze Zeit nur lachen. So ist es echt das Leben am Flughafen. Aber bevor ich meine Unterwäsche nach Hause schicken lasse, sollte das Flughafenpersonal lieber drinnen herumwühlen.

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