So fahren Sie richtig im Kreisverkehr in Deutschland und Europa

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Kreisverkehre sehen überall ähnlich aus, doch ihre Vorfahrtsregeln variieren in Europa. Der Auto Club Europa (ACE) warnt: Unkenntnis über lokale Unterschiede kann zu Missverständnissen, Bußgeldern oder sogar Unfällen führen.

Vorfahrtsregel: im Kreisel meist, aber nicht immer

Grundsätzlich lassen sich zwei Varianten unterscheiden. Die erste Variante gibt dem Verkehr im Innenring die Vorfahrt.

Erkennbar ist diese Regel an dem runden blauen Schild mit den drei weißen Pfeilen (Verkehrszeichen 215) in Kombination mit dem dreieckigen «Vorfahrt gewähren»-Schild (Verkehrszeichen 205) an jeder Einfahrt. In vielen Ländern entspricht dies der üblichen Praxis, zum Beispiel in Belgien, Kroatien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz, Slowenien und Spanien. Auch in zahlreichen französischen, italienischen, polnischen und tschechischen Kreisverkehren ist diese Lösung überwiegend anzutreffen.

Wer auf einen solchen Kreisel zufährt, sollte Geschwindigkeit rechtzeitig reduzieren und den bereits fließenden Verkehr passieren lassen. Beim Verlassen des Kreisverkehrs ist in den europäischen Staaten das Blinken üblich, damit nachfolgende Verkehrsteilnehmende die Absicht erkennen.

Der «unechte» Kreisel: Kreisel optisch, Kreuzung rechtlich

Die zweite Variante fehlt meist die eindeutige Beschilderung: Steht an den Einfahrten nur das runde Schild allein oder gar kein Schild, gilt die normale Regel «rechts vor links». In diesem Fall haben die Personen im Kreisverkehr grundsätzlich keinen Vorrang.

Der ACE bezeichnet solche Anlagen als Kreuzungen mit kreisförmiger Verkehrsführung. Häufig sind dann an den Ausfahrten Schilder zu sehen, die anzeigen, dass der Verkehr im Kreis den Einfahrenden Vorrang gewähren muss. Solche Konstellationen kann es in Ländern wie Frankreich, Italien, Kroatien, Österreich, Polen, Tschechien und auch in Deutschland geben.

Daraus folgt eine einfache, aber wichtige Regel: Verlassen Sie sich nicht nur auf die Form der Straße. Achten Sie immer auf die vorhandene Beschilderung — oder auf deren Fehlen.

Besonderheiten: Linksverkehr, Blinkregeln und Radfahrer

Einige Staaten haben zusätzliche Eigenheiten. In Großbritannien etwa wird wegen des Linksverkehrs der Kreisel im Uhrzeigersinn befahren. Die grundsätzliche Vorfahrtslogik ist spiegelbildlich zu Deutschland, die praktische Anwendung unterscheidet sich allerdings beim Signalisieren.

  • Bei der ersten Ausfahrt: bereits beim Einfahren nach links blinken.
  • Bei Geradeausfahrt: erst kurz vor dem Verlassen des Kreisels blinken.
  • Für spätere Ausfahrten: zunächst rechts blinken, kurz vor dem Austritt dann links setzen.

In den Niederlanden weist der ACE besonders auf Radfahrer hin. Viele Kreisverkehre haben separate Radwege, die je nach Beschilderung Vorrang gegenüber dem Autoverkehr haben können. Fuß vom Gas und Blick auf den Radverkehr sind hier wichtiger als anderswo.

Fazit: Beim Fahren im Ausland gilt immer: Beschilderung lesen, rechtzeitig vorausschauend bremsen, deutlich blinken und besonders auf Radfahrer achten. So reduziert sich das Risiko von Missverständnissen erheblich.

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