Mit der Dampflok an den Strand? Klar. Aber da kann man locker noch einen drauf setzen. Wer schon immer heimlich den Wunsch gehegt hat, mit dem Zug durch die östliche „Wildnis“ zu fahren, sollte eine ganz besondere Strecke ausprobieren: von Russland nach China. Genauer: Irkutsk nach Peking.
Die Transsibirische Eisenbahn — fast schon ein Mythos, eine Verklärung, die sich über die Jahrzehnte aufgebaut und letztendlich verselbständigt hat. Viele verfallen der Faszination bereits, ohne jemals einen Fuß in den Zug gesetzt zu haben, so sehr ist die Transsib in unser kollektives Kulturgedächtnis eingestrickt. Eines ist natürlich wahr: Die Transsibirische Eisenbahn, die es seit 1891 gibt, ist keine x-beliebige Eisenbahnstrecke, die den Osten und Westen Russlands miteinander verbindet, die Zivilisation mit der Ungeschliffenheit der fernen, naturbelassenen Regionen. Sie hat durch auch eine sozio-geografische Bedeutung, die einem so riesigen und verschiedenartig bevölkerten Land wie Russland wenigstens ein Mindestmaß an Identität spendet. Doch das eigentliche Abenteuer ist natürlich die Fahrt selbst. Traditionell führt die Strecke von Moskau durch die sibirischen Landschaften nach Wladiwostok. Darüber hinaus ist ein Streckenabschnitt auf eine Weiterfahrt in die Mangolei und nach China ausgerichtet.
Die Fahrt mit der Transsib erfordert allerdings eine rechtzeitige Planung. Schritt für Schritt heißt es also: Budget festlegen, ein Visum besorgen, einen Flug nach Moskau und ein Ticket bis zur gewünschten Einstiegsstation buchen — generell kann man sich von Moskau aus von Stadt zu Stadt hangeln und den Urlaub vor die eigentliche Fahrt legen. Die Strecke Irkutsk bis Peking ist ein Klassiker, weshalb man von Moskau aus beispielsweise nach Novosibirsk fahren und dort einen Zwischenhalt einlegen kann, bevor es nach Irkutsk geht. Eine kompakte Liste für diejenigen, die die Transsibirische Eisenbahn für sich entdecken wollen:
- Alles, wirklich alles, was man wissen muss, findet man auf dieser Internetseite: www.transsibirische-eisenbahn.de
- Außer einem Visum braucht man von Zuhause aus nicht wirklich etwas zu buchen. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte die erste Strecke buchen. Günstiger ist aber auf jeden Fall die Buchung vor Ort.
- Verpflegung ist kein Problem: An jedem Stopp gibt es freundliche Damen, die selbstgemachtes Essen verkaufen. Nur Kleingeld muss man ausreichend vorhanden haben. Und im Hinterkopf behalten: bis Peking sollte man mit der Hälfte des Gesamtbudgets aushalten.
- Sibirien ist ein Extrem: Im Winter extrem kalt und im Sommer extrem heiß. Anfang Mai kann es über 40 Grad warm werden.
- Die Erinnerungen festhalten: Und zwar nicht nur digital, denn eine solche Reise ist etwas Besonderes. Ein Reisealbum anzulegen ist mittlerweile sehr einfach. Bei Anbietern wie Cewe Print ist das auch von einem Mobilgerät (Tablet, Smartphone) aus möglich und zusätzlich auch mit Linux benutzbar (für diejenigen, die zum Beispiel einen USB-Stick mit Ubuntu-Betriebssystem mitnehmen statt eines ganzen Notebooks).
- Je weiter man in die Provinz fährt, desto weniger (logisch) kommt man mit Englisch weiter. Ein Wörterbuch sollte man stets dabei haben!
- Wer bequem reisen will, sollte sich vorab informieren: Die Züge in Russland sind sehr unterschiedlich. Es gibt wahre Luxuswagons und richtige Dreckschleudern. Wer Wert auf Sauberkeit legt, sollte genauer nachhaken.
- Spontan sein geht trotz aller Planung auch: Wenn man sich aus welchen Gründen auch immer bloß einen Zeitrahmen für die Reise setzt, kann dennoch vor Ort an einer der Stationen Halt machen und dann später weiterreisen.
- Ein Blick auf Fanseiten lohnt immer, z.B. diese hier: http://www.transsib-tipps.de
Und wer sich noch immer nicht traut, der kann die Strecke auch ganz virtuell mitfahren und einen jungen Amerikaner auf seinem Transsib-Abenteuer begleiten:
Foto: Jerzy / pixelio.de




2. September 2013
Ja – die Transsibirische Eisenbahn. Die beiden Reisen durch Russland waren wirklich faszinierend und ich würde es sofort wieder machen. Davon gibt es jede Menge zu erzählen. Wer das erste Mal unterwegs ist, dem würde ich auch die "Abzweigung" Richtung Mongolei und dann nach China empfehlen. Hier ändern sich Landschaft und Menschen noch einmal völlig.
2. September 2013
@Gerhard: Danke für Deine Tipps…
6. September 2013
Gern geschehen.
Wer mehr Tipps braucht, einfach melden. 
26. August 2013
Für mich als Bahnsüchtige ist das noch eine der Traumstrecken… Irgendwann.. Wenn ich mal viel Geld habe… Reise ich ganz nobel mit der TRANSIB. Jawoll!
26. August 2013
@Janett: und auf jeden fall darüber bloggen