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Aus einer geplanten Neun-Stunden-Zugfahrt nach Prag wurde für vier dänische Reisende eine 16-stündige Irrfahrt durch das deutsche Bahnnetz. Ihre Reise, die sie bereits im Januar in der ersten Klasse gebucht hatten, wurde von Bauarbeiten, vollen Zügen und wiederholten Verzögerungen geprägt.
Ursprung der Panne: Bauarbeiten und ausverkaufte Verbindungen
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Laut dem dänischen Regionalblatt Fyens Stiftstidende stoppten die Probleme bereits früh in Hamburg-Altona. Wegen Bauarbeiten konnten die Reisenden nicht wie geplant weiterfahren und wurden an ein lokales Ticketbüro verwiesen.
Der von dort vorgeschlagene Ersatzplan half kaum. Verbindungen Richtung Berlin waren entweder verspätet oder bereits voll belegt. Die Gruppe verbrachte insgesamt rund vier Stunden in Hamburg, bevor es weiterging.

Reservierung ohne Wagen – und die Fahrt auf dem Boden
Später erhielten die Reisenden Sitzplatzreservierungen für eine Verbindung nach Berlin. Im Zug stellte sich jedoch heraus, dass der reservierte Waggon nicht zum eingesetzten Zug gehörte.

Ein Teilnehmer berichtete gegenüber der Zeitung: „Wir saßen die ganze Strecke bis Berlin auf dem Boden.“ Die Reise setzte sich erst in Berlin fort, und die Ankunft in Prag erfolgte nach Angaben der Reisenden gegen Mitternacht.
Kontakt zur DSB: Hinweise statt konkreter Hilfe
Vor der Rückreise wandten sich die beiden Paare an die dänische Staatsbahn DSB. Dort hieß es dem Bericht zufolge, die Betroffenen hätten die Lage bei der Deutschen Bahn selbst prüfen müssen.
Statt konkreter Unterstützung habe man ihnen lediglich mögliche Wege für Beschwerden aufgezeigt, so die Reisenden.

Probleme auf der Rückfahrt und die Folgen
Auch die Rückfahrt blieb nicht reibungslos: Kurz nach Abfahrt fiel die Lok aus. Die Weiterfahrt konnte erst etwa 90 Minuten später fortgesetzt werden.
Wegen der wiederholten Pannen sagen die Betroffenen, sie würden künftig lieber fliegen, auch wenn das teurer ist.
Ein größeres Bild: Regionalverkehr kämpft mit Pünktlichkeit
Der Vorfall ist kein Einzelfall. Nach Aussage des neuen Chefs von DB Regio soll die Pünktlichkeit im Nahverkehr wieder auf über 90 Prozent stabilisiert werden. Ein konkreter Zeitplan für dieses Ziel liegt allerdings noch nicht vor.

Als Hauptprobleme nennt die Bahn verschlissene Strecken und überlastete Verkehrsknoten, besonders in Großstädten. Als Gegenmaßnahmen werden unter anderem größere Zeitpuffer im Fahrplan und sogenannte „Jokergleise“ diskutiert, also freigehaltene Gleise zur Entzerrung bei Störungen.
Zahlen, Planung und Ausblick
Im April lag die Pünktlichkeitsquote im Regionalverkehr dem Bericht zufolge bei etwa 89 Prozent. Für 2026 sind zudem rund 28.000 Baustellen im Netz geplant, was zusätzliche Belastungen bringen könnte.
Für Reisende bleibt die Lage eine praktische Warnung: Selbst fest gebuchte Direktverbindungen können sich durch Infrastrukturarbeiten und Kapazitätsengpässe erheblich verlängern.












