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Tivoli Gardens gehört seit dem 19. Jahrhundert zu den markantesten Sehenswürdigkeiten Kopenhagens: historisch, zentral gelegen und bis heute ein lebendiger Freizeitpark. Dieser Text fasst die wichtigsten Fakten zur Geschichte, den Attraktionen, Tickets und praktischen Tipps für einen Besuch zusammen.
Geschichte und Ursprung
Wie der Name entstand
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Der Park eröffnete 1843 und trug zunächst den Namen «Tivoli & Vauxhall». Das «Tivoli» bezieht sich auf den bekannten Jardin de Tivoli in Paris, während «Vauxhall» auf die Vergnügungsgärten in London verweist.
Gründer und königlicher Auftrag
Georg Carstensen gründete Tivoli auf rund 15 Hektar nahe dem Stadtteil Vesterport. Laut zeitgenössischen Berichten erhielt er vom König Christian VIII. den Auftrag, einen Ort zu schaffen, an dem sich die Menschen vergnügen statt politisieren.
Frühe Attraktionen und Kulturprogramm
Von Beginn an bot Tivoli mehr als Fahrgeschäfte: exotisch gestaltete Gebäude, Theaterbühnen, Restaurants, Blumenanlagen, ein Riesenrad und eine kleine Eisenbahn prägten das Gelände. Bei Einbruch der Dunkelheit wurde der Park mit farbigen Lampen beleuchtet; zu besonderen Anlässen wurden Feuerwerke über dem Tivoli-See gezündet.
Musikalische Tradition
Seit seiner Eröffnung verfügt Tivoli über ein eigenes Orchester. Zwischen 1843 und 1872 leitete der Komponist Hans Christian Lumbye die musikalische Arbeit. Lumbye, vielfach als der «Strauss des Nordens» bezeichnet, schrieb zahlreiche Stücke, die von den Gärten inspiriert sind und bis heute im Repertoire des Orchesters stehen.
Theater der Pantomime
1874 erhielt der Park ein im chinesischen Stil gehaltenes Pantomimentheater, dessen Vorhang eine mechanische Pfauenfeder schmückt. Die klassischen Figuren — Cassander, Columbine, Harlequin und Pierrot — treten ohne gesprochene Texte auf. Diese stumme Darstellungsform, ursprünglich vom Italiener Giuseppe Casorti eingeführt, trägt bis heute zur internationalen Anziehungskraft des Theaters bei.
Zerstörung und Wiederaufbau
Im Jahr 1943 brannten Sympathisanten der Nationalsozialisten mehrere Gebäude, darunter auch die Konzerthalle, nieder. In den Folgejahren wurde Tivoli mehrfach restauriert und modernisiert, ohne dabei sein historisches Flair zu verlieren.
Walt Disney nannte Tivoli als Inspiration für den Aufbau seiner Parks; in skandinavischen Sprachen ist «tivoli» längst zum Synonym für Vergnügungspark geworden.
Die Attraktionen heute
Tivoli kombiniert klassische und moderne Fahrgeschäfte mit kulturellen Angeboten. Insgesamt gibt es vier Achterbahnen und etwa 27 weitere Attraktionen sowie regelmäßige Shows und Konzerte.
Rutschebanen — die Holzachterbahn
Die älteste bekannte Attraktion ist die Holzachterbahn Rutschebanen, gebaut 1914. Sie zählt zu den ältesten noch betriebenen Holzbahnen weltweit. Mitarbeiter bremsen die Wagen auf den Abfahrten manuell, damit das Tempo kontrolliert bleibt.
The Demon
The Demon ist die spektakulärste Stahlachterbahn des Parks: drei Loopings, enge Kurven, Fahrzeit etwa 1 Minute 46 Sekunden. Seit 2017 besteht für Besucher die Möglichkeit, eine VR-Option zu nutzen, die sie virtuell über eine mythische Landschaft führt. Die Bahn steht nahe dem chinesischen Konzertgebäude.
Weitere Highlights
The Star Flyer ist seit 2006 die höchste Anlage des Parks und bietet eine Aussicht aus mehr als 80 Metern Höhe. Vertigo, eröffnet 2009, simuliert das Gefühl, in einem kleinen Flugzeug um die eigene Achse zu rotieren; Fahrgäste können das kleine Fluggerät teils selbst steuern. Aquila ist eine große Schaukel, die bis zu vierfache Fliehkräfte erzeugt. Fatamorgana ist eine neuere Attraktion mit zwei Betriebsarten: eine sanftere Vorwärtssitzung und eine intensivere, rückwärts gerichtete Variante.
Tickets und Preise
Anders als in vielen Freizeitparks genügt in Tivoli nicht allein der Eintrittspreis: Für die Nutzung einzelner Fahrgeschäfte sind oft zusätzliche Tickets nötig. Besucher können entweder Einzeltickets kaufen oder einen Pass wählen, der unbegrenzte Fahrten ermöglicht.
Empfohlen wird, Tickets vorab online zu erwerben und ein All-attractions-Pass zu wählen, da dies in der Regel günstiger ist als der Kauf vor Ort.
Wartezeiten vermeiden
Tivoli ist sehr beliebt, deshalb können sich Schlangen schnell bilden. Gute Strategien sind frühe Ankunft oder ein Besuch am späten Nachmittag. Ein weiterer Tipp: Online-Buchung mehrere Tage im Voraus — laut Erfahrungsberichten zahlt sich das oft durch Rabatte und kürzere Wartezeiten aus.
Saisonzeiten und Öffnungszeiten
Tivoli ist saisonal geöffnet und gliedert sich in drei Hauptphasen, die jeweils Dekorationen und Spezialitäten mit sich bringen:
- Sommer: 4. April bis 22. September
- Halloween: 11. Oktober bis 3. November
- Weihnachten: 16. November bis 5. Januar
Reguläre Öffnungszeiten sind sonntags bis donnerstags von 11:00 bis 23:00 Uhr; freitags und samstags bleibt der Park bis Mitternacht geöffnet.
Praktische Hinweise für Besucher
Für einen Besuch sollten Sie etwa vier Stunden einplanen. Wer Shows besucht oder vor Ort isst, verbringt leicht sieben Stunden im Park. An Wochenenden gibt es zusätzliche Programmpunkte; freitagabends finden häufig Konzerte statt.
Fast jeden Samstagabend wird ein Feuerwerk gezündet. Es lohnt sich, bis zum Einbruch der Dunkelheit zu bleiben, um die Beleuchtung und Abendveranstaltungen zu erleben. Am Haupteingang gibt es einen Informationspunkt mit Parkplänen und aktuellen Programminformationen.
Die Redaktion besuchte Tivoli im Rahmen einer 14-tägigen Dänemarkreise.
Unterkünfte in der Nähe
Für Reisende, die Tivoli und Kopenhagen erkunden möchten, eignen sich verschiedene Unterkunftsarten vom Boutique-Hotel bis zum Hostel.
Axel Guldsmeden
Als Empfehlung gilt das 4-Sterne-Hotel Axel Guldsmeden im Viertel Vesterbro. Es kombiniert ökologische Konzepte mit Komfort und besitzt ein Green-Globe-Zertifikat. Das Haus zählt zu den oft genannten Top-20-Hotels der Stadt.
Bedwood Hostel
Wer günstiger übernachten möchte, findet im Bedwood Hostel eine Option nahe Nyhavn. Die Unterkunft befindet sich in einem historischen Gebäude aus dem 18. Jahrhundert; es werden sowohl private Zimmer als auch Schlafsäle angeboten.
Weitere Hotelvorschläge reichen vom retro-inspirierten The Alexandra Hotel bis zu zentral gelegenen Häusern in der Nähe von Kastellet und der Kleinen Meerjungfrau.
Weiteres Informationsangebot
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