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Manche Cocktails sind untrennbar mit einer Stadt verbunden: Ein Schluck kann an einen bestimmten Tresen, eine Epoche oder eine Persönlichkeit erinnern. Im Folgenden fünf Orte, an denen ein bestimmter Drink zum Pflichtprogramm gehört — plus einfache Rezepte zum Nachmixen.
Florenz: Der Negroni
Der Legende nach entstand der Negroni 1919 im Caffè Casoni in Florenz. Graf Camillo Negroni wollte einen stärkeren Drink und bat den Barkeeper Fosco Scarselli, statt Sodawasser Gin zu verwenden. Aus dem bekannten Americano wurde so ein neuer Cocktail.
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Vom ursprünglichen Lokal ist nur noch eine Gedenktafel geblieben. Die Stadt aber lebt den Drink weiter: Historische Adressen wie die Bar Giacosa 1815 und das Caffè Gilli führen den Klassiker in verschiedenen Versionen. Regionale Variationen setzen etwa auf lokale Kräuter oder Amaro statt Campari; andere Häuser experimentieren mit Passionsfrucht oder Kakaolikör.
Rezept für zu Hause: Drei gleiche Teile Campari, roter Wermut und Gin (zum Beispiel je 30 ml) in einem Rührglas mit Eis vermischen, kalt servieren und mit einer Orangenzeste garnieren.
Lima: Der Pisco Sour
Pisco ist der aus Traubenmaische destillierte Nationalbrand Perus — und der daraus gemixte Pisco Sour gilt als Nationalspezialität. Peru und Chile streiten historisch um den Pisco, weshalb die Spirituose gelegentlich Gegenstand bilateraler Kontroversen ist.
Peruanische Quellen führen die Entstehung des Cocktails auf den britischen Einwanderer Victor V. Morris zurück, der um 1920 in Lima eine Bar betrieb. In der Hauptstadt findet man die Variante fast überall; die Bar Catedral 1924 im Gran Hotel Bolívar ist besonders bekannt für eine kräftigere, großformatige Ausführung.
Ein klassisches Rezept (laut peruanischem Wirtschafts- und Handelsbüro): 80 ml Pisco, 30 ml Limettensaft, 30 ml Zuckersirup, 1/2–1 Eiweiß und etwa vier Eiswürfel. Alles kräftig acht bis zehn Sekunden im Shaker schütteln, durch ein Sieb in ein gekühltes Glas abseihen und mit Angostura-Bitter (oder einer Prise Zimt) verfeinern.
Singapur: Der Singapore Sling
Der Singapore Sling wurde laut Überlieferung 1915 in der Long Bar des Raffles Hotel kreiert. Barkeeper Ngiam Tong Boon entwarf den rosafarbenen Cocktail als eine Art Verkleidung: Damals galt es als unpassend, dass Frauen in der Öffentlichkeit Alkohol tranken, also sollte der fruchtige Sling wie ein Saft wirken.

Die Long Bar serviert den Drink noch heute — und oft bilden sich lange Warteschlangen. Reservierungen sind nicht möglich; wer früh kommt, hat bessere Chancen. Eine lokale Eigenheit: Die Erdnussschalen, die zum Drink gereicht werden, dürfen traditionell auf den Boden fallen.
Historisch angelehntes Rezept: 30 ml Gin, 15 ml Kirschlikör, 7,5 ml Cointreau, 7,5 ml Bénédictine, 60 ml Ananassaft, 15 ml Limettensaft und 10 ml Grenadine mit Eis shaken, durch ein Sieb in ein Glas abseihen. Als Garnitur eignen sich ein Stück Ananas und eine Kirsche; auf Wunsch mit einigen Tropfen Cocktailbitter verfeinern.
Havanna: Der Daiquiri
Der Daiquiri soll ursprünglich um 1900 in der gleichnamigen Minensiedlung im Südosten Kubas entstanden sein. Einen großen Beitrag zu seinem Ruhm leistete später der Schriftsteller Ernest Hemingway, der in Havanna vor allem eine kräftige Variante in der Bar El Floridita bevorzugte.
An der Theke des El Floridita erinnert heute eine Statue an den berühmten Stammgast; auf der Karte der Bar finden sich mehrere Daiquiri-Varianten, darunter der «Papa Hemingway» mit Grapefruitsaft.
Wichtiger Hinweis für Reisende: Das Auswärtige Amt rät derzeit dringend von Reisen nach Kuba ab. Die Insel befindet sich laut Behörden in einer anhaltenden Wirtschafts- und Energiekrise, die unter anderem auf eine Öl-Blockade und Sanktionen seitens der USA zurückgeführt wird. Als Folge kommt es zu Versorgungsengpässen bei Medizin und Lebensmitteln.
Ein simples Zuhause-Rezept: 60 ml weißen Rum, 30 ml frischen Limettensaft, 15 ml Zuckersirup und Eis kräftig shaken, dann durch ein Sieb in ein gekühltes Glas abseihen.
New York: Der Manhattan
Der Manhattan zählt zu den weltweit bekanntesten Cocktails. Er besteht im Kern aus Whiskey (bevorzugt Roggenwhiskey, Rye) und rotem Wermut und stammt aus dem New Yorker Milieu des 19. Jahrhunderts.
Als Entstehungszeit gilt etwa 1860 bis 1870; als möglicher Urheber wird der Besitzer des «Manhattan Inn» am Broadway, George Black, genannt. Die oft erzählte Anekdote, der Drink sei zuerst für die Mutter von Winston Churchill gemixt worden, gilt als Legende.
Für Kenner: Der New Yorker Kritiker Joshua David Stein empfiehlt einen guten Rye Manhattan im Restaurant Hillstone nahe dem Empire State Building — eine Empfehlung, die er in einem Beitrag für die Financial Times im vergangenen Jahr aussprach.
Typisches Rezept: 60 ml Rye Whiskey, 20 ml roter Wermut und zwei Spritzer Aromatic Bitters auf Eis etwa 30 Sekunden rühren, in ein vorgekühltes Glas abseihen. Orangenzeste als Garnitur; wer mag, fügt eine eingelegte Kirsche hinzu.












