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Nach fast zwei Jahrzehnten ohne organisierten Pferdetourismus kehren geführte Ausritte auf Catalina Island zurück: Besucher können seit Anfang 2025 wieder die Insel zu Pferd erkunden. Die Angebote verknüpfen Landschaftserlebnis und eine lange Reittradition, die eng mit der Geschichte der Wrigley-Familie verbunden ist.
Ein Stück lebendige Inselgeschichte
Nur rund 22 Meilen vor der Küste von Los Angeles gelegen, ist Catalina Island seit langem ein beliebtes Ausflugsziel. Die Badestrände dienten früher als Filmkulisse für den Südpazifik, und die Küstenstadt Avalon wird bisweilen als die „Amalfi Coast of the United States“ bezeichnet.

Die Reitkultur auf der Insel reicht mehr als ein Jahrhundert zurück. Philip Wrigley, bekannt als Kaugummimagnat, prägte Catalina seit den frühen 1930er-Jahren als Freizeitziel. Sein Familienanwesen El Rancho Escondido unterhielt zunächst eine Herde von Palomino-Pferden und wurde später für sein arabisches Zuchtprogramm landesweit bekannt. Wrigley soll gesagt haben, dass man die Insel am besten „vom Rücken eines Pferdes“ sehe — ein Satz, der Teil der lokalen Überlieferung geworden ist.
Ranch öffnete, neue Touren starten
Nach Jahrzehnten als privates Refugium wurde die Wrigley-Ranch 2024 erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich. Hunter Rusack, Präsident der Catalina Island Company, beschreibt das Anwesen als abgelegen: “You round one final bend, and it seems to materialize in front of you.”
Auf der neuen Wrigley Island Tour, die im Frühjahr debütierte, gehört die Ranch zu mehreren Stationen. Zwar werden dort aktuell keine Reitausflüge angeboten, doch Besucher erhalten Einblicke in die ursprünglichen Stallungen, Sattelkammern und Trophäenzimmer sowie Live-Präsentationen rund um Pferde. Zudem lassen sich die historische DC-3-Halle und das ACE Clearwater Airfield — das sogenannte Airport in the Sky — besichtigen.
Warum das Reiten pausierte — und wie es zurückkehrte
Die letzte organisierte Reitstation auf Catalina stellte 2008 den Betrieb ein. Laut dem Los Angeles Times und anderen Medien führten verheerende Waldbrände zu veränderten Landschaftsverhältnissen und erhöhten Überschwemmungsrisiken, was das Reiten in einigen Gebieten unsicher machte.
Die Tradition verschwand dennoch nie vollständig: Seit den 1940er-Jahren zieht die private Reitergruppe Los Caballeros jedes Jahr im September für fünf Tage durch das Inselinnere. Jeff Skelton, Gründer von Catalina Island Horseback Adventures, nahm 2014 an dieser Gruppe teil und hat das Reiten auf Catalina wiederbelebt.
Praktisches zu den Ausritten
Die neuen Ausritte dauern je nach Tour unter einer Stunde bis zu zwei Stunden. Es gibt sowohl private Angebote für erfahrene Reiter als auch Touren, die ausdrücklich Anfänger willkommen heißen. Startpunkt für viele Gruppen ist Rancho Catalina, nur einen kurzen Fußweg von Avalons Zentrum entfernt.

Üblich ist ein Begleiter pro rund sechs Reiter. Die Routen führen unter anderem über den einzigen Golfplatz der Insel und auf Pfaden, die bereits seit den frühen 1900er-Jahren genutzt werden.
Natur, Ausblicke und Erleben
Auf den Wegen durch salbeibewachsene Canyons sind Begegnungen mit der Tierwelt möglich: Mit etwas Glück huscht ein Catalina Island Fox über den Pfad. An Klippen und Aussichtspunkten öffnen sich weite Blicke auf den Hafen und das Casino. Bei klarer Sicht reicht die Sichtlinie sogar bis zum Festland.
Skelton bringt es auf den Punkt: „There are a lot of ways to see Catalina, but when you’re on horseback, you slow down and really immerse yourself in the scenery.“ Für viele Besucher bedeutet ein Ausritt somit nicht nur eine Aktivität, sondern eine traditionelle Art, die Insel zu erfahren.












