
Denn obwohl es drei Millionen private Gärten in Bayern gibt, steckt in der Vermarktung der bayerischen Gärten noch viel Potential. „Die Möglichkeiten, dass auch private Gartenbesitzer mit ihren Gärten Geld verdienen, müssen noch verbessert werden“, sagte Ministerialdirigent Wolfram Schöhl. Gärten avancieren immer mehr zum Lifestyle-Objekt. Gerade der ökologische Garten ohne Torf und – wenn möglich – mit eigenen Bienen ist absolut im Trend. Das erklärt auch, warum Schrebergärten in der Stadt gerade so beliebt sind. Ein bisschen eigenes Grün zum Wohlfühlen muss sein, das haben inzwischen auch Jugendliche erkannt. „Soziale Projekte für Jugendliche im Garten sind gesucht und wichtig“, sagte Dr. Heikei Glatzel beim Symposium in Steingaden.
90 touristische Gärten rund um Wien
Ein Musterbeispiel für geglückte Gartenvermarktung gab Franz Gruber, der Geschäftsführer der Garten Tulln an der Donau in Niederösterreich. Das Bundesland rund um Wien kann mit 326 000 Gärten aufwarten, davon sind 90 touristische Gärten. „Bei uns war von Anfang an für die touristischen Gärten wichtig, dass es feste Öffnungszeiten, einen Parkplatz und eine anständige Beschilderung gab“, sagte Franz Gruber. Die Gärten mussten den Gästebedürfnissen entsprechen. Auch ökologisches Gärtnern stand von Beginn an im Vordergrund. Die Gärten werden das ganze Jahr hindurch bespielt, Hotels und Restaurants mit schönem Garten sind ebenfalls integriert. In Tulln kommunizieren Gärtner mit den Besuchern und erklären die Eigenheit jedes Gartens. Nachhaltigkeit versteht sich von selber, nach Niederösterreich kommen pro Jahr 3 Millionen Gartenbesucher.
„Wir kommen auch bei der Presse durch interessante Aufhänger sehr gut rüber“, freute sich Franz Gruber. So habe die Garten Tulln beispielsweise eine Ausstellung über Kaiser Franz als Gärtner einbezogen. Bei der Podiumsdiskussion am Ende der Veranstaltung schlug Fachjournalistin Bärbel Faschingbauer vor, die Gärten Bayerns durch die Besonderheiten in der Region zu stärken.




