Nach Mauritius willst Du? Da gibt es doch nur Zuckerrohrfelder und Luxushotels“, sagt eine Freundin, als ich ihr erzähle, dass ich zum dritten Mal auf die von Vulkanismus geprägte Insel vor Afrikas Ostküste fliege. Sicherlich ist die Zuckerindustrie auch heute noch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, aber die „Perle im Indischen Ozean“ hat weitaus mehr zu bieten.
Die Kite-Lagune von Le Morne ist Kult. Bilder: Liane Ehlers
Wind- und Kitesurfern ist Le Morne schon lange ein Begriff, gehört die Bucht doch zu den angesagtesten Spots der Welt. Ideal für Anfänger ist das smaragdgrüne, knietiefe Flachwasser in der Kite-Lagune, eine Herausforderung – selbst für Könner – ist der berühmte Hardcore-Wavespot „One Eye“.
Für Anfänger und Fortgeschrittene: die „Club Mistral“-Tauch- und Surfschulen am Le Morne Brabant
Zwei „Club Mistral“-Stationen mit Tauch-, Surfer- und Kite-Surfer-Schule auf dem Gelände eines neu eröffneten RIU-Resorts bieten Urlaubern die Möglichkeit, diese und andere Wassersportarten, wie z.B. Stand Up Paddling zu erlernen. Wegen der Nähe des Korallenriffs sind Badeschuhe allerdings für jeden Wassersportler empfehlenswert.
Unser Urlaubsdomizil liegt im tiefen Südwesten, eine Autostunde vom Flughafen entfernt, auf der zerklüfteten Halbinsel Le Morne, die mit ihrer exotischen Flora und Fauna zu den schönsten und außergewöhnlichsten Regionen auf Mauritius gehört. Neben zwei anspruchsvollen Golfplätzen gibt es dort auch einige Luxus-Ferienanlagen.
Traumhaft: Blick von einem Pool des RIU-Resorts auf den Indischen Ozean
Vier-Sterne-Haus mit 24-Stunden-All-Inclusive
Ganz am Ende der idyllischen Bucht, dort, wo keine Straße mehr weiter führt, hat die RIU-Hotelgruppe nach umfangreichen Renovierungsarbeiten im Februar ein Vier-Sterne-Resort eröffnet: Das Adults-only-Haus „RIU Le Morne“, sowie das „RIU Coral“ und das „RIU Creole“, in denen Familien mit Kindern herzlich willkommen sind. Ungewöhnlich für Mauritius‘ Luxus-Hotellerie ist das 24-Stunden-All-Inclusiv-Angebot. Damit will das Management den Urlaub auf der exotischen Insel auch für Familien attraktiv und kalkulierbar machen. Die dreigeschossigen Häuser mit ihren reetgedeckten Dächern fügen sich harmonisch ins tropische Landschaftsbild. Schon seit jeher gilt auf Mauritius, dass kein Haus höher sein darf als die höchste Palme. Dank dieser rigiden Regel sind der kleinen Insel in Äquatornähe viele Bausünden erspart geblieben.
Le Morne Brabant – Schicksalsberg der Sklaven
Atemberaubend ist der Blick auf die schroffen, steil abfallenden Wände des Le Morne Brabant (556 m). Seit 2008 gehört der Tafelberg zum Weltkulturerbe der UNESCO. Der ehemalige Zufluchtsort der afrikanischen Sklaven, die den französischen Kolonialherren und der Knochenarbeit auf den Zuckerrohrfeldern entflohen waren, spielt bis heute eine historisch bedeutsame Rolle. Drei bis vier Stunden dauert die geführte Wanderung zum Gipfelkreuz, das an die Familien erinnert, die sie sich am 1. Februar 1835 in den kollektiven Tod stürzten. Auslöser für die Tragödie war ein sprachliches Missverständnis – die Sklaven hatten die sich nähernden Engländer, die ihnen die Botschaft vom Ende der Sklaverei überbringen wollten, nicht verstanden.
Grand Bassin: der heiliger See der Hindus mit Shiva-Statue
Rundflug mit dem Helikopter
Die ganze Schönheit der „Perle im Indischen Ozean“ offenbart sich erst aus der Vogelperspektive bei einem Hubschrauber-Rundflug. Aus dem kleinen rot-weißen Helikopter von Air Mauritius blicken wir auf endlose Tee- und Zuckerrohrplantagen, Grand Bassin – den heiligen See der Hindus, die siebenfarbige Erde von Chamarel und vulkanische Berglandschaften, wo Wasserfälle in die Tiefe donnern. Fast nahtlos – wie Perlen an einer Schnur – umschließt der Korallengürtel die ganze Insel und schützt so Schwimmer vor Haien.
Silberweiß glänzende Wellen brechen sich am Riff im tiefen Blau des Indischen Ozeans. Türkisfarbene Lagunen und einsame Buchten mit hellen Korallensandstränden sind von einem dunkelgrünen Dschungel umgeben, in dem sich schicke Luxus-Hotelanalagen verstecken, deren Ausmaße nur aus der Luft erkennbar sind. Zum Greifen nah fliegen wir an bizarren Berggipfeln vorbei, bevor unser Pilot uns am Flughafen wieder absetzt. Es muss wohl ein Tag wie dieser gewesen sein, an dem Mark Twain, der von den Einheimischen und in fast jedem Reiseführer gern zitiert wird, geschrieben hat: „Erst gab es Mauritius, und dann hat Gott nach seinem Vorbild das Paradies erschaffen, aber es ist nur eine Kopie.“
Bei halb- oder ganztägigen Katamaran-Fahrten entlang der Westküste kann auf dem Boot auch gegrillt werden.
Schwimmen mit Delfinen
Wer schon immer davon geträumt hat, Delfine in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten oder mit ihnen zu schwimmen, kann das bei einer Katamaran-Tour oder bei einer Fahrt mit einem der kleinen Schnellboote tun. Die starten nach Sonnenaufgang in der Black-River-Bucht, die an den Black-River-Nationalpark angrenzt. Schwimmflossen und Schnorchel-Ausrüstung gibt es an Bord. Und dann heißt es nur noch: ab ins Meer und mit Flipper schwimmen. Ein ganzes Rudel von 50 bis 60 Tieren ist am diesem Morgen zur Nahrungssuche in die geschützte Bucht gekommen. Die Tiere lassen sich von den Booten und Schnorchlern, die zu Dutzenden im Wasser unterwegs sind, nicht stören. Sie gleiten hinter, vor, neben und unter uns. Unter Wasser hört man ständig Pfeiftöne der kommunikativen Meeressäuger, die sich so verständigen. Erst gegen Mittag schwimmen die Tiere ins offene Meer hinaus.
- www.tourism-mauritius.mu
- www.riu.com
- www.summer-times.com
- www.jph.mu
Das Ziel dieser Reise
Hinweis: Die Autorin wurde zu dieser Reise von der RIU-Hotelgruppe und Mauritius Tourism Promotion Authority (MTPA) eingeladen




