
Spanien, Italien, Türkei – Das waren 2011 die beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen. Ich habe mir heute mal angesehen, wohin die Reise für die meisten Urlauber eigentlich geht. Grund war für mich die Diskussion, ob ein Reiseblog unbedingt Fernziele enthalten muss oder nicht. Und ganz ehrlich gesagt: Eigentlich nicht! Und dann ist da noch Blogleser Jupp…
Unter den Top 10 der Reiseziele ist nicht ein einziges Fernziel dabei. Ganz im Gegenteil. Selbst die deutschen Reisegebiete können mit dem Ausland locker mithalten: Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein stehen gleich hinter der Türkei auf Platz 4 bis 7 (na gut, Österreich schummelt sich noch irgendwie dazwischen). Warum also unbedingt Geschichten aus Thailand, Panama, Australien oder der Mongolei? Ist es das Fernweh, das den Blogleser packt, um dann doch voller Frust den nächsten Urlaub auf Malle zu buchen? Keine Ahnung. Wisst ihr es? Wäre es da nicht wirklich logisch, einen Blog zu machen, der sich mit den Regionen beschäftigt, die die Urlauber auch in der Mehrzahl aufsuchen? Mir fällt da spontan der MEERBLOG von Elke ein, die sich auf diesem Reiseblog vor allem mit Norddeutschland beschäftigt. Ich denke mal darüber nach, schließlich mache ich den Blog eigentlich für die Leser. Oder doch nicht?
Zum Abschluss noch der Kommentar des Tages, den ich auf einer Webseite gefunden habe. Blogleser Jupp, ein offensichtlicher Kenner der Reisebloggerszene und bekennender Frauenversteher schreibt (Originalzitat): „Also, so langsam hängen uns Kunden diese Blogger echt zum Hals raus. Letztendlich wiird nur mit der tatsache gestrunzt, was sie wieder alles an extras für ummesonst bekommen haben, dann nehmen sie noch ihre blagen immer mit, die dann auch privilegiert ” als einzige die babies im zoo streicheln” durften und und und. Man ist immer im besten Hotel der Welt und “whow “hier und “ohhh “da.
Der gemeine Reisekunde kann das doch einschätzen, was nun gefaked oder nicht gefaked ist, sooooo blöd sind wir auch nicht und gelangweilt von diesen Angebern sind wir schon lange, egal ob nun bei facebook, twitter oder instagram.
Es reicht meine Damen !!! ( wieso sind das eigentlich immer Damen?, ach egal)“
Tja, ich würde sagen, da sind sie doch, unsere Leser. Doch gar nicht so dumm, wie von allen Reisebloggern angenommen… *Humor aus*
In diesem Sinne, bis morgen liebes Tagebuch
Foto: manwalk / pixelio.de – Statistik-Quelle: ADAC Reisemonitor (Reisenanalyse 2011)








Ich glaube da liegt teilweise das Denk-Problem. Du möchtest offenbar einen Blog für die Leser machen und suchst nach gutem Inhalt. Deutlich besser würde es laufen, du hast guten (Nischenblog?) Inhalt und die Leser kommen von allein…
Was bringt mir guter Inhalt, wenn es die Leser nicht interessiert?
Hey Jörg, ich muss Heike zustimmen.
Klar willst du deine gewonnenen Leser mit Themen versorgen, die sie interessieren. Aber geh nicht ausschließlich nach ihnen, um zu finden, wo du in Zukunft thematisch hinwillst.
Woher kamen denn die Leser, die du seit Beginn deines Blogs gewonnen hast? Von IRGENDWO her, weil sie nach etwas gesucht haben, was sie schließlich bei dir gefunden haben. So geht es doch mit guten Inhalten (die man dann am besten auch noch per Google-Suche findet): Die Leser kommen von allein – weil DU dich für ein Thema / eine Nische entschieden hast, das/die sie interessiert.
Viele Grüße!
Hi,
ich stimme Euch beiden ja auch zu, die Frage ist aber, ob es in diesem Fall nicht sinnvoller ist, den Inhalt auf die Interessen der meisten deutschen Reisenden abzustimmen und die Regionen zu “bereisen”, die der allgemeine Deutsche auch besucht.
Nach was suche ich denn, wenn ich in den Urlaub fahre? Nach der Region, in die ich reisen möchte. Meine Folgerung: es würden mehr nach Mallorca suchen als nach Madagaskar und damit mehr meine Seite finden, oder?
VG
Genau, das ist die eine Herangehensweise an einen Reiseblog – zu schauen, was die Leser lesen möchten, weil es wahrscheinlich ist, dass sie selbst auch mal dorthin reisen. Dann machen praktische Tipps und genaue Eindrücke von vor Ort Sinn.
Ein anderer Weg ist, den Lesern – auch ohne baldige Nachreise-Option – die Möglichkeit zu geben, sich einfach mal für einen Moment wegzuträumen, wie du schreibst nach “Thailand, Panama, Australien oder die Mongolei”.
Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich zum Beispiel schaue mir viel lieber einen Blogpost über Madagaskar als über Mallorca an, weil ich es spannend finde zu sehen, wie es an diesem fremden Ort aussieht. Völlig egal, ob ich selbst bald mal da sein werde oder nicht.
Viele Grüße!
Dann haben wir es doch ;-) Danke… LG
Jeder hat seine Berechtigung. Ein Weltreisender ist froh über Einreiseinfos nach Tumbuktu aber der Durchschnittsreisende ist halt nun mal eher regional unterwegs. Ich behalte auch mein Motto bei. Meine Amerika-Urlaube sind natürlich außen vor, aber sonst soll es authentisch und vor allem Nachreisbar bleiben.
Für mich kommt da immer auch die Frage Finanzierungs ins Boot. Klar gibt es auch Reisen, die man im Rahmen einer Pressereise oder Kooperation macht, aber ich finde, man sollte auch nicht ausschließlich solche Reisen machen. Die Gefahr ist meines Erachtens, das, sofern ich als Destination/Hotel weiss, da kommt eine Bloggerin, doch alles viel Schöner als für den Durchschnittsurlauber mache… Da gibts extra Häppchen, es wird geduldig erklärt und der Blogger/Journalist bekommt das schönste Zimmer…
Ich bezahle 80 % meiner Reisen selbst… Und wenn mir was gegen den Strich geht, dann schreib ich es auch nieder…
Ich finde deine Kolumne auch toll… Und heute abend wirst du auch noch in meinen Blogroll aufgenommen :D
:-) Danke
Haha, ich mag deine tägliche Kolumne ;-) Stimmt, diese Angeberei finde ich auch schrecklich und ehrlich gesagt habe ich bisher die meisten Komplimente auf meinem Blog dafür bekommen, dass ich auch Reiseziele innerhalb von Deutschland vorstelle! Denn schließlich kann sich eben nicht jeder eine Fernreise leisten.
Klar ist es schön auf tollen Reiseblogs tolle Berichte aus fernen Destinationen zu lesen, aber die meisten sind wohl einfach mal froh etwas über Timmendorf, Helgoland, Bodensee und Co zu lesen, eben weil sie die Chance haben, sich das ganze mit eigenen Augen anzusehen.
Für mich persönlich ist es eine gesunde Mischung: Mal Nordsee, mal Indonesien, Italien oder mal ein kurzer Städtetrip nach Brüssel. Aber das ist eben nur meine Mischung! Und letztendlich entscheiden ja doch die Leser was sie interessiert und was nicht, oder?
Liebe Grüße, Jana
Hallo Jana,
danke :-)
LG, Jörg