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Nur knapp eine Stunde Fahrzeit von München entfernt liegt Bayrischzell — ein kleines Bergdorf, das Ruhe und alpine Landschaft ganz ohne lange Anreise bietet. Für Besucher aus der Stadt ist es ein leichter Wochenendausflug mit klarer Luft, waldigen Hügeln und traditionellen Dorfstraßen.
Am Fuß des Wendelsteins
Bayrischzell befindet sich im Süden Oberbayerns im Landkreis Miesbach, nur wenige Kilometer vor der Grenze zu Tirol. Das Dorf liegt auf etwa 800 Metern im Mangfallgebirge und erstreckt sich zwischen dem Hauptort und kleineren Ortsteilen wie Osterhofen, Geitau und Hochkreuth.
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Rund 1.600 Menschen leben dort. Weil keine große Durchgangsstraße das Zentrum quert, herrscht ein ruhigeres Tempo als in der Stadt. Die umliegenden Wiesen und der Blick auf die Berge prägen das Ortsbild.
Ortsbild, Fernsehen und Gesundheit
Wer die Landschaft wiedererkennt, hat möglicherweise die ZDF-Serie „Frühling“ gesehen, die Teile des Ortes als Kulisse nutzte. Typisch sind alte Bauernhäuser mit Holzbalkonen und weite Wiesen bis an den Ortsrand — das klassische bayerische Bergdorfmotiv.
Die Luft in Bayrischzell gilt als besonders sauber, weshalb der Ort als heilklimatischer Kurort anerkannt ist.
Kirche und Kultur
Das Dorfzentrum wird von der Pfarrkirche St. Margareth geprägt. Der heutige Bau stammt aus dem Jahr 1733 und ist im Barockstil errichtet worden; erhalten blieb der spätgotische Glockenturm der Vorgängerkirche.

Im Inneren fallen der feine Rokoko-Stuck und die Fresken ins Auge. Draußen bietet sich der freie Blick auf den Wendelstein, der direkt über dem Ort aufragt.
Wandern, Seen und Almhütten
Der Wendelstein selbst ist das wichtigste Ausflugsziel. Zu Fuß erreicht man den 1.838 Meter hohen Gipfel in etwa drei Stunden; wer es gemütlicher mag, nimmt die Seilbahn vom Ortsteil Osterhofen.

Seit 1912 gibt es außerdem eine historische Zahnradbahn, die von Brannenburg auf den Wendelstein führt. In der Umgebung laden zahlreiche Wanderwege zu Tagestouren ein — etwa zu den Bergseen Soinsee und Spitzingsee oder hinauf auf die Rotwand, mit 1.884 Metern die höchste Erhebung der Region.
Unterwegs öffnen viele Almen und Hütten ihre Türen und bieten Brotzeit und regionale Speisen.
Sommer am See, Winter im Skigebiet
Bei warmem Wetter zieht es viele Besucher an den Schliersee, der nur etwa zwölf Kilometer entfernt liegt. Baden, Boote ausleihen oder Stand-up-Paddling sind dort möglich; im Ort selbst lädt das Alpenfreibad zu einem Sprung ins kühle Wasser ein.
Im Winter verwandelt sich die Gegend rund um Bayrischzell in ein Wintersportgebiet. Über den Sudelfeldpass, der Teil der Deutschen Alpenstraße ist, erreicht man das Skigebiet Sudelfeld mit rund 30 Pistenkilometern für verschiedene Könnerstufen. Für Langläufer stehen etwa 50 Kilometer Loipen zur Verfügung, sowohl für klassische Technik als auch fürs Skaten.
Anreise: Auto und Bahn
Mit dem Auto beträgt die Strecke von München ungefähr 70 Kilometer. Bequemer für viele Reisende ist die Zugfahrt: Die Bayerische Regiobahn startet stündlich am Münchner Hauptbahnhof und fährt über den Schliersee bis nach Bayrischzell.
Die Fahrt dauert rund 80 Minuten; die Endstation liegt praktisch im Ort, sodass man von dort aus sofort loswandern oder das Dorf erkunden kann.











