Konkurrenz zur Bahn führt häufig zu günstigen Tickets

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Warum der Markt wächst

Das lange Zeit dominierende DB-Monopol im Fernverkehr hat Risse bekommen. Europäische Liberalisierung und die Nachfrage nach klimafreundlicher Mobilität haben private Betreiber und ausländische Staatsbahnen ermutigt, deutsche Strecken zu bedienen.

Weil neue Hochgeschwindigkeitsflotten teuer sind, setzen viele Wettbewerber auf zwei Strategien: günstige Tagesverbindungen mit modernisiertem Bestandsmaterial oder spezialisierte Nachtzüge. Für Reisende bedeutet das mehr Routenwahl und oft niedrigere Preise.

Warum der Markt wächst — Das lange Zeit dominierende DB-Monopol im Fernverkehr hat Risse bekommen. Europäische Liberalisierung und die Nachfrage nach klimafreundlicher Mobilität haben private Betreiber und ausländische Staatsbahnen ermutigt, deutsche Strecken zu bedienen. Weil neue Hochgeschwindigkeitsflotten teuer sind, setzen viele

Flixtrain erweitert innerdeutsche Verbindungen

Flixtrain, der größte private DB-Konkurrent, baut sein Netz in Deutschland aus. Neu im Angebot ist die durchgehende Verbindung Hamburg–Berlin–Erfurt–Stuttgart mit einer Fahrzeit von rund 8,5 Stunden.

Reisende mit Gepäck besteigen einen modernen Zug auf einem Bahnsteig
Neue private Bahnbetreiber erweitern ihre Flotten und Streckennetze.

Darüber hinaus sind mehr tägliche Fahrten zwischen Berlin und Frankfurt am Main sowie zwischen Köln und Hamburg geplant. Langfristig will Flixtrain ab 2028 fabrikneue Fernzüge nach dem Vorbild des DB-ICE L einsetzen und damit auch München ins Streckennetz aufnehmen.

Berlin–Amsterdam: GoVolta startet im Juli

Der niederländische Anbieter GoVolta fährt ab dem 1. Juli 2026 werktags außer dienstags von Berlin nach Amsterdam. Fahrten dauern etwa 7,5 Stunden, Zustiege sind in Hannover und Osnabrück möglich; ab dem 28. September werden teils auch Braunschweig und Magdeburg bedient.

Tickets gibt es bereits ab 19 Euro, wer sehr früh bucht (bis zu sieben Monate im Voraus) fährt am günstigsten. Für Juli und August liegen die Angebote aktuell bei etwa 35 bis 75 Euro. Extraentgelte fallen für Sitzplatzreservierungen, große Gepäckstücke oder Umbuchungen an.

Wichtig: An Bord gibt es (vorerst) kein Bistro — Verpflegung sollte man also mitnehmen.

Snälltåget: Tageszug Hamburg–Stockholm

Der schwedische Betreiber Snälltåget hat sein Angebot erweitert: Seit dem 4. Mai 2026 gibt es auf der Strecke Hamburg–Stockholm zusätzlich zur Nachtverbindung nun eine tägliche Tagesverbindung. Abfahrt in Hamburg ist um 9.51 Uhr, Ankunft in Stockholm um 21.17 Uhr – inklusive Stopps in Städten wie Neumünster, Kopenhagen, Malmö, Lund und Linköping.

Die Fahrt dauert rund 11,5 Stunden. Im Zug ist der Restaurantwagen „Krogen“ geöffnet. Fahrpreise für die Gesamtstrecke liegen zwischen 499 und 1.799 SEK (ca. 46 bis 167 Euro). Junge Reisende (bis 25) und Senioren (ab 60) erhalten jeweils 20 Prozent Rabatt; Paare sparen mit dem Tillsammans-Ticket 25 Prozent.

Frecciarossa bringt Tempo von München nach Italien

Trenitalia plant, den Hochgeschwindigkeitszug Frecciarossa 1000 ab Ende 2026 auf den Linien München–Mailand und München–Rom einzusetzen. Der Zug erreicht auf gerader Strecke über 350 km/h und wird zunächst einmal täglich verkehren.

Ein moderner Hochgeschwindigkeitszug fährt durch eine Landschaft
Trenitalia setzt den Frecciarossa 1000 auf neuen deutschen Routen ein.

Streckenbeispiele: München–Mailand in etwa 6,5 Stunden mit Zwischenhalten in Innsbruck, Bozen und Verona; München–Rom in etwa 8,5 Stunden mit Stopps unter anderem in Bologna und Florenz. Eine spätere Ausweitung ist vorgesehen: Ende 2027 sollen die Verbindungen in Italien bis Neapel und in Deutschland bis Berlin verlängert werden. Zu Preisen lagen bei Redaktionsschluss noch keine Angaben vor.

ComfortJet: Direkt von Prag nach Kopenhagen

Seit dem 1. Mai 2026 verkehrt der ComfortJet als Direktzug zwischen Prag und Kopenhagen. Das Gemeinschaftsprojekt von DB, DSB und ČD fährt mehrmals täglich, erreicht bis zu 230 km/h und hält unter anderem in Dresden, Berlin und Hamburg.

Mit dem „Super Sparpreis Europa“ sind Tickets bereits ab 19,99 Euro erhältlich. Wer flexible Tickets mit Storno wünscht, findet bei der ČD (cd.cz/en) häufig günstigere Angebote als über bahn.de.

Die bekannte Verbindung mit dem sogenannten „Knödelexpress“ wurde im Oktober 2025 eingestellt; an Bord des ComfortJet gibt es jetzt ein modernes Bistro mit regionalen Gerichten – diese werden allerdings nicht immer frisch zubereitet, sondern teilweise warmgemacht.

Leo Express und weitere Verbindungen nach Osteuropa

Leo Express kündigt eine neue Linie von Prag nach München an, die ab dem 13. Dezember 2026 starten und mit acht Fahrten täglich Preise ab 9 Euro bieten soll. Zudem plant das Unternehmen, ab dem 25. Juni 2026 eine Verbindung von Frankfurt am Main ins polnische Przemyśl über Leipzig, Dresden, Prag und Krakau zu betreiben.

Wer den Newsletter auf leoexpress.com/de abonniert, erhält laut Anbieter 20 Prozent Rabatt.

Direkt nach Krakau: neuer Eurocity

Zwischen Leipzig und Krakau verkehrt seit einigen Monaten ein neuer Eurocity, der zweimal täglich fährt. Bis Krakau dauert die Fahrt etwa sieben Stunden; der Zug hält auch in kleineren Orten wie Riesa, Elsterwerda, Ruhland und Hoyerswerda.

Mit dem „Super Sparpreis Europa“ der DB sind Tickets inklusive Sitzplatz ab 19,99 Euro buchbar.

Nachtzüge: neue Anbieter übernehmen Strecken

Der Nachtverkehr ist besonders anfällig für Betreiberwechsel. Die private RDC EuroNight übernimmt ab dem 1. September 2026 die Nachtverbindung Berlin–Hamburg–Stockholm, nachdem SJ die Strecke aufgegeben hatte. Die Züge fahren dreimal wöchentlich und halten unter anderem in Kopenhagen und Göteborg; Tickets starten ab etwa 40 Euro.

Auch der Nightjet der ÖBB wurde auf der Strecke Berlin–Brüssel–Paris durch den niederländisch-belgischen Anbieter European Sleeper ersetzt. Dessen Zug verlässt Berlin montags, mittwochs und freitags um 19.33 Uhr. Ab dem 13. Juli wird Hamburg als Halt ergänzt.

Preise nennt European Sleeper ab 79,99 Euro pro Person im geteilten Abteil; ein Privatabteil (bis fünf Personen) liegt bei 279,99 Euro. Ab dem 9. September 2026 bietet das Unternehmen zudem eine Verbindung von Brüssel über Aachen, Köln, Zürich und Lugano bis nach Mailand an. Für 2027 ist eine direkte Strecke nach Amsterdam geplant.

Für Reisende bedeuten diese Veränderungen: mehr Auswahl, oft günstigere Tickets und neue Direktverbindungen zwischen großen Städten und zu internationalen Zielen. Wer früh bucht und Strecken vergleicht, kann deutlich sparen.

Von Wiebke Hugen

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