Im Nicht‑Euro‑Ausland nie per Karte in Euro bezahlen

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Viele Reisende spüren diesen Sommer: Der gebuchte Flug oder das Hotel sind oft nur der Anfang der Ausgaben. Kleine Zusatzkosten vor Ort summieren sich schnell und können den Urlaub deutlich verteuern.

Flugtickets und Reisedestinationen: Wo die Preise am stärksten klettern

Laut dem Statistischen Bundesamt sind Flugpreise im ersten Halbjahr merklich gestiegen, besonders auf innereuropäischen Strecken. Für Urlauber schlagen die Gesamtkosten in Frankreich und Kroatien derzeit besonders stark zu Buche; bei Familienreisen in der Ferienzeit liegen die Aufschläge laut Branchenauswertungen im zweistelligen Prozentbereich.

Bei Kroatien wirkt der Anstieg ungewohnt, weil viele Reisende noch die früheren, günstigeren Adria-Preise erwarten. Das zeigt sich auch in der Nachfrage: Suchanfragen für Kroatien und Mallorca sind binnen Jahresfrist zurückgegangen, während die Algarve an Interesse gewinnt.

Steigende Mehrwertsteuer in den Niederlanden

Reisende sollten bei Kurztrips genau hinschauen: Seit dem 1. Januar 2026 gilt in den Niederlanden für Übernachtungen nicht mehr der ermäßigte Satz von 9 Prozent, sondern der volle Mehrwertsteuersatz von 21 Prozent. Werden diese Kosten an Gäste weitergegeben, erhöht das beispielsweise einen Ferienhauspreis von 1.000 Euro schnell auf rund 1.120 Euro.

Dazu kommen örtliche Abgaben: In Amsterdam fallen zusätzliche Touristensteuern pro Nacht an, die den Gesamtpreis weiter in die Höhe treiben können.

Bezahlen im Ausland: Warum Sie Euro-Angebote ablehnen sollten

Ein einziger Knopfdruck kann teuer werden. Zahlen Sie mit Karte in einer Nicht-Euro-Währung, bieten Geräte oft an, den Betrag sofort in Euro umzuwandeln. Wer zustimmt, akzeptiert in der Regel den vom Betreiber festgelegten Wechselkurs — inklusive eines Aufschlags von meist drei bis zehn Prozent, der nicht als separate Gebühr ausgewiesen ist.

Lehnen Sie dieses Angebot ab und wählen die Landeswährung, rechnet Ihre Kartengesellschaft zum marktüblichen Devisenkurs um. Das ist fast immer günstiger. Diese Praxis betrifft sowohl Geldautomaten als auch kleine Kartenterminals in Restaurants und Geschäften. In Ländern wie der Türkei, Polen, Tschechien, Großbritannien, der Schweiz und Teilen Skandinaviens ist das besonders relevant.

Strand- und Freizeitpreise: Mallorca als Beispiel

Wo Touristen dicht gedrängt sind, steigen die Preise oft dort, wo Urlauber es am wenigsten erwarten. An der Playa de Palma haben neu vergebene Konzessionen die Kosten für eine einzelne Strandliege auf etwa 10 Euro pro Tag angehoben — zuvor lag der Preis bei rund 6 Euro. Zwei Liegen mit Schirm können inzwischen etwa 30 Euro kosten, im Vorjahr waren es etwa 18 Euro.

Auch Preise für Tretboote und Jetskis sind gestiegen, sodass ein Strandtag auf Mallorca für Familien schnell zum spürbaren Posten wird.

Städte und Kurtaxen: Eintritt in die Innenstadt

Viele Städte verlangen inzwischen Gebühren für Besucher. Venedig erhebt 2026 an 60 ausgewählten Tagen eine Abgabe von Tagesgästen, Mailand hat seine Sätze im Zuge der Winterspiele erhöht, und Brüssel verlangt pauschal fünf Euro pro Hotelnacht.

Auch in Deutschland wurden in mehr als 60 Kommunen die Kurtaxen angehoben. Auf der Insel Spiekeroog liegt der Spitzenwert inzwischen bei 5,50 Euro pro Person und Nacht in der Hauptsaison. Solche Summen addieren sich bei Familienaufenthalten rasch zu nennenswerten Beträgen.

Versteckte Zusatzkosten vor Ort

Kleine Gebühren tauchen oft erst auf der Rechnung auf. In Italien wird etwa das Gedeck berechnet, in vielen Ländern gibt es Servicepauschalen. Ferienunterkünfte im Ausland müssen nicht immer den Gesamtpreis im Voraus ausweisen, wodurch Endreinigungsgebühren erst später sichtbar werden.

Beim Mietwagen warnt der ADAC vor überflüssigen Zusatzversicherungen. Außerdem werden vereinzelt Flughafengebühren berechnet, obwohl der Abholort bereits korrekt gebucht war.

Parken, Hotelextras und Alltagsposten

Häufig unterschätzt: Parkkosten. In vielen Küstenorten ist das Parken am Strand mittlerweile teurer als eine Mahlzeit. Wer sein Auto am Heimatflughafen abstellt, zahlt für zwei Wochen leicht so viel wie für einen Flug. Im Hotel kommen Extras wie früher Check-in, Safe oder WLAN oft zusätzlich in Rechnung.

Günstige Alternativen: Wo das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt

Trotz verteuerter Hotspots gibt es weiterhin preiswerte Ziele. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts sind Restaurants und Hotels in Nordmazedonien und Bulgarien etwa halb so teuer wie in Deutschland. Die Türkei liegt im Gesamtpreis-Korb am günstigsten, und die Algarve gilt aktuell als eines der preiswertesten Strandziele für Familien in Europa.

Praktische Faustregel für die Urlaubsplanung

Der Rat des Reiseexperten Daniel Dorfer (fernwehblog.net) lautet, nicht nur den reinen Reisepreis zu vergleichen, sondern die zu erwartenden Ausgaben für eine ganze Woche vor Ort zu kalkulieren. Erst so lässt sich zuverlässig einschätzen, ob ein Urlaubshalt tatsächlich günstig bleibt.

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