Von einem der loszog, die Welt von Korea zu begeistern

Artikel geschrieben von am 20. März 2013

Wenn Charm Lee von Korea spricht, dann leuchten seine Augen und – könnte man es sehen -  mit hundertprozentiger Sicherheit auch sein Herz. 1978 ist der gebürtige Bad Kreuznacher in das unbekannte Land gegangen, damals noch als Bernhard Quandt und ist dort geblieben. In den darauf folgenden Jahren hat er sich mehr und mehr in das Land verliebt und 1986 als erster deutscher Staatsbürger überhaupt die koreanische Staatsbürgerschaft angenommen. Ich durfte ihn auf der ITB über seinen Start in dem Land und über Korea befragen.

Lee Charm beim traditionellen Maskentanz in Andong mit japanischen Touristen. (Foto: KTO)

Lee Charm beim traditionellen Maskentanz in Andong mit japanischen Touristen. (Foto: KTO)

Charm Lee ist in Korea inzwischen längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Der großgewachsene Europäer ist mittlerweile der Präsident und CEO der „Korea Tourism Organization“ und gleichzeitig ein bekannter TV-Star. Seine Lebensgeschichte wurde Anfang der neunziger Jahre im südkoreanischen Fernsehen als Seifenoper verfilmt. Die Hauptrolle hat der 58-jährige in der Serie „Das Haus der vielen Töchter“ selbst übernommen. Ein Multitalent also, mit dem Herz für seine Wahlheimat am richtigen Fleck.

„Ein Job am Goethe-Institut hat mich damals nach Korea geholt“, sagt Charm Lee über den Schritt nach Südkorea. Was anfangs ein paar Monate dauern sollte, dauert jetzt schon über 25 Jahre. Die ersten Jahre in dem kommunistischen Land. Es ist nicht einfach gewesen, dort als Europäer akzeptiert zu werden. Aber, er hat es irgendwie geschafft. Und wie…

Bernhard Quandt alias Charm Lee.

Bernhard Quandt alias Charm Lee.

Was das besondere an Korea ist? „Die Energie, die dieses Land hat und versprüht“, kommt es wie aus der Pistole geschossen aus ihm heraus. „Gehen sie in die wunderschöne Natur, auf die Berge, dann werden sie diese unbändige Energie Koreas spüren.“ Nicht umsonst wurden an einigen Bergen mehrere Tempel errichtet. Aber auch die Einwohner Koreas haben unglaubliche Energie, die dieses Land in der Zukunft weiter vorantreiben wird, auch und vor allem den Tourismus. „Das Land wird sich immer weiter für Touristen öffnen, es wird moderner werden“, findet Lee. Ein ganz klares Signal, vor allem an die westlichen Länder, ist für ihn auch seine Ernennung zum obersten Chef der Tourismusbehörde, als erster Nicht-Koreaner überhaupt und als erster der nicht in einem OECD-Land geboren ist. Sein Job ist jetzt, die ganze Welt von Korea zu begeistern. Dafür hat er während seiner Amtszeit nicht viel Zeit, aber er will die Anfänge legen, die Basis dafür aufbauen. Das ist sein Ziel!

Korea verfügt mit Samsung und KIA über zwei hervorragende Aushängeschilder in der Industrie, die das Land inzwischen weltweit bekannt machen. „Und der Tourismus wird ein weiteres Aushängeschild werden“, so Lee, der sich sicher ist, dass Korea eine große Zukunft bei den Urlaubern hat.  Alles was dafür notwendig ist, ist ein Trend: „Wenn es in der Welt etwas Spannendes gibt, entwickelt sich ein Trend und die Welt schaut auf Korea.“ Bestes Beispiel ist im Moment der Sänger Psy, der in Südkorea geboren wurde und sich mit seinen „Gangnam Style“ super erfolgreich durch die Welt reitet. „Je mehr solche Dinge passieren, umso interessanter wird Korea auch als Urlaubsland“, glaubt Lee ganz fest. Ob das ausreicht? Ich drücke die Daumen.

Fotos: KTO

4 Kommentare zu “Von einem der loszog, die Welt von Korea zu begeistern”

  1. Sebastian J. sagt:

    Hmm, auch ich hab nie so wirklich darüber nachgedacht nach Korea zu reisen. Wird auf jeden Fall -wenn auch nicht an die oberste Stelle- auch auf meine To-DO-Liste wandern!

  2. Vanessa sagt:

    Sehr sympathisches Interview und macht wirklich Lust auf eine Reise nach Südkorea… fehlt irgendwie noch auf meiner Reiseliste und sollte diese wohl einmal ergänzen. Viele Grüße aus München

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