One Night in Lukta — Glamping in Polen

Glendoria Polen

Die Sonne scheint durch mein Fens­ter, von drau­ßen zwit­schern die Vögel und ich werde das Gefühl nicht los, dass es noch sehr früh sein muss. Ich bin zu Gast in Polen und ver­brachte meine erste Nacht in einem gro­ßen Zelt mit Kamin­ofen, anti­ken Möbeln und einem eige­nen Bad. Glam­ping ist das Zau­ber­wort und steht für “gla­mou­rous cam­ping”, also Zel­ten mit Luxus-Touch. Es ist 4:45 Uhr und ich freue mich über die Morgendämmerung.

Vor­rei­ter fürs Zel­ten in Luxus-Unterkünften, wie sollte es anders sein, ist die USA. Selbst Hollywood-Stars wie George Cloo­ney oder Kate Moss haben sich als Glamping-Fans geou­tet und die große Welle der Camping-Fans in Luxus­zel­ten schwappt nun auch immer mehr nach Europa. Doch zurück zu mei­nem Zelt.

Glamping in Polen

So sehen die Luxus-Zelte aus: Alte Bundeswehr-Zelte, die mit Dop­pel­bett, Kamin­ofen, Hän­ge­matte und Dusche und WC mit flie­ßend war­mem Was­ser luxu­riös aus­ge­stat­tet wur­den. Dazu kommt eine kleine Ter­rasse, die einen Blick auf die Natur bie­tet. Und davon gibt’s da sehr viel. (2 Fotos: Glendoria)

Das „Glen­d­o­ria Mini Resorts SPA & Glam­ping“ liegt in der Nähe der pol­ni­schen Klein­stadt Lukta in Ermland-Masuren, umge­ben von einer unglaub­lich schö­nen Land­schaft, die knapp eine Stunde von Dan­zig ent­fernt liegt. Es hat zwar ein wenig gedau­ert, bis der Fah­rer das abge­le­gene Gelände gefun­den hat, aber es hat sich gelohnt. Die Eigen­tü­mer Artur und Kris­tina, lei­den­schaft­li­che Seg­ler und ehe­ma­lige Mana­ger aus War­schau, haben das 50 Hektar große Gelände mit viel Gespür fürs Design ange­legt. Die ins­ge­samt fünf Zelte ste­hen weit genug aus­ein­an­der, so dass der Nach­bar nicht stört und der Blick in die Natur bleibt. Außer­dem gibt es eine 300 Qua­drat­me­ter große Scheune, quasi die Lounge des Resorts, die sehr lie­be­voll mit vie­len Din­gen aus aller Welt deko­riert wurde. So steht dort eine alte Espres­so­ma­schine aus Ita­lien, ein Bron­ze­ad­ler, eine kleine Büche­rei, eine alte Drech­sel­ma­schine oder auch diverse alte Ses­sel, auf denen es sich sehr gemüt­lich ent­span­nen lässt. Neben den fünf Luxus-Zelten, die übri­gens aus den Bestän­den der Bun­des­wehr stam­men, ver­fügt das Resorts noch über fünf Zim­mer im Neben­ge­bäude des Stalls. Alle einem eige­nen Thema gewid­met und eben­falls sehr lie­be­voll dekoriert.

Zwei Nächte sind lei­der viel zu kurz

Ich bin lei­der nur zwei Nächte dort. Viel zu kurz, um alle Details zu ent­de­cken, die sich die bei­den Eigen­tü­mer aus­ge­dacht haben. Der kleine Pool mit Blick auf die Natur etwa oder das frisch gebaute Jacuzzi unter freiem Him­mel, das neue Massage-Haus nur mit Dach und unver­bau­tem Blick auf die Wiese und den Wald. Wer lange genug war­tet, sieht den einen oder ande­ren Storch durch die Fel­der war­ten, die hier in Ermland-Masuren sehr oft zu fin­den sind.

Die erste Nacht im Zelt ist aben­teu­er­lich, sicher­lich gerade für die, die sonst nicht auf dem Cam­ping­platz ihren Urlaub ver­brin­gen. Der Mond zeigt mir den Weg von der Lounge bis zur Unter­kunft. Das Zelt betrete ich durch eine Tür, das Geräusch des typi­schen Reiß­ver­schlus­ses beim öff­nen des Zel­tes ent­fällt. Wer Cam­ping de Luxe hat, der muss auch nicht auf Knien ins Zelt rob­ben. Die 10-Mann-Zelte der Bun­des­wehr sind so groß, dass selbst ich mit mei­nen 1,92 Metern Größe ent­spannt im Innen­raum ste­hen kann. Wie es im Zelt so üblich ist, haben sich einige Mücken, Wes­pen oder Flie­gen ange­sam­melt. Aber auch dafür ist gesorgt. Das geräu­mige Dop­pel­bett ist mit einem Mos­ki­to­netz über­spannt, so dass selbst das nicht beim Schla­fen stö­ren dürfte.

Glamping im Glendoria in Polen 2

Glamping in Polen

Unge­wohnte Geräu­sche beim Einschlafen

Wenn ich jetzt nicht auf­grund der lan­gen Reise so müde wäre, würde ich glatt den klei­nen Kamin­ofen im Zelt anma­chen. Aber erst­mal heißt es Licht aus. Alles ist ruhig. Fast alles… Der Wind fängt sich in den Stoff­wän­den und sorgt für unge­wohnte Geräu­sche. Genauso das Knar­zen des Hol­zes, mit dem das Zelt aus­ge­stat­tet wurde. Drau­ßen sor­gen einige Tiere für unbe­kannte Töne. Trotz­dem schlafe ich in der fri­schen, kal­ten Luft ent­spannt ein. Ein kur­zer Blick noch auf die Uhr. Es ist gerade mal kurz nach 21 Uhr. So müs­sen sich die Men­schen frü­her gefühlt haben, die mit dem Lauf der Sonne ins Bett gegan­gen sind und genauso wie­der geweckt wur­den. Und so sollte es am nächs­ten Mor­gen auch bei mir sein. Um 4:45 Uhr wecken mich zwei Vögel, die offen­bar genau auf mei­nem Zelt sit­zen. Es war eine ruhige Nacht und ich habe super geschlafen.

Glamping in Polen

Der Blick in die Natur ent­schä­digt für alles

Wer Glam­ping macht, der kann auf den Fern­se­her im Raum gerne ver­zich­ten. Der Blick in die Natur ent­schä­digt für alles. Ich setze mich auf meine kleine Ter­rasse vor mei­nem Zelt und genieße die Ruhe und die schöne Atmo­sphäre am frü­hen Mor­gen. Nebel­schwa­den wan­dern über die Wie­sen, in der Ferne bellt ein Hund und zwei Stör­che sind – nur 20 Meter von mir ent­fernt – auf der Suche nach Nahrung.

Storch Glamping Polen

Klar, auch Glam­ping ist Cam­ping, wenn auch in der Luxus­ver­sion. Trotz­dem sollte man sich dar­auf ein­stel­len, dass die Nächte kalt wer­den kön­nen. Auch der kleine Ofen im Zelt schafft es nicht, die ein­drin­gende Kälte zu ver­scheu­chen, sorgt aller­dings für eine tolle Atmo­sphäre. Ansons­ten gehört das Gemein­schafts­klo und die schmud­de­lige Dusche der Ver­gan­gen­heit an. Alle Zelte ver­fü­gen über eine eigene Toi­lette und eine Dusche.
Buch­bar ist der Urlaub im Glen­d­o­ria über „JustA­way“, der Buchungs­platt­form von Euro­tours, einem öster­rei­chi­schen Rei­se­an­bie­ter mit Sitz in Kitz­bü­hel / Öster­reich. Mit dem Motto „Tra­vel by Inspi­ra­tion“ ver­sucht “Just Away“ sich als Ide­en­ge­ber für den beson­de­ren Urlaub auf dem deut­schen Markt zu etablieren.

Hin­weis: Ich wurde von Just Away ein­ge­la­den. Herz­li­chen Dank.
Außer­dem wird auf die Leit­li­nie der jour­na­lis­ti­schen Unab­hän­gig­keit bei BREITENGRAD53 hingewiesen.

Leave a Reply

2 comments

  1. Zel­ten ist sehr schön, wenn man die rich­tige Aus­rüs­tung dabei hat (damit man mor­gens nicht friert ;). Es ist schon so ein biss­chen näher an der Natur, hab ich immer das Gefühl.

    Liebe Grüsse, Simon

    PS: Das Foto mit dem Häus­chen im Nebel ist traumhaft!

    0
  2. Danke für den schö­nen Arti­kel, Jörg. Da kom­men tolle Erin­ne­run­gen hoch…was ich noch beson­ders schön fand: Das Regen­pras­seln gegen 3 Uhr mor­gens auf dem Zelt­dach. Das finde ich so unglaub­lich heimelig…Liebe Grüße vom Glamping-Fan Christina

    0