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- Wachsende Beliebtheit: Wein, Natur und Nähe
- Geschichte und Orte: Mainz, Ingelheim und mehr
- Jordan’s Untermühle: Spa, Küche und ländliche Ruhe
- Rad- und Wanderwege: Amiche und Hiwweltouren
- Neue Weinkultur: Junge Winzer und nachhaltige Produktion
- Ingelheimer Vinothek und Branchenwandel
- Warum Rheinhessen jetzt auf der Reiseliste stehen sollte
Wachsende Beliebtheit: Wein, Natur und Nähe
Lange unterschätzt, steht Rheinhessen heute für eine Mischung aus Landschaft, Kultur und Aktivangeboten. Weinberge, ruhige Dörfer und gut ausgebaute Rad- und Wanderwege sprechen Städter an, die kürzere Anreisen bevorzugen.
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Mehrere Faktoren haben dazu beigetragen: wirtschaftliche Unsicherheiten, Inflation, höhere Flugpreise und geopolitische Spannungen lassen viele Reisende regionale Ziele stärker in Betracht ziehen. Das macht die Region nicht nur für Tagesgäste, sondern auch für mehrtägige Aufenthalte interessant.
Geschichte und Orte: Mainz, Ingelheim und mehr
Rheinhessen verbindet Natur mit Geschichte. Ingelheim erinnert mit der Kaiserpfalz an die Zeit Karls des Großen im späten 8. Jahrhundert. Mainz präsentiert sich mit seinem mächtigen Dom und verweist auf Johannes Gutenberg, dessen Erfindung des Buchdrucks die Welt veränderte.
Stadtkerne mit Fachwerk, enge Gassen und historische Kirchen liefern die Kulisse; Museen zeigen zum Teil original erhaltene Gutenberg-Bibeln in streng gesicherten Räumen.
Jordan’s Untermühle: Spa, Küche und ländliche Ruhe
Am Rande von Köngernheim, etwa 25 Kilometer südlich von Mainz, liegt das familiengeführte Wellnesshotel Jordan’s Untermühle. Die Adresse lautet fast programmatisch: „Außerhalb Nummer 1“.
Im historischen Fachwerkensemble mit modernen Anbauten verbinden die Betreiber Spa-Angebote, Yoga und eine behagliche Bar. Ein großes Wasserrad erinnert an die über 700 Jahre alte Mühlentradition des Ortes.
Das Haus legt Wert auf regionale Produkte und eine gehobene Küche. Luisa „Lu“ Jordan, 31 Jahre alt und Küchenmeisterin, steht im Restaurant „Lu’s Bunter Genuss“ am Herd.
Die Küche von Luisa Jordan
Luisa Jordan, ausgebildet unter anderem in Häusern wie dem „Luce d’Oro“ und dem „Facil“, serviert Gerichte, die regionale Zutaten mit kreativen Einflüssen verbinden. Auf der Karte stehen Beispiele wie Pulpo Ceviche mit geräucherter Paprikacreme auf Brioche, Entenbrust mit Zwiebel und Süßkartoffel oder Buttermakrele mit Blumenkohl. Ihr persönlicher Favorit ist geschmorter Kaffee‑Sellerie.
„Mein Motto in der Küche lautet: kunterbunt, schwungvoll, wohltuend“, sagt Jordan. „Ich versuche, die Menschen glücklich zu machen.“ Parallel zur Küche bereitet sie gemeinsam mit ihrem Bruder Niclas die Übernahme des Hotelbetriebs vor.
Rad- und Wanderwege: Amiche und Hiwweltouren
Rheinhessen lädt zu aktiven Tagen an der frischen Luft ein. Wanderer folgen den sogenannten Hiwweltouren – zertifizierten Rundwegen durch die hügelige Landschaft. Insgesamt gibt es 14 dieser Strecken, die bis zu 14 Kilometer lang sind und gut markiert werden.
Für Radfahrer empfiehlt sich der rund 33 Kilometer lange „Amiche“-Radweg. Die Route führt durch Wälder, vorbei an Fachwerkdörfern und entlang von Rebenhängen. An vielen Stellen laden Weinlokale zur Pause ein.
Neu hinzugekommen ist die kürzeste Hiwweltour, die im Mai 2026 eröffnet wurde. Sie verläuft um den Wasserturm von Wöllstein und ist mit etwa sechs Kilometern besonders an heißen Tagen beliebt.
Neue Weinkultur: Junge Winzer und nachhaltige Produktion
Die Weinlandschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten einen Wandel erlebt. Nachdem Rheinhessen früher unter Massenproduktion litt und der Glykol‑Skandal Mitte der 1980er Jahre dem Ruf schadete, setzen heute viele Betriebe auf Qualität.
Ein Beispiel dafür ist das von Familie Bernhard geführte Weingut Paulinenhof in Selzen. Die Gastgeber organisieren rund 120 Events jährlich und zählen insgesamt etwa 6000 Besucher. Besucher erleben Vinothek, Garten und die herzliche Atmosphäre, zu der auch der Berner Sennenhund „Eddie“ gehört.
Ökologie, neue Rebsorten und Auszeichnungen
Am Paulinenhof wird auf nachhaltigen Anbau geachtet: das Weingut ist nach „Fair und Green“ zertifiziert, verzichtet auf Glyphosat und aromagebende Zusätze. 90 Prozent des Energiebedarfs deckt Solarstrom.
Juniorchef Tim Bernhard (32) berichtet, dass der Klimawandel zu einer veränderten Sortenwahl zwingt. Nach einer Probephase hat die Familie die Weißweinsorte Chenin Blanc eingeführt. Im vergangenen Jahr füllten sie die ersten 2000 Flaschen ab; der Wein gewann bei der „Women’s International Trophy“ eine Goldmedaille und fand positive Resonanz bei Sommeliers.
Ingelheimer Vinothek und Branchenwandel
In der Ingelheimer Vinothek präsentieren rund 24 Winzer sowie eine Brennerei ihre Erzeugnisse. Kathrin Saaler, ehemalige Rheinhessische Weinkönigin und Leiterin der Vinothek, führt Besucher fachkundig durch Kellergewölbe und aktuelle Angebote.
Saaleer (47) betont den Generationenwechsel: „Jetzt sind die jungen Winzer am Drücker.“ Viele Betriebe arbeiten offener zusammen, vernetzen sich stärker und investieren in Marketing und Vertrieb. Trotzdem bleibt der Direktkontakt beim Winzerbesuch ein zentrales Erlebnis.
Warum Rheinhessen jetzt auf der Reiseliste stehen sollte
Die Region bietet viel von dem, was Reisende heute suchen: Nähe, Natur, Kulinarik und Erlebnis. Gut ausgebaute Wege, moderne Gastgeber und eine lebendige Weinkultur machen Rheinhessen zu einer attraktiven Alternative für Kurztrips oder verlängerte Wochenenden.
Transparenzhinweis: Die Reportagereise wurde durch die Rheinhessen‑Touristik GmbH unterstützt; dies hatte keinen Einfluss auf die redaktionelle Berichterstattung.












