Puriy? Ich musste dreimal den Namen aussprechen, damit sich der Knoten in meiner Zunge wieder löst. Madlen und Lars haben sich diesen seltsamen Namen für ihren Reiseblog ausgesucht. Warum Puriy und weitere Fragen haben sie mir im Interview brav beantwortet. Vielen Dank, Madlen.
Madlen, erkläre mir doch bitte in drei Sätzen Deinen Blog.
In fünf Sätzen: Mit Puriy wollen wir (Lars und ich) die Lust wecken, die Welt selbst zu entdecken, ob in der Ferne oder auch in unserer unmittelbaren Umgebung. Neugierde, Interesse, Aufgeschlossenheit und Bewegung – Reisen ist für uns eine Einstellung, nicht nur ein ausgefülltes Zeitstück fernab der Heimat. Hauptsache raus, ist unser Motto. Wir wollen mit puriy den Blick für das andere öffnen, um die Welt bewusst und aktiv zu erleben. Kurzum, bei puriy stehen Natur, Menschen, Kultur im Mittelpunkt.
Wie ist der Name Eures Blogs „Puriy“ zustande kommen und was soll er bedeuten?
Uns zieht es immer wieder in die Andenstaaten, in denen u.a. Quechua gesprochen wird. Unser Blogname sollte einen Bezug zu diesen Ländern haben. puriy heisst „reisen“ auf Quechua. Und irgendwie gefiel uns auch das Wortspiel mit „pur“, was u.a. zu dem Begriff „Puri(y)st“ führte. Wir lieben die pure Natur, das pure Reiseerlebnis. Nach einem Jahr puriy ärgern wir uns dennoch, dass wir uns damals nicht auf „puriy-reisen“ geeinigt haben. Denn so ganz klar ist es für viele immer nicht, dass puriy etwas mit „reisen“ zu tun hat. Andererseits denkt man bei „puriy-reisen“ auch schnell an einen Reiseveranstalter.
Wie bist Du auf die Idee gekommen, einen Reiseblog zu gründen?
Ich blogge seit 2009 – seit meiner ersten Reise mit „digitaler Vollausstattung“. Was zuvor nur in mein gutes altes Tagebuch kam, schaffte es nun in das Internet, um Familie und Freunde zuhause auf dem Laufenden zu halten, da ich allein unterwegs war. Als Lars und ich im vergangenen Sommer die Idee zu einem Buch hatten, folgte automatisch der Gedanke einer Reiseplattform. Damit war puriy geboren. Ursprünglich sollten hier Freunde und Bekannte mitbloggen. Das Konzept ging nicht auf und am Ende waren es wieder mehr ich und ein wenig Lars…
Wie viel Zeit investiert Du in der Woche in Deinen Blog?
Das hängt von meiner übrigen Abend- und Wochenendgestaltung ab. Aktuell würde ich sagen, der Blog ist ein Teilzeitjob neben meinem Vollzeitjob. Das haut auch ungefähr mit dem Zeitaufwand hin.
Was gefällt Dir am “Bloggen”, und was gefällt Dir nicht?
Ich habe schon immer gern geschrieben. Mit dem Blog habe ich ein Medium gefunden, das dieser Leidenschaft entgegenkommt. Der ursprüngliche Gedanke, sich hinter einer Plattform zu verstecken, kommt meiner Persönlichkeit ganz entgegen. Ich stehe nicht gern im Mittelpunkt. Aber der Blog lebt nun mal von der Person, die dahinter steht. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich das begriffen und vor allem umgesetzt habe. Es klingt zwar für eine Bloggerin paradox, aber was mir weniger gut gefällt, ist, einen Teil meines Lebens öffentlich zu machen.
Was macht Deiner Meinung nach einen guten Reiseblog aus?
Mich mitzunehmen. Bei einem Thema geht das schnell, bei einem anderen wird man sich an mir die Zähne ausbeißen. Früher hätte ich gesagt, eine gute Geschichte, Hintergrundberichte, Anekdoten und Wissenswertes sind die Grundessenzen. Heute sage ich auch Bilder und Ästhetik sowie die Person dahinter sind die Zauberwörter. Dabei setze ich eine gute Schreibe voraus, die mich unterhält. Ich mag die persönlichen kleinen Blogs die auf einer Weltreise für Daheimgebliebene geführt werden. Ich mag Leidenschaft, ich mag auch ungeschönte Geschichten, keine Texte, die aus einer Werbebroschüre entstammen könnten. Aber wenn sie hässliche Bleiwüsten sind, müssen sie mich umso mehr mit ihrem Thema und der Geschichte überzeugen. Ein reiner „Effekthascher“-Reiseblog ohne viel dahinter bringt mir als Leserin am Ende auch nichts.
Was macht Deiner Meinung nach einen guten Reiseblogger aus?
Authentisch zu sein und sich nicht zu verbiegen. Ich glaube das ist manchmal nicht so einfach. Außerdem sollte es ein guter Reiseblogger schaffen, ein Aha-Erlebnis zu erzeugen. Ich möchte mitgenommen werden oder mich wiederfinden. Ich möchte den Duft des Landes riechen können, die Gefühle der Reise spüren, Bilder vor mir sehen, als wäre ich selbst mittendrin. Meine Reisesehnsucht soll gespeist werden. Mein mentaler Rucksack steht stets bereit für ein neues Abenteuer, für neue Eindrücke…
Welches Land hat Dir auf Deinen Reisen bisher am besten gefallen?
Als Urwaldliebhaberin mag ich alles, was im Amazonasgebiet liegt. Am nachhaltigsten in Erinnerung geblieben sind mir Venezuela und Kolumbien. Venezuela weil es eine meiner ersten Rucksackreisen war und ich hier die Vielfalt der Natur zu schätzen lernte. Viele Jahre später reiste ich nach Kolumbien und entdeckte das Gefühl, das ich zuvor nur in Venezuela verspürt hatte – neben der atemberaubenden Flora und Fauna viel Kultur, Lebensfreude und Musik. Kolumbien ist das einzige Land, in das ich dreimal zurückgekehrt bin. Ein drittes Land, das ich nur empfehlen kann, ist Äthiopien. Es ist einfach anders als die anderen afrikanischen Länder (die ich bisher kennenlernte) und hat mich neben seiner Natur, Kultur und seinen Menschen auch mit seiner ausgesprochenen Kaffeekultur begeistert!
Welches Land hat Dir überhaupt nicht gefallen?
Ich bin nicht der Thailandtyp.
Welche Länder stehen auf Deiner Wunschliste ganz oben?
Meine Tops habe ich mir alle schon erfüllt. Es gibt fast 200 Staaten und davon habe ich gerade einmal ein Viertel gesehen. Es bleiben also noch Dreiviertel Wünsche offen. Ein ganz schöner Batzen. Aber drei Kindheitsträume sind tatsächlich noch offen: Papua-Neuguinea, Mali und Kongo. Aber die behalte ich mir (zwangsläufig) noch vor. Ich will ja weiter träumen können.
Individualreisen oder Pressereisen, was machst Du lieber?
Ich bin ziemlich individuell, ich liebe es individuell…. Andererseits bieten Pressereisen zwar in der Regel nicht so viel Freiraum, aber geben kompakt und schnell Eindrücke eines Landes wieder. Sie haben somit gleichermaßen ihren Reiz.
Drei Blogs, die Du regelmäßig liest?
Reisedepeschen
Littlemissitchyfeet
Cookiesound
[stextbox id=“info“]Name: Madlen Brückner und Lars Dörfel
FB-Adresse: https://www.facebook.com/puriyunterwegs
Twitter-Adresse: https://twitter.com/puriyunterwegs
Blog-Url: www.puriy.de[/stextbox]




