Darf man sich im Flugzeug auf freien Sitzen ausstrecken?

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Auf Langstreckenflügen steigt bei vielen Passagieren die Versuchung, sich über mehrere Sitze auszustrecken. Ob das erlaubt ist, hängt nicht nur von freier Nachbarschaft ab, sondern vor allem von Sicherheitsregeln und der Entscheidung der Kabinencrew.

Anspruch auf den Sitz: Was rechtlich gilt

Formal hat ein Fluggast nur einen Anspruch auf den jeweils gebuchten Sitzplatz. Der deutsche Luftverkehrswirtschaftsverband BDL erklärt dazu, dass die Nutzung benachbarter freier Plätze nicht generell verboten sei, zugleich aber nicht ungefragt erfolgen sollte.

Bei vielen Airlines liegt die letzte Entscheidung beim Kabinenpersonal. Lufthansa teilt mit, freie Nachbarplätze müssten vorab mit der Crew abgesprochen werden. Die Besatzung kann situativ anders entscheiden, etwa weil ein Platz später operativ gebraucht wird.

Sicherheitsphasen und Verhalten an Bord

Während kritischer Flugphasen — also beim Rollen, Start und der Landung — dürfen Passagiere nicht über mehrere Sitze liegen. In diesen Momenten gilt die Pflicht, aufrecht und angeschnallt zu sitzen.

Passagiere sitzen während des Starts angeschnallt und aufrecht auf ihren Sitzen
Während Start und Landung ist eine aufrechte, angeschnallte Position vorgeschrieben.

Auch bei Turbulenzen ist in der Economy-Klasse laut Lufthansa grundsätzlich eine aufrechte, angeschnallte Position vorgeschrieben. Das hat mit der Zulassung der Sitze zu tun.

Wer liegen darf, muss darauf achten, dass weder Kopf noch Füße in den Gang ragen. Und wer die Sitzfläche als Fußablage nutzt, sollte die Schuhe ausziehen, sofern keine separate Auflage vorhanden ist.

Reihen gezielt buchen: Angebote für Schlafplätze

Wer nicht auf freie Plätze und die Kulanz der Crew angewiesen sein möchte, kann bei einigen Airlines ganze Sitzreihen gezielt buchen. Solche Angebote richten sich oft an Langstreckenreisende und enthalten zusätzliche Ausrüstung wie Auflagen, Kissen und Decken.

Moderne Flugzeugsitze in Business-Klasse, die sich zu einem Bett ausfahren lassen
Alternativen wie Business-Class oder spezielle Schlafplatz-Buchungen bieten mehr Komfort.

  • Lufthansa: Sleeper’s Row
  • Air New Zealand: Skycouch
  • Vietnam Airlines: Sky Sofa
  • All Nippon Airways: Couchii
  • United: United Relax Row (geplant für 2027)

Die Preise für komplette Reihen variieren stark nach Fluggesellschaft und Buchungszeitpunkt. Reisende sollten diese Angebote mit Alternativen wie Economy Plus, Business- oder First-Class vergleichen, die ebenfalls mehr Platz oder Liegeoptionen bieten.

Praxis-Tipp

Vor dem Ausstrecken empfiehlt es sich, die Crew zu fragen. Die Besatzung kennt sowohl sicherheitsrelevante Vorgaben als auch mögliche operative Gründe, warum ein zunächst freier Platz später benötigt werden könnte.

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