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Friedhöfe in Deutschland sind oft mehr als Ruhestätten: Sie bewahren Erinnerungen und bieten zugleich grüne Rückzugsorte mitten in der Stadt. Im Folgenden sieben Anlagen, die historisch, künstlerisch oder landschaftlich hervorstechen — und an denen berühmte Persönlichkeiten begraben liegen.
Ohlsdorfer Friedhof, Hamburg
Der Friedhof in Ohlsdorf gilt als der weltweit größte Parkfriedhof und nimmt einen Großteil von Hamburgs Grünfläche ein. 1877 eröffnet, entstand die Anlage nach englischem Vorbild auf ehemaligem Ackerland und entwickelte sich schnell zu einem Naherholungsgebiet.
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Sieben Friedhöfe in Deutschland, die einen Besuch lohnen

Auf rund 389 Hektar erstrecken sich Wege, Alleen und mehr als 200.000 Grabstellen; das interne Straßennetz misst etwa 17 Kilometer. Besucher finden hier die Gräber zahlreicher Persönlichkeiten, etwa Helmut Schmidt, Hans Albers oder Roger Willemsen. Praktisch: Die Busse der Linien 170 und 270 fahren im Halbstundentakt zwischen den Eingängen und halten an zentralen Punkten.
friedhof-hamburg.de
Jüdischer Friedhof Weißensee, Berlin
Mit etwa 116.000 Grabstellen ist der jüdische Friedhof in Berlin-Weißensee die größte erhaltene Anlage dieser Art in Europa; älter ist unter den jüdischen Friedhöfen nur der in Worms. Eröffnet wurde sie 1880, als die jüdische Gemeinde stark wuchs.
Viele Gräber blieben die NS-Zeit über erhalten, auch wenn während des Zweiten Weltkriegs Schäden auftraten. Ein Führer mit einem Rundgang zu ausgewählten Grabstätten ist erhältlich; der Weg beginnt am Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus. Unter den Ruhestätten sind Gründer bekannter Berliner Einrichtungen sowie Widerstandskämpfer verzeichnet.
Hinweis: Männliche Besucher werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen; am Eingang liegen schwarze Kippas bereit.
jewish-cemetry-weissensee.org
Melaten-Friedhof, Köln
Der Kölner Melaten-Friedhof wurde 1810 angelegt und umfasst fast 44 Hektar — das entspricht rund 60 Fußballfeldern. Sein Gestalter ließ sich vom Pariser Père Lachaise inspirieren und schuf eine parkähnliche Anlage.
Entlang der sogenannten „Millionenallee“ finden sich prunkvolle Gräber, daneben schlichtere Ruhestätten berühmter Familien und Persönlichkeiten wie Guido Westerwelle oder die Theaterfamilie Millowitsch. Auffällig ist die Skulptur des Sensenmanns, die oft fotografiert wird; viele Gräber werden von Paten gepflegt.
melatenfriedhof.de
Friedhof Bogenhausen, München
Am nördlichen Rand der Maximiliansanlagen, unweit der Isar, liegt der von einer efeubewachsenen Mauer umschlossene Friedhof in Bogenhausen. Die Anlage um die Pfarrkirche St. Georg wirkt bewusst schlicht, die Gräber sind fein gepflegt.
Nur wenige hundert Grabplätze gibt es hier; sie sind für Personen reserviert, die lange in der Umgebung gelebt oder besondere Verdienste um München erworben haben. Unter den hier Bestatteten sind Schriftsteller, Filmemacher und frühere Stadtvertreter, etwa Erich Kästner, Rainer Werner Fassbinder und Hans-Jochen Vogel.
muenchen.de
Dorotheenstädtischer Friedhof, Berlin
Der Dorotheenstädtische Friedhof ist vergleichsweise kompakt: Rund 2.400 Grabstellen, davon etwa 50 als Ehrengräber des Landes Berlin. Dennoch zählt die Anlage zu den bedeutendsten Ruhestätten deutscher Geistesgeschichte.
Hier ruhen Philosophen wie Hegel und Fichte, Literaten wie Heinrich Mann sowie Persönlichkeiten aus Architektur, Theater und Politik. Die Nähe von August Borsigs Grab zu dem von Bertolt Brecht zeigt, wie dicht auf engem Raum verschiedene Epochen und Gestaltungsstile zusammentreffen.
evfbs.de
Südfriedhof, Leipzig
Der Leipziger Südfriedhof gehört mit seinen etwa 72 Hektar zu den eindrucksvollsten Parkfriedhöfen und steht unter Denkmalschutz. Besonders markant ist die neoromanische Kapellenanlage aus dem Jahr 1910 mit einem Glockenturm von 63 Metern Höhe.

Viele lokalkulturelle Größen liegen hier begraben; die Anlage liegt nahe dem Völkerschlachtdenkmal. Besonders reizvoll sind die Frühlingsblüten: Entlang der Wege stehen tausende Rhododendronbüsche, dazu kommen japanische Kirschbäume und Mahonien.
leipzig.de
Johannisfriedhof, Nürnberg
Der Johannisfriedhof zählt zu den ältesten historischen Friedhöfen Europas; Bestattungen finden hier seit dem 13. Jahrhundert statt. Angelegt vor den einstigen Stadtmauern, diente die Lage außerhalb des Zentrums hygienischen Zwecken.
Die Anlage zeichnet sich durch gleichmäßig angeordnete Sandsteingräber und üppige Rosenbepflanzung entlang der Wege aus. Unter den etwa 6.500 Ruhestätten sind Namen wie Albrecht Dürer (Grab Nr. 649), der Bildschnitzer Veit Stoß und der Humanist Willibald Pirckheimer zu finden.
st-johannisfriedhof-nuernberg.de











