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- Lindau: Inselaltstadt und Hafensicht
- Wasserburg: Das Motiv am Ufer
- Friedrichshafen: Zeppelin-Geschichte und Klangkunst
- Meersburg: Burg, Wein und Dichtergeschichte
- Pfahlbauten Unteruhldingen: Zurück in die Steinzeit
- Überlingen: Thermen, Yoga und lange Uferpromenade
- Konstanz: Studentisch, grenznah und maritim
- Insel Mainau: Blumeninsel und Palmen
- Insel Reichenau: Klosterinsel, Gemüseanbau und Radeln
Lindau: Inselaltstadt und Hafensicht
Die mittelalterliche Altstadt von Lindau liegt auf einer Insel und ist über eine Brücke mit der Neustadt verbunden. Am Hafen begrüßen der sechs Meter hohe steinerne bayerische Löwe und der 33 Meter hohe Leuchtturm die Besucher.
Wer die 139 Stufen des Turms erklimmt, hat freie Sicht über die Insel und die Alpenkette. Durch enge Gassen führen Wege zum gotischen Alten Rathaus mit seiner bemalten Fassade, zu Patrizierhäusern, kleinen Läden und Straßencafés. Eine gemütliche Möglichkeit, den See kennenzulernen, sind die Ausflugsfahrten der Weißen Flotte.
Wasserburg: Das Motiv am Ufer
Die schmale Halbinsel Wasserburg ragt malerisch in den See; ihr Zwiebelturm ist schon von Weitem sichtbar. Das Renaissanceschloss aus dem 16. Jahrhundert, einst Wohnsitz der Herren von Montfort, beherbergt heute ein Hotel mit Seeterrasse.
Der Ort mit knapp 3.900 Einwohnern ist staatlich anerkannter Luftkurort. Auf dem historischen Friedhof der Kirche liegt seit 2023 der Schriftsteller Martin Walser begraben, nur wenige Schritte vom Ufer entfernt.
Friedrichshafen: Zeppelin-Geschichte und Klangkunst
An der breitesten Stelle des Sees, etwa 14 Kilometer, begann die Geschichte der Luftschiffe: Graf Ferdinand von Zeppelin baute hier seine ersten Konstruktionen. Das Zeppelin Museum zeigt unter anderem eine begehbare Teilrekonstruktion der LZ 129 „Hindenburg“ in Originalgröße.
Wer selbst in die Luft möchte, kann an Rundflügen teilnehmen und in circa 300 Metern Höhe über Meersburg, die Insel Mainau oder bis zum Rheinfall schweben. Am Ufer finden sich außerdem Kunstinstallationen wie das Klangschiff „Im Augenblick“ von Helmut Lutz. Für einen Panoramaausblick genügt ein Aufstieg zum 22 Meter hohen Moleturm im Hafen.
Meersburg: Burg, Wein und Dichtergeschichte
Meersburg am nördlichen Ufer ist von Weinbergen bis ans Wasser umgeben. Die Burg gilt als die älteste durchgehend bewohnte Burg in Deutschland; ihre Anfänge reichen bis ins 7. Jahrhundert zurück. Das Burgmuseum zeigt Wohnräume der damaligen Herrschaft sowie das Verlies.
Gegenüber liegt das Neue Schloss mit barocker Architektur und Fresken. Oberhalb der Stadt erinnert das Fürstenhäusle an die Dichterin Annette von Droste‑Hülshoff, die das Haus 1843 erwarb. Für das mediterrane Flair empfiehlt sich ein Glas Bodenseewein in einer der kleinen Weinstuben.
Pfahlbauten Unteruhldingen: Zurück in die Steinzeit
Am Bodensee wurden Überreste von Pfahlbauten gefunden, die zeigen: Schon vor rund 6.000 Jahren lebten Menschen hier auf Holzstelzen über dem Wasser. Viele Werkzeuge, Schmuckstücke und Hausreste blieben im sauerstoffarmen Schlamm erstaunlich gut erhalten und wurden im 19. Jahrhundert entdeckt.
In Unteruhldingen stehen heute 23 originalgetreu rekonstruierte Häuser aus Stein‑ und Bronzezeit – das älteste archäologische Freilichtmuseum Deutschlands. Im modernen Besucherzentrum, einer zwölf Meter hohen Holzkonstruktion in Form eines umgedrehten Einbaums, sind mehr als 1.000 Originalfunde ausgestellt.
Seit 2011 gehören die Pfahlbausiedlungen aus Stein‑ und Bronzezeit zum UNESCO‑Weltkulturerbe.
Überlingen: Thermen, Yoga und lange Uferpromenade
Die Therme am Überlinger Ufer bietet direkten Zugang zum See: Vom Saunasteg springt man im Winter ins rund sechs Grad kalte Wasser, im Sommer sind es angenehme etwa 24 Grad. Das Thermalwasser gilt als entspannend für Muskeln und Kreislauf und eignet sich für einen Erholungstag.
Seit 2014 bringt das Yogafestival Bodensee Bewegung in die Stadt – zum Teil sogar auf Stand‑up‑Paddle‑Boards. Die Uferpromenade der Stadt ist mit rund fünf Kilometern die längste am See; sie führt von denkmalgeschütztem Hafen und Villengärten vorbei an einem Arboretum bis zum spätgotischen Münster St. Nikolaus, dem größten gotischen Kirchenbau am Bodensee.
Konstanz: Studentisch, grenznah und maritim
Mit rund 17.000 Studierenden ist Konstanz die größte Stadt am See und wirkt jung und lebendig. Die Grenze zur Schweiz verläuft mitten durch die Doppelstadt mit Kreuzlingen; heute markieren nur noch Kunstwerke den früheren Verlauf.
Das historische Konzilgebäude von 1414 und die drehende Statue der Imperia gehören zu den Wahrzeichen. Vom Hafen aus starten viele Schiffe der Weißen Flotte zu Rundfahrten und Ausflügen.
Wer lieber unter Wasser schauen möchte, findet im SEA LIFE Konstanz 30 Süß‑ und Salzwasserbecken. Der Rundgang spannt den Bogen vom Alpengletscher bis zur Nordsee, führt durch einen Acryltunnel mit Schwarzspitzenhaien und endet bei watschelnden Eselspinguinen zwischen künstlichen Eisschollen.
Insel Mainau: Blumeninsel und Palmen
Die Insel Mainau vor Konstanz ist ein gepflegtes Blumenparadies mit rosengärten, Palmen und exotischen Gewächsen. Dank des milden Klimas wachsen hier Zitronenbäume, Bougainvillea und Mammutbäume – fast wie am Mittelmeer.
Im zweitgrößten Schmetterlingshaus Deutschlands flattern mehr als 120 exotische Arten. Auf einer kleinen Anhöhe steht das barocke Schloss der Familie Bernadotte; der Innenhof ist frei zugänglich. Gleich daneben liegt die prachtvolle Schlosskirche St. Marien mit Stuck, Fresken und goldener Ausstattung.
Insel Reichenau: Klosterinsel, Gemüseanbau und Radeln
Die größte der etwa 14 Inseln im Bodensee ist Reichenau. Über einen Damm mit dem Festland verbunden liegt sie nur etwa sechs Kilometer von Konstanz entfernt. Im 8. Jahrhundert gründeten Mönche hier ein Kloster, dessen Bedeutung spürbar ist: Drei gut erhaltene romanische Kirchen erinnern daran.
Reichenau ist außerdem landwirtschaftlich geprägt. Das milde Klima ermöglicht häufig mehrere Ernten pro Jahr; deshalb hat sich die Insel als Gemüseanbau‑Region etabliert. Ideal erschließt sich Reichenau und die gesamte Seeregion mit dem Fahrrad: Der rund 260 Kilometer lange Bodensee‑Radweg verläuft größtenteils am Ufer vorbei, durch Obstplantagen, Weinberge und mittelalterliche Orte. Besonders reizvoll ist die Strecke zwischen Lindau und Bregenz, wo die Alpen die gesamte Horizontlinie dominieren.












