
Die Boeing 777 der Malaysia Airlines war am Samstag (8. März) auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking plötzlich von den Radarschirmen verschwunden. Ohne Notruf brach der Funkkontakt mit der Maschine plötzlich ab. Seitdem fehlt jede Spur der Maschine. Ein absoluter Albtraum.
Die Meldungen, die seit dem Verschwinden der Boeing fast stündlich auftauchen, hören sich an, wie aus einem schlechten Krimi: Zwei Passagiere mit gestohlenen Pässen waren an Bord, der Flieger ist kurz vorher umgedreht, die Handys der vermissten Passagiere klingeln noch usw.
Das Flugzeug wurde nach Militärangaben zuletzt von einem Radar einer Militärbasis in der Nähe von Pulau Perak an der Strasse von Malakka erfasst. Die Maschine soll nach Angabe des Militärs in einer Höhe von knapp 9.000 Metern und damit sehr tief geflogen sein. Warum? Das kann sich bisher niemand wirklich erklären. Und auch der Grund des Verschwindens ist reine Theorie. Der Polizeichef von Malaysia, Khalid Abu Bakar, hat vier mögliche Erklärungen: Entführung, Sabotage, psychologische Probleme bei Passagieren oder der Besatzung als Grundlage einer Selbstmord-Aktion oder vielleicht persönliche Probleme. Dazu wird auch untersucht, ob einer der Passagiere eine hohe Versicherungspolice abschloss oder vielleicht hohe Schulden hatte.
Inzwischen wird von allen beteiligten Stellen ein Terroranschlag ausgeschlossen. Technisch gehört die Boeing 777 zu den zuverlässigsten Flugzeugen der Welt, zudem soll sie kurz vor dem Start noch gewartet worden sein. Was kann da nur passiert sein? Auch der Pilot, Zaharie Ahmed Shah (53), gilt mit rund 18 000 Flugstunden als sehr erfahren. Er hat kein Notruf abgesetzt. Auch der automatische Alarm, eigentlich bei technischen Problemen üblich, blieb aus. Experten spekulieren deshalb über eine Explosion an Bord, allerdings ist der Jet eine Stunde nach dem abgerissenen Funkkontakt vom Militärradar erfasst worden. Wie kann da eine Explosion die Ursache sein?
Viele Einsatzkräfte suchen in einem Gebiet mit einem Radius von 185 Kilometern nach der Nadel im Heuhaufen. Das entspricht einer Fläche von Schleswig-Holstein, Niedersachen und Mecklenburg-Vorpommern zusammen. Sollte der Flieger tatsächlich explodiert sein, sind die Trümmerteile relativ klein und daher schwierig zu orten.
Das Internet entpuppt sich da eventuell zu einer Hilfe. Die US-Firma DigitalGlobe, die auch die Satellitenbilder für Googles Kartendienste liefert, hat eine Seite online gestellt, auf der sich jeder an der Suche beteiligen kann. Zwei von fünf Satelliten der Firma machen derzeit Bilder der betroffenen Region, die sich jeder herunterladen und mitsuchen kann. Offensichtlich hat die Firma den Ansturm auf die Webseite unterschätzt, denn die Seite ist teilweise nicht erreichbar. Wer es trotzdem versuchen möchte, findet die Seite hier.
Für mich ist das alles überhaupt nicht greifbar. Ich selbst bin im letzten Jahr über 50.000 Kilometer mit einem Flugzeug geflogen und hatte zu keiner Zeit ein unsicheres Gefühl. Für mich ist und bleibt der Flieger das sicherste Verkehrsmittel der Welt, und ich werde auch in diesem Jahr sicherlich einige Flugstunden in der Kabine verbringen.
Ich wünsche allen Angehörigen viel Kraft und habe trotz allem die Hoffnung, dass diese Geschichte ein Happy End hat. Vielleicht sind die Piloten mit der Maschine irgendwo in der Wildnis am Meer notgelandet, und jetzt sitzen die 239 Passagiere von Flug MH370 am Lagerfeuer und grillen frischen Fisch.
Foto: Charaka Ranasinghe (Image is licensed under the Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.)


