Mittelmeer-Archipel mit Meeresgrotten und Dorffesten

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Die maltesische Inselgruppe lockt mit fünf Jahrtausenden Geschichte, sonnigem Klima und klaren Buchten — und ist inzwischen leichter zu erreichen: Saisonale Nonstop-Flüge von New York mit Delta verbinden die Inseln direkt mit den USA. Wer mehr als Valletta, die Blue Lagoon oder St. John’s Co‑Cathedral sehen möchte, findet zwischen Festen, Museen und Filmsets reichlich Stoff für eine tiefere Entdeckungstour.

Sonnenaufgang durch das Tor der Mnajdra‑Tempel

Die megalithischen Mnajdra‑Tempel zählen zum UNESCO‑Welterbe und stammen vor etwa 5.000 Jahren. An den Tagundnachtgleichen und den Sonnenwenden lassen sich dort astronomische Phänomene beobachten, genau so, wie es schon die Erbauer geplant hatten.

Am Morgen der Äquinoktien fällt das Licht gerade durch eine schmale Kalksteintür; an den Solstices beleuchten Sonnenstrahlen die megalithischen Blöcke neben dem Durchgang. Aus organisatorischen Gründen sehen meist nur kleine Gruppen, etwa 30 Personen, dieses Ereignis — eine rechtzeitige Planung ist daher ratsam.

Konzerte in Palästen, Yoga in Festungen

Historische Bauten dienen in Malta nicht nur als Sehenswürdigkeiten, sondern als lebendige Veranstaltungsorte. So finden in der ehemaligen Residenz der Großmeister regelmäßig Konzerte und Ausstellungen statt.

Während der Karwoche spielt etwa die Malta Police Philharmonic Band, und im Sommer lockt die Reihe „Museums by Candlelight“ Besucher in beleuchtete Säle. Auch das Inquisitor’s Palace und andere repräsentative Orte bieten wechselnde Kulturprogramme.

Und wer statt Klassik lieber Sport mag: An Orten wie dem jahrhundertealten Fort St. Angelo werden mitunter Yoga‑ oder Fitnesskurse angeboten — Bewegungsprogramme mit historischem Ambiente.

MUŻA, MICAS und das Museum der Metropolitankathedrale

Für Kunstinteressierte hält Malta ein dichtes Museumsangebot bereit. In Valletta präsentiert das nationale Kunstmuseum MUŻA mehr als 20.000 Werke und versteht sich als offener Kulturort.

Unweit der Stadt, in Floriana, setzt MICAS auf zeitgenössische Ausstellungen, interaktive Workshops und gelegentliche Filmvorführungen. In Mdina, der „stummen Stadt“, bewahrt das Metropolitan Cathedral Museum seltene Handschriften, Drucke von Dürer und barocke Kunst.

Auf Gozo bildet die imponierende Zitadelle ein Ensemble aus mehreren Museen, darunter das Gran Castello Historic House, das Einblick in lokale Traditionen gibt.

Eine festa besuchen: Dörfer im Festmodus

Die wohl unmittelbarste Möglichkeit, maltesische Lebensart zu erleben, ist die Teilnahme an einer festa. Im Sommer feiern Gemeinden ihre Schutzheiligen mit Prozessionen, Blaskapellen, Fahnen und Feuerwerk.

Nächtliche Dorffest mit Feuerwerk, Prozessionen und festlicher Beleuchtung
Dorffeste mit Feuerwerk und Prozessionen gehören zum maltesischen Sommerprogramm

Die Santa‑Marija‑Festa am 15. August gehört zu den auffälligsten Ereignissen und wird in sieben Ortschaften zugleich begangen. Weitere lokale Höhepunkte sind das Xagħra‑Fig‑Festival im Juni auf Gozo und der ausgelassene Karneval von Nadur im Februar.

Besondere Publikumsmagnete sind landesweit das Malta International Fireworks Festival (an zwei Wochenenden im April in Valletta und Nadur) sowie musikalische Festivals: Im Januar dauert das Valletta Baroque Festival rund 18 Tage, im Herbst bringen Events wie Mighty Hoopla Malta und das viertägige House‑Festival Defected internationale Acts an historische Orte und Strandclubs.

Kayak um Comino und Sonnenuntergang an den Dingli‑Klippen

Dank eines gut vernetzten Fährsystems sind die Inseln leicht zu erkunden: Verbindungen etwa von Valletta, Sliema oder Buġibba bringen Besucher nach Mġarr auf Gozo.

Kajak auf türkisblauen Gewässern mit Felsenküste im Hintergrund
Wassersportler erkunden die kristallklaren Buchten rund um Comino

Comino, die kleinste bewohnte Insel, ist ein Eldorado für Wassersportler. Türkisblaue Buchten, markante Felsbögen und ein Küstenweg laden zum Paddeln oder Stand‑up‑Paddling ein; die Crystal Lagoon ist ein beliebter Schnorchelstopp.

Tauchbegeisterte finden an der Nordwestküste von Comino die vielschichtigen Santa‑Marija‑Höhlen oder das auf dem Meeresgrund liegende, gezielt versenkte Patrouillenboot P31, das als künstliches Riff dient. Bootsverbindungen führen dorthin von Mġarr und Ħondoq (Gozo) sowie von Ċirkewwa (Malta).

Wer an Land bleibt, kann Gozo per E‑Bike oder Mountainbike entlang der Nordküste erkunden, etwa das fotogene Tal Wied il‑Għasri und die windgeformten Felsplatten von Wied il‑Mielaħ. Alternativ lohnt sich eine Wanderung von Mġarr zur Ħondoq‑Bucht — dort warten einfache Imbisse und traditionelle pastizzi.

Auf dem Festland ragen die Dingli‑Klippen rund 830 Fuß über das Meer und sind ein prächtiger Ort für den Sonnenuntergang. Beim Spaziergang passiert man die Kapelle der Heiligen Magdalena und blickt hinaus zur kleinen Insel Filfla; in den Felsklippen nistet der blauhäherige Felsenschmätzer, Maltas Nationalvogel.

Filmsets und Filmgeschichte: von Popeye bis Hollywood

Die maltesische Kulisse zieht seit Jahrzehnten Filmteams an. Für Robert Altmans 1980er‑Komödie Popeye entstand ein umfangreiches Set, das heute als Popeye Village eine familienfreundliche Attraktion ist.

Besucher finden dort Spiel‑ und Wasserbereiche, Begegnungen mit Figuren aus dem Film sowie gastronomische Angebote — darunter ein Burger namens „The Flubber“, serviert mit einer Spinatsauce des Hauses (es gibt auch spinatfreie Optionen).

Weitere größere Produktionen nutzten Maltas Küsten und Dörfer: Paul Greengrass drehte für Captain Phillips (2013) mit Tom Hanks in Teilen vor der Südküste und in den Fischerdörfern Birżebbuġa und Marsaxlokk. Marsaxlokk ist bekannt für seinen großen Fischmarkt und die bunten luzzijiet, traditionelle Fischerboote.

Birgu, eine der Three Cities am Grand Harbour, tauchte in Ron Howards Verfilmung von The Da Vinci Code (2006) auf. Und Valletta diente 2017 in Kenneth Branaghs Murder on the Orient Express als Kulisse für Jerusalem und Istanbul; unter den Darstellern waren Judi Dench und Branagh selbst.

Zwischen Festivals, Museen, Felsklippen und Filmkulissen bietet Malta eine Vielfalt, die sich gut per Fähre oder Kurztrip zwischen den Inseln erschließen lässt. Wer ein wenig abseits der bekanntesten Postkartenmotive plant, wird mit vielseitigen und oft überraschenden Erlebnissen belohnt.

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