Anak Krakatau-Ausbruch stört Flüge in Indonesien – mehr als 150.000 Menschen sind gestrandet

Zusammenfassung zeigen Zusammenfassung verbergen


Der Vulkan Anak Krakatau ist am Wochenende erneut ausgebrochen und hat den Flugverkehr in Indonesien massiv gestört. An acht Flughäfen – darunter der wichtigste Airport des Landes nahe Jakarta – musste der Betrieb vorübergehend eingestellt werden.

Aschewolken, Lava und hörbarer Knall

Der Vulkan in der Sundastraße zwischen Java und Sumatra stieß am Samstag Asche und Lava aus. Die Geologiebehörde meldete einen dröhnenden Knall, der bis zu 700 Kilometer weit zu hören gewesen sein soll. Am Sonntag wurden zwei weitere Eruptionen registriert.

Vulkan stößt dunkle Asche- und Rauchsäule über Meer und Inseln aus
Aschewolken und Lava über der Sundastraße nach dem Ausbruch.

Flugchaos: Hunderte Verbindungen gestrichen

Besonders betroffen war der internationale Flughafen Soekarno‑Hatta bei Jakarta: Die Schließung wurde mehrfach verlängert, zuletzt bis in den Abend (Ortszeit). Betroffene Langstreckenverbindungen lagen unter anderem nach Singapur, Doha, Sydney und Kuala Lumpur.

Menschen warten in einem Flughafen-Terminal, Check-in-Bereiche voller Passagiere
Gesperrte Terminals und gestrandete Reisende nach Flugausfällen in Jakarta.

Das Verkehrsministerium erklärte, dass in der Folge 467 Flüge abgesagt wurden – davon 58 internationale und 409 Inlandsflüge. Mehr als 150.000 Passagiere saßen am Sonntag an Flughäfen fest. Weitere betroffene Standorte waren drei weitere Flughäfen in Jakarta, der internationale Flughafen Husein Sastranegara in Bandung sowie der Flughafen Radin Inten II bei Bandar Lampung.

Grund für die Sperrungen war der Nachweis von Vulkanasche in der Luft. Nach Angaben des Verkehrsministeriums deuten die Tests auf eine Ausbreitung der Asche im Bereich des internationalen Flughafens hin. Der Flughafen liegt mehr als 150 Kilometer vom Vulkan entfernt.

Auswirkungen auf Alltag und Schifffahrt

Als Vorsichtsmaßnahme bleiben in Jakarta die Schulen am Montag geschlossen; der Unterricht soll online stattfinden, teilte die Stadtverwaltung mit. Die Behörden mahnten außerdem Schiffe zu erhöhter Vorsicht bei der Durchfahrt durch die Meerenge zwischen Java und Sumatra.

Rund um den Anak Krakatau gilt eine Sicherheitszone mit einem Radius von etwa 3 Kilometern, die von Schiffen nicht durchquert werden darf.

3 Fakten zum Anak Krakatau

  • Der Vulkan entstand ab 1927 in der Sundastraße zwischen Java und Sumatra, nachdem der große Ausbruch des Krakatau 1883 die Region verändert hatte.
  • Anak Krakatau ist ein aktiver Schichtvulkan; Form und Höhe verändern sich durch häufige Eruptionen und Gesteinsabbrüche.
  • Im Dezember 2018 stürzte ein großer Teil des Vulkans ins Meer und löste einen Tsunami aus, bei dem an den Küsten von Java und Sumatra mehr als 400 Menschen ums Leben kamen.

Behördeneinschätzung und geologische Lage

Lana Saria, die Leiterin der Geologiebehörde, erklärte, die aktuelle Serie von Ausbrüchen habe nach Einschätzung der Fachleute nicht das Potenzial, einen Tsunami auszulösen. Dennoch erinnerten die Ereignisse an die verwundbare Lage Indonesiens auf dem Pazifischen Feuerring, wo das Zusammenwirken mehrerer tektonischer Platten immer wieder zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen führt.

AFP

Geben Sie Ihr Feedback

Seien Sie der Erste, der dieser Beitrag bewertet
oder hinterlassen Sie eine detaillierte Bewertung



breitengrad53.de ist ein unabhängiges Medium. Unterstützen Sie uns, indem Sie uns zu Ihren Google News Favoriten hinzufügen:

Kommentar posten

Kommentar veröffentlichen