
Jaja, ich weiß, der Anfang ist immer schwer. Dass war auch mir klar, aber ich wollte im letzten Jahr gerne etwas in meinem alten Beruf tun und Spaß dabei haben.
Die Idee war, ein Reisemagazin zu gründen. Im Internet sollte das Magazin abrufbar und als ePaper zusätzlich lesbar sein. Die Umsetzung war allerdings ziemlich schwer. Zuerst musste ich mich mit WordPress auseinandersetzen, die Seiten für die Homepage bauen, die Inhalte finden, die Texte schreiben. Ich wollte es damals einfacher. Ich lies mich bei den meisten Unternehmen in den Presseverteiler aufnehmen und mir die Pressemitteilungen zusenden. Schwupps war ein Teil des Inhalts da. Parallel dazu schrieb ich einige Texte selbst, und das Magazin war zumindest online geboren.
Nun ging es an das ePaper. Dies sollte ein A4-Magazin werden. Also Quark-X-Press, das Programm mit dem ich schon in der Vergangenheit viel zu tun hatte, ausgraben, üben und die Seiten setzen. Der Inhalt war schnell gefunden. Da ich einige Monate in Australien war, hatte ich genügend Bildmaterial und Futter für die ersten 32 Seiten des Magazins. Ein paar Tage später war es fertig.
Warum ich euch das alles erzähle? Nun ja, irgendwann kam der Moment, an dem ich die Inhalte so nicht mehr gut gefunden habe. Ich habe den Webauftritt komplett überarbeitet, umbenannt, Themen geändert. Und mir war klar, dass ich mit den Pressemitteilungen nicht weiter kommen kann. Also raus damit.
Mein Reiseblog „BREITENGRAD53“ war geboren. Täglich sitze ich mehrere Stunden am PC und schreibe Texte, überarbeite meine Seiten, schmeiße Texte raus, die noch aus der alten Zeit sind, kontaktiere Agenturen, plane Reisen, schneide Videos und freue mich über jeden Leser, der meine Seiten besucht, meine Texte liest und meine Videos sieht.
Doch warum BREITENGRAD53 kein guter Reiseblog ist? Ein Auszug aus einem Kommentar – von einem mir unbekannten Leser mit Namen Thomas Ott – auf einem anderen Blog sagt es mir: „Er schreibt wirklich lieblose Kurzartikel auf Blogs wie HRS; damit macht er sich natürlich auch nicht unbedingt Freunde, denn es gibt beliebtere Unternehmen in der Touristik als HRS. Offensichtlich braucht er aber das “Geld” (für 10 Veröffentlichungen gibts nen 150-200 Euro Hotelgutschein) oder geiert nach vermeintlich hochwertigen Backlinks. Das Wesentliche: Breitengrad53 hat mit einem Reiseblog nicht viel zu tun. Es ist eine Werbeklitsche, jegliche Fernziele (Thailand, Südafrika, DomRepm, Bali, Libanon, Malediven und viele viele mehr) bestehen nur aus Gastartikeln, Pressemitteilungen von Agenturen oder Texten mit bezahlen Werbelinks. Eigenleistung? Fehlanzeige. Mehrwert für den Leser? Null.“
Sind das alles die Kriterien, die einen guten Reiseblog ausmachen? Wenn ich mir den Kommentar genauer ansehe, dann hat der liebe Kommentator in einigen Dingen ja Recht und verfolgt meine Texte und meinen Blog offensichtlich ganz intensiv. Es gab viele Pressemitteilungen auf meiner Seite und ja, ich habe drei Artikel auf HRS und einen Artikel auf tripWolf honorarlos veröffentlicht, weil ich als Neueinsteiger in der Tat mich und meine Seite bekannt machen wollte. Ob die Artikel nun lieblos (?) sind oder nicht, ist Ansichtssache der Leser. Und klar habe ich auch Texte mit bezahlten Werbelinks auf meiner Seite, die aber allerdings alle selbst geschrieben und als solche auf markiert sind.
Wer aber sagt, dass ein Blog nur ein guter Blog ist, wenn dort auch Fernziele vorkommen? Selbst wenn ich wollte, ich kann aus zeitlichen Gründen gar nicht durch die Welt tingeln, so wie es die „guten“ oder „besseren“ Reiseblogger unter uns machen. Also bin ich bei solchen Themen auf Gastartikel angewiesen. Schlimm? Und wen stört das wirklich, ob ich den Text geschrieben habe oder ein anderer Autor? Sind in den Reisemagazinen dieser Welt immer nur Texte von einem Redakteur? Haben die „guten“ oder „besseren“ Reiseblogs in Deutschland nur eigene Texte, ohne Werbung? Ich glaube kaum…
Viele tausend Besucher pro Monat auf meiner Seite zeigen mir, dass die Leser offensichtlich doch einen Mehrwert aus dem Blog ziehen und immer wieder auf meine Seite kommen. Und ich werde so weiter machen! Schließlich ist es ja mein Blog, mit dem ich machen kann, was ich will und in dem ich vor allem veröffentlichen kann, was ich will. Wem es nicht gefällt, der braucht es ja nicht zu lesen.
Und wenn es für einen guten Reiseblog notwendig ist, nur mit eigenen Texten von Fernzielen zu glänzen, ja, ja dann werde ich wohl nie einen guten Reiseblog machen können. Schade!



8. April 2013
Ach, papperlapapp.
Wie Sven Regener schon sagt:" Das Leben bringt erst richtig Spaß, wenn einem alles scheißegal ist"!.
Lass Dich nicht von den Bewertungen anderer verunsichern.
12. April 2013
@Henning: Danke! Ich seh das genauso… VG
30. Dezember 2012
Oha sehr selbstkritisch. Solche oben genannten Kommentare werden allerdings oft von Leuten geschrieben, die solch Arbeit nicht schätzen und den Aufwand nicht mal ansatzweise einschätzen können.
Franzl
Immer gegen den Strom
6. September 2012
Interessanter Artikel mit tiefen Einblicken und einer sehr privaten Meinung – so muss doch eigentlich ein Blog-Post sein, oder? Das ist doch das Salz in der Suppe? Zumindest ab und zu …
Ich bin auch dabei, fleißig zu schreiben und versuche in meinem Blog – wo passend – auch ab und an ne kleine private Spitze zu geben. Soweit wie dieser Artikel bin ich dabei aber noch lange nicht gegangen – von daher Hut ab und Gratulation zu diesem tollen, gelungenen aber dennoch selbstkritischen Artikel.
6. September 2012
Danke Chris…
27. August 2012
Jemand aus der Bloggerszene hat vor einiger Zeit das Bonmot gebracht: "Mein Blog, meine Spielwiese". Das bedeutet nichts anderes, als dass DU bestimmst, WAS Du veröffentlichst und WIE Du es veröffentlichst. Denn wer legt fest, was ein guter und was ein schlechter Blog ist?
Ich ziehe den Hut vor allen "echten" Reisebloggern, also Bloggern, die das Thema schwerpunktmäßig begleiten.
Als Newbie in Sachen Reiseblogging habe ich die letzten beiden verlängerten Sommerferienwochenenden in Zeeland verbracht und hatte jede Menge Spaß. Doch es wird neben dem Spaß vergessen, wie viel Arbeit die blogger-mäßige Aufbereitung des ganzen bedeutet. Und es ist wirklich nicht "mal eben so erledigt".
28. August 2012
Hallo Marc,
danke für Deinen Kommentar.
Ich finde auch, jeder sollte und kann natürlich auch selbst bestimmen, welche Inhalte auf seinem Blog stehen sollten.
VG
18. August 2012
Ein sehr guter Bericht. Ich habe es mittlerweile so gehandhabt, das ich meine eigenen Erfahrungen in Sachen Urlaub in einer Extra-Rubrik untergebracht habe und somit für den Leser deutlich ist,was ich selbst erlebt habe und was ggf. nur Gastbeitrag ist. Was HRS angeht, finde ich dies gar nicht so verwerflich, ich habe dort einige Beiträge (12 :D) geschrieben, weil ich mir dadurch einfach auch mehr Leser erhoffe. Und klar gibts als kleines Dankeschön einen Hotelgutschein, aber ich bin damit bisher nicht schlecht gefahren und ich schreibe auch nix HRS Lastiges sondern Informative Berichte über Hotels und Ausflugsempfehlungen. Meines Erachtens ist das aus Reisebloggerei.
Fernziele hin oder her. Der Normaldeutsche bleibt nun mal in Europa, Deutschland, Österreich und co wenn es um Sachen Urlaub geht. Oder er fährt Pauschal in die Türkei… Deshalb müssen gerade auch diese Destinationen vorgestellt werden. Ich habe gerade ein paar Bilder aus Frankfurt onlinegestellt und bin überrascht, wie viele die richtig toll finden. Es gibt halt immer noch zuviel in Deutschland, wovon kaum ein Tourist weiss..
16. August 2012
Oje oje, dann werde ich wohl auch nie einen guten Reiseblog haben.
Wenn es hochkommt, schaffe ich eine Fernreise im Jahr und das mache ich weil ich es so will.
Also es sollte jedem klar sein, ein Blog ist ein persönliches "Tagebuch" ist, in dem der Autor schreiben darf was er will. Ich bin noch nicht lange Leserin bei dir, aber bisher bin ich zufrieden.
Mach also weiter so, wie du es für richtig haltest. Und wenn es dir irgendwann einmal nicht gefällt, dann kannst du es nach deinem Ermessen ändern.
Liebe Grüße
Christina
16. August 2012
Hallo Christina,
Ich werde auf jeden Fall so weitermachen und freue mich, dass Dir mein Blog gefällt.
danke für Deine aufmunternden Worte
LG, Jörg
16. August 2012
Hallo Jörg,
zuerst dachte ich: Oha, er ist sauer wegen des negativen Kommentars, soll er den doch ignorieren. Aber beim Weiterlesen dachte ich: Gut reagiert, schön reagiert, privat reagiert, toll.
Ich denke, was ein grundsätzliches Problem ist: Eifersucht.
Eifersucht auf die, die damit Geld verdienen können und damit immer die Unterstellung, es "nicht richtig" zu machen. Ich gebe zu, es gibt auch einen anderen Reiseblog, den ich nicht lese, weil ich das Gefühl habe, dass der Mensch dahinter nur seine Reisen damit möglichst schnell finanzieren will und die Blogidee (Teilen und Vernetzen) gar nicht wirklich ernst nimmt. Der jeden Scheiß für ein bisschen Geld macht, oder eben jede Werbung; der sich "kaufen" lässt, so wie es Dir hier unterstellt wurde. Irritiert musste ich gestern feststellen, dass dieser Blog aber nun für einen Award nominiert ist. Also werde ich meine Einstellung nochmal überdenken und den Blog genauer unter die Lupe nehmen, vielleicht habe ich mich ja doch geirrt?
Lange Rede: Vom Bloggen wurde und wird auch immer noch "Privatheit" erwartet. Heute darf man zwar Geld damit verdienen, muss aber der Bloggergemeinde beweisen, dass man trotzdem unabhängig geblieben ist. Wer das so professionell betreibt wie Du, hat es m.E. schwerer, weil ganz private, also recht intime Ansichten in Artikeln viel schneller Glaubwürdigkeit und Authentizität unterstellt wird. Du legst viel Wert auf Information und weniger Gefühlsduselei. Das ist vielleicht einfach noch ein bisschen zu neu für einige in der "Bloggerszene". Um so wichtiger, dass Du hier Stellung bezogen hast. Und eine sehr Gute, wie ich finde.
Und: Einfach so weitermachen. So lange Du für Dich authentisch bleibst, KANN das ja gar nicht schlecht sein.
Beste Grüße, Inka
16. August 2012
Hallo Inka,
danke für Deine Worte und ich bin froh, dass der Artikel nicht "sauer" rübergekommen ist, denn so sollte er auch nicht sein.
Ich finde, Du hast das Thema gut beschrieben. Zur "Eifersucht" kommt auch noch Neid und die Thematik "Größer, weiter, besser…" dazu, die sich vor allem in der Reisebloggerszene gerade positioniert, was ich wirklich schade finde. Wer hier nicht mindestens in Asien, Panama oder sonst so war, gehört einfach nicht dazu
LG,
Jörg
16. August 2012
Ja, da hast Du leider Recht. Allerdings muss ich mir da auch selber an die Nase fassen. Ich habe zwar "mein" Berlin und brandenburger Umland schon lange entdeckt, dass ich aber genausogut darüber schreiben kann, ist mir auch erst vor Kurzem aufgegangen. Dämlich. Das zeigt mir, wie verkorkst ich selber durch die seltsame Media-Landschaft geworden bin… Ick sage ja: Lernen, lernen, lernen, und das hört nie uff…