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Sankt Petersburg – Stadt der vielen Paläste

Sankt Petersburg, Leningrad, Petrograd und wieder Sankt Petersburg – Die ehemalige russische Hauptstadt am Fluß Newa hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Das zeigen auch die 2.300 Paläste, Prunkbauten und Schlösser. Viele davon eindrucksvoll mit goldenen Dächern und Ornamenten verziert. Schuld daran sind vor allem zwei Frauen aus dem 17. Jahrhundert: Kaiserin Elisabeth und Katharina „die Große“ ließen einige der Bauten für ihre Liebhaber bauen. Eine Reise mit der Mein Schiff 4 in die Vergangenheit Russlands und in eine Stadt, die sich auf die Fußball WM 2018 vorbereitet.

Sankt Petersburg ist das Kreuzfahrtziel der Superlative in der Ostsee. Bis zu zehn Ozeanriesen können in dem modernen Hafen gleichzeitig festmachen, aus dem man eindrucksvoll das fast fertige Stadion der Fußball WM 2018 sieht, die „Gazprom-Arena“. Um die Anzahl der Gäste in den Griff zu bekommen, werden in den nächsten Jahren weitere Anlegeplätze für noch mehr Schiffe gebaut. Bis zu zehn Kreuzfahrtschiffe liegen im HafenNimmt man einen Durchschnitt von 2.000 Passagieren pro Schiff, müssen pro Tag 20.000 Besucher in die Stadt und durch die Touristenattraktionen geführt werden. Ein lukratives Geschäft, vor allem für die Busunternehmen, die die Besucher vom Schiff abholen. Eine Erkundung von Sankt Petersburg auf eigene Faust ist schwierig, da man als EU-Bürger ein russisches Visum benötigt, das relativ aufwendig zu beantragen und mit knapp 80 Euro zu teuer für die beiden Tage ist, die das Schiff im Hafen liegt. Wer ein Ausflugsprogramm auf dem Schiff bucht, darf auch ohne gültiges Visum das Land betreten.



Mein erster Weg von der Mein Schiff 4 führt zum wohl bekanntesten Gebäude der Region, dem Katharinenpalast. Das 300 Meter lange, blau-weiße Gebäude mit den fünf goldenen Kuppeln der Palastkirche und riesigem Park war einst die Sommerresidenz der russischen Zaren und wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Bis 1942 war dort auch das legendäre Bernsteinzimmer untergebracht, dass seit Ende des zweiten Weltkriegs als verschollen gilt. Mühsam wurde anhand von Fotos eine originalgetreue Kopie erstellt und im Rahmen des 300-jährigen Stadtjubiläums von St Petersburg im Mai 2003 durch den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder und den russischen Präsidenten Wladimir Putin der Öffentlichkeit übergeben. Sehenswert auch der Ballsaal und die vielen gold-glänzenden Räume innerhalb des Gebäudes.

Katharinenpalast mit den typischen Türmenmore
Aufwändige Kunst im Katharinenpalastmore
Kunstvolle Verzierungen im Katharinenpalastmore

Für mich fast noch eindrucksvoller ist der Palast von Peterhof, etwa 30 Kilometer von St. Petersburg entfernt. In der Gartenanlage stehen vier Kaskaden und 144 Fontänen, die ausschließlich von Wasser mit natürlichem Gefälle gespeist werden. Eine große Meisterleistung, wenn man sich die großen Fontänen mit über 20 Meter hohen Wassersäulen ansieht. Besonders sehenswert ist die Große Kaskade vor dem Großen Palast. Auch der Peterhof hat eine schmerzhafte Vergangenheit hinter sich. Der Komplex wurde im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Besatzungsmacht fast vollständig zerstört und geplündert. Einige Kunstwerke konnten von den Museumsmitarbeitern gerettet werden. Teilweise wurden die großen Skulpturen im Garten vergraben. Einige wurden nachgebaut, viele gelten heute noch als verschollen.

Palast vom Peterhofmore
Kaskaden am Peterhofmore
Peterhofmore

Auch in St. Petersburg selbst gibt es viele eindrucksvolle Bauten. So zum Beispiel die Blutskirche, die auch Auferstehungskirche genannt wird. Die Kathedrale ist das einzige Bauwerk der Stadt, die sich nicht an den italienischen und klassizistischen westlichen Baustilen orientiert. Als Vorbild diente die Moskauer Basilius-Kathedrale. Sie wurde zum Andenken an Alexander II. erbaut, der genau an der Stelle einem Attentat zum Opfer fiel.

Isaakkirche ist die größte Kirche in St Petersburg

Auffällig auch die Isaakskathedrale, die größte Kirche St. Petersburgs und eine der größten sakralen Kuppelbauten der Welt. In dem Gebäude haben über 10.000 Menschen Platz. Um die Kirche vor den Angriffen im Zweiten Weltkrieg zu schützen, wurde die goldene Kuppel mit Tarnfarbe überstrichen. Dennoch hatte das Gebäude nach dem Krieg erhebliche Schäden erlitten, wurde aber nicht vollständig zerstört.

Blick auf die Blutskirchemore
Blutskirche in St. Petersburgmore
Isaakskathedralemore

Für die Fülle der Sehenswürdigkeiten reichen zwei Tage Aufenthalt nicht aus. Vor allem nicht, wenn man sich die Gebäude auch noch von innen ansehen möchte. Schon gar nicht, wenn mehrere Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen, die alle ähnliche Ausflugsprogramme anbieten. Wer Pech hat, der kann schon beim Eintritt in den Katharinenpalast bis zu drei Stunden warten, bevor er überhaupt Zugang erhält. Und so ist es auch bei allen anderen Attraktionen, die wir besucht haben. Unzählige Busse stehen teilweise in mehreren Reihen, um die Gäste für ein Foto aus- und wieder einsteigen zu lassen.

Und auch die Maßnahmen für die Fußball WM 2018 sind in St. Petersburg sichtbar. Der Bau der „Gazprom-Arena“, der rund eine Milliarde Euro kostet, nimmt Formen an. Das Stadion wurde 2017 eingeweiht. Brücken über die Newa werden erreichtet, damit die Besucherströme von der Autobahn direkt zum Stadion geleitet werden können und natürlich zum Hafen, der ja auch noch weiter ausgebaut wird.

Gazprom Arena für Fußball-Weltmeisterschaft 2018more
Mein Schiff 4 in St. Petersburgmore

Mein Schiff 4

Die Mein Schiff 4 ist das jüngste Kreuzfahrtschiff der Flotte von TUI Cruises. Am 5. Juni 2015 wurde das Schiff in Kiel von Schwimmstar Franziska van Almsick getauft. Die Mein Schiff 4 bietet Platz für 2.506 Passagiere und gehört derzeit zu den modernsten Kreuzfahrtschiffen der Welt. Die Route “Ostsee Baltikum mit Helsinki” beinhaltet die Städte Kiel, Helsinki, Sankt Petersburg, Tallin und Stockholm. Weitere Infos zur Reise finden Sie unter http://tuicruises.com.

Visum

Wer Sankt Petersburg auf eigene Faust erkunden möchte, benötigt als EU-Bürger ein Visum, das relativ kompliziert zu beantragen ist. Die Anträge müssen direkt bei den russischen Botschaften gestellt werden. Man benötigt neben dem Reisepass eine Reisebestätigung oder offizielle Einladung, die man später dem Antrag für ein Visum beilegen muss. Wer z.B. in einem Hotel übernachtet, bekommt nach der Buchung üblicherweise eine Reisebestätigung zugesandt. Wer Ausflüge über die „Mein Schiff 4“ bucht, der benötigt kein Visum.

Hinweis in eigener Sache: Die Reise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien und/oder Tourismus-Agenturen. Wir legen sehr großen Wert auf eine unabhängige und neutrale Berichterstattung, daher sind die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihre eigenen.
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Jörg Baldin

Jörg Baldin ist der Gründer und Chefredakteur von breitengrad53.de. 2011 hat er seine Leidenschaft zum Beruf gemacht und dieses Reisemagazin zum ersten Mal online gestellt. Jörg ist als Weltenbummler überall in der Welt zu Hause und liebt die Natur, das Meer und schöne Sonnenuntergänge am Strand.

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