Da stehen sie wieder in Reih und Glied an der Kieler Förde und halten blanke Haken mit der Hoffnung auf einen leckeren Fang ins Wasser. Die Heringe sind da und ich muss zugeben, ich bin auch einer von den Anglern, die sich auf die Zeit freuen. Jedes Jahr im Frühjahr schwärmen die kleinen Fische in die Förde zum laichen, beste Zeit also für die Gastgeber an der Ostsee sich auch auf Angeltourismus einzustellen. Aber gibt es den wirklich?
Wie sieht ein Hotel aus, das sich auf Angler als Gäste eingestellt hat? Gibt es da, ähnlich wie beim Radtourismus, einen Keller, in dem der Petrijünger seine Angelutensilien einschließen kann oder werden an der Rezeption Angelhaken, Blei und Köder verkauft? Auf jeden Fall sind Angler eine Zielgruppe, die nicht unterschätzt werden sollte. Welche Gäste stehen morgens sonst in aller Frühe auf und kommen auch zufrieden wieder zurück, wenn kein Fisch an der Angel gezappelt hat? Ruhe, frische Luft, kaum Bewegung und die Beherrschung von Anglerlatein sind schließlich die Grundregeln eines jeden Anglers. Da fällt mir gleich ein Witz ein, den man sich immer wieder unter den Anglern erzählt: Stumm stehen zwei Angler am Fluss. Nach sechs Stunden faucht der eine: “Jetzt hast du schon wieder den Fuß zur Seite gestellt. Angeln wir nun oder tanzen wir Foxtrott?”
In diesem Sinne ein ehrliches “Petri Heil”
Ihr Jörg Baldin





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