Côte d’Azur-Insel, einst von Dalí und Josephine Baker besucht, ist jetzt ein Luxusresort

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Die kleine Île de Bendor, einst Rückzugsort des Pastis-Pioniers Paul Ricard, hat nach einer umfassenden Renovierung wieder geöffnet – jetzt als Zannier Île de Bendor. Aus dem exzentrischen Spielplatz eines Getränkeerfinders wurde ein zurückhaltendes Luxusresort mit starkem Wellness-Fokus, das zugleich die künstlerische Tradition der Insel bewahrt.

Für wen das Resort gedacht ist

Familien finden altersgerechte Angebote wie einen Kinderclub, einen kleinen Sandstrand und autofreie Wege. Gleichzeitig richtet sich das Haus an Paare, Sonnenanbeter und Gäste, die Ruhe und Wellness suchen.

Familie am kleinen Sandstrand und Kinder beim Spielen am Kinderclub
Familienfreundliche Angebote: Kinderclub und flacher Sandstrand auf der Insel.

Wen es nicht anspricht

Wer formellen, steifen Service oder protzigen Luxus erwartet, ist hier falsch. Das Konzept setzt auf lässigen, bohemehaften Charme am Meer.

Lage und Anreise

Die Insel liegt nur sieben Minuten per Boot vor Bandol; Hotelgäste erhalten ein kostenfreies Fährticket mit unbegrenzten Fahrten während des Aufenthalts. Für Reisende empfiehlt sich der Flughafen Marseille Provence (etwa eine Stunde Fahrzeit) oder Nice Côte d’Azur (rund zwei Stunden). Ein Auto ist für Ausflüge praktisch, aber auf der Insel selbst überflüssig und am Hafen abzustellen.

Die Zimmer

Das Haus umfasst insgesamt 93 Zimmer und Suiten, verteilt auf drei Bereiche: Delos (39 Zimmer), Soukana (49) und fünf zweistöckige Madrague-Häuser am Hafen. Jede Zone hat eine eigene Handschrift.

Delos erinnert an die Riviera der 1960er: luftige Räume, helle Töne und grafische Motive. Soukana zeigt eine zurückgenommene, wabi-sabi-inspirierte Gestaltung mit Leinen, erdigen Farben und Eichenböden. Die Madrague-Häuser wirken rustikal-provencal, liegen in kleinen Gärten und bieten großzügige Bäder mit Marmor- oder Kalkstein-Details.

Einige Zimmer haben Balkone oder Terrassen; andere, wie das beschriebene Soukana Sunset Room, bieten Meerblick, aber kein Außenbereich. Die Technik im Zimmer ist einfach zu bedienen, und die Minibar enthält regionale Produkte – etwa Nougat – sowie Kaffee, Tee und Cocktails.

Essen und Trinken

Die Insel bietet mehrere Restaurants und Bars, sodass Gäste auch ohne Ausflug nach Bandol Abwechslung finden. Am Anleger serviert das Café Paul Ricard klassische Gläser Ricard, süße Crêpes und Eis.

Nonna Bazaar ist das lebhafte Herzstück am zentralen Platz neben dem Boules-Feld; die Karte reicht von Couscous über Holzofenpizza bis zu Fisch- und Fleischgerichten. Während der Autorin zufolge das Restaurant bei den Mahlzeiten gut besucht war, empfand sie die Lautstärke der Musik als zu hoch.

Für Cocktails steht die Bar Patrick bereit. Le Grand Large verfolgt ein gehobenes Konzept mit zwei festen Menüs; die Interpretation der regionalen Bouillabaisse wird empfohlen. Soukana bietet eine pan-asiatische Küche mit Gyoza, Ramen und Dim Sum sowie eine Dachterrasse mit Rundum-Blick. Delos Table ist ausschließlich Hotelgästen vorbehalten und wechselt von Frühstück und Lunch in den frühen Stunden zu einer eleganten Cocktailbar am Abend.

Service

Das Team ist überwiegend französisch, jung und freundlich. Da sich das Haus in den ersten Betriebswochen befand, waren manche Abläufe noch in der Feinjustierung; insgesamt aber hilfsbereit. Ein Poolmitarbeiter half beispielhaft bei der Suche nach einem verlorenen Gegenstand.

Kunst, Spa und Aktivitäten

Die künstlerische Tradition der Insel lebt weiter: Im Village des Artisans präsentiert die Oraé Gallery wechselnde Ausstellungen; zudem arbeiten dort Keramiker, Schmuckmacher und Parfümeure, und Besucher können sich an Workshops beteiligen.

Innenbereich eines modernen Spas mit Becken und Dampfbad im römischen Stil
Das Rēsonance-Spa kombiniert römische Bad-Anmutung mit modernen Anwendungen.

Das Rēsonance-Spa ist architektonisch auffällig und erinnert an römische Bäder mit maurischen Akzenten. Zu den Einrichtungen zählen Innen- und Außenpools, ein Hammam, ein Kaltwasser-Parcours und moderne Anwendungen wie Bioresonanz-Messungen. Verwendet werden Produkte von Augustinus Bader, Mēditati und Apoticari. Darüber hinaus stehen Kurse wie Pilates, Sound Baths und Yoga auf dem Programm; eine einstündige Massage wurde von der Autorin als sehr kompetent beschrieben.

Weitere Angebote: zwei zusätzliche Pools, ein Fitnessraum, Paddleboards, Boote, Tennis- und Pickleballplätze, ein Yoga-Pavillon und das fotogene Club Plongée, das zum Schwimmen und gelegentlichen Sprüngen von den Felsen einlädt.

Barrierefreiheit

Für Gäste mit eingeschränkter Mobilität stehen drei barrierefreundliche Unterkünfte zur Verfügung: jeweils zwei Zimmer in Delos und Soukana sowie ein Madrague-Haus. Für spezielle Anfragen nennt das Hotel die Telefonnummer +1 33 4 94 8 68 86.

Das lässt sich verbinden

Bendor eignet sich als Station einer größeren Reise durchs südliche Frankreich. Marseille liegt etwa 45 Minuten westlich, Saint-Tropez rund 50 Meilen östlich entlang der Küste; das Hinterland der Provence ist ebenfalls gut erreichbar. Bahnverbindungen ermöglichen zudem Entdeckungen ohne Auto.

Preise: Die Raten beginnen bei etwa $750, inklusive Bootstransfers und Frühstück.

Die Autorin bezahlte ihren Aufenthalt. Das Hotel hat diesen Text nicht geprüft oder freigegeben.

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