Sternzeit 2012, Tag 1 meines Tagebuches, und ich würde mal sagen, ich habe mit meinen letzten Artikeln in ein Wespennetz gestochen. Wann ist man ein Reiseblogger? Werden bei den Reisebloggern nun Ellenbogen ausgefahren oder nicht? Gibt es „Möhren“ von den Agenturen? Ich habe viel Feedback zu den Themen am Wochenende bekommen. Klar war der Artikel von mir mit spitzer Feder geschrieben, denn ich hatte ein Ziel: Mobilmachen und aufrütteln. Aber der Reihe nach…
Eins kann ich auf jeden Fall vorweg schon einmal festhalten. Es sind Themen, die die Gemeinschaft beschäftigen. Und nicht nur die Reiseblogger an sich. Auch Leser, die sich nicht in der Szene befinden, haben sich zu Wort gemeldet und ihre Meinung dazu niedergeschrieben. Und das finde ich gut. Denn davon lebt die Gemeinschaft, davon leben die Reiseblogger.
Thomas Endl von Kusafiri.at hat ebenfalls ein Artikel zu dem Thema „Ellenbogen“ verfasst, der noch einen Schritt weiter geht. Mit „Wie egoistisch sind die deutschen Reiseblogger?“ hat er den Ball von mir aufgenommen und seine Erfahrungen niedergeschrieben. Auch einige andere Reiseblogger haben meine Erfahrungen geteilt. So wie Claudia von claudiumdiewelt: „Die Ellenbogen kann ich sehr gut nachvollziehen. Von wegen alle vernetzt und helfen sich gegenseitig. Nix da. Ich bekomme von manchen Leuten auf meine Retweets ihrer Beiträge nicht mal mehr Feedback in einem Sammeltweet. Man ignoriert einander. Weil wir eben doch versuchen, Geld damit zu verdienen – nach amerikanischem Vorbild. Was wir dabei vergessen, auch die englischen Travelblogs haben ihre Anfangsjahre gehabt, in denen sie experimentieren mussten, bevor ihre Blogs liefen.“ Vielleicht hilft ja diese Diskussion dabei, die noch wachsende Gemeinschaft der Reiseblogger näher zusammen zu bringen. Letztlich profitieren wir alle davon.
Wann ist man denn jetzt Reiseblogger? Auch hier gehen die Meinungen weit auseinander. Claudia schreibt: „…ein Reiseblogger definiert sich über das, was er als Blog-Thema gewählt hat: Reisen. Nicht Ausflug, nicht der Jahresurlaub, sondern unterwegs sein, in der Welt und in Deutschland.“ Hauke meint: „Wieso bitte soll jemand nicht über den Jahresurlaub, auf den er (vielleicht) viele Jahre gespart hat berichten? Wenn er das mit viel Liebe tut wird er oder sie seine oder auch ihre Leser finden.“ Inka schreibt: “Im Übrigen verlange ich ebensowenig, dass ein Reiseblogger immer nur über Reisen berichtet. Für mich ist es auch immer interessant (und deshalb lese ich ja keine Magazine sondern Blogs), den Menschen dahinter kennenzulernen. Und der kocht vielleicht auch mal oder trifft sich irgendwem oder hat eine Geschichte zu erzählen.” Auch Wikipedia ist da nicht wirklich hilfreich, denn „Blogger ist die Bezeichnung für den Verfasser von Beiträgen in einem Blog.“ Hm, also keine wirkliche Hilfe.“ Ich bin gespannt, wie das Thema im Internet weiter diskutiert wird. Was ist eure Meinung zu dem Thema?
Ja, zurück zum Tagesgeschäft: Ich befinde mich gerade in der Planung für meine Barcelona-Reise, die ich Anfang September in Lübeck mit Ryanair starte. Eine Unterkunft habe ich noch nicht gefunden, allerdings kann ich mit der Unterstützung von HostelBookers rechnen, die mir freundlicherweise ein tolles Zimmer organisieren. Was ich dort genau mache, ist noch nicht ganz klar. Hier bin ich mit einer Firma in Kontakt, die tolle Sightseeing-Variante anbieten. Da ich allerdings bisher über keinen Klout-Index (?) verfüge, wird die Organisation „wohl schwer.“ Wird das jetzt das neue Bewertungssystem im Bloggerbereich? Manno-Mann… Ich hab mich da jetzt trotzdem mal richtig registriert. Mal sehen, was der Klout-Index so sagt. Also, wer noch richtig gute Tipps für mich in Barcelona hat, immer her damit.
Bevor ich jetzt schlafen gehe, noch ein letztes Wort zu dem Tagebuch und meinen Gedanken. Ich will hier niemanden bewerten, kritisieren oder ähnliches. Im Gegenteil. Ich – und ich denke, dass machen die meisten Reiseblogger auch – reise gerne, und deshalb bin ich Reiseblogger geworden. Ich habe allerdings gelernt, dass man gemeinsam stärker ist und in der Gemeinschaft auch viel mehr erreichen kann. Die Szene der Reiseblogger in Deutschland steht im Gegensatz zu vielen anderen Ländern erst am Anfang. Warum soll man nicht gleich am Anfang richtig starten, damit am Ende alle davon mehr haben? Warum gibt es zum Beispiel in Deutschland keine Vereinigung der Reiseblogger, wo es doch eigentlich für jedes Thema so einen Zusammenschluß gibt? Hier exemplarisch vielleicht die „Vereinigung der Sternfreunde e.V.“ oder die „Säurefliesner-Vereinigung e. V. – Institut für Wand- und Bodenbeläge“. Wäre es da nicht an der Zeit auch in Deutschland mal die Reiseblogger zu vereinen? Nur ein Denkanstoß…
Das war’s für heute liebes Tagebuch. Bis morgen.
Foto: PeterFranz / pixelio.de
Neueste Artikel von Jörg Baldin (alle ansehen)
- Netzfundstück: “Wieso bin ich nackt?” Geniale Parodie von Milky Chance - 19. Februar 2014
- Netzfundstück: Playing for change – Sittin’ on the dock of the bay - 12. Februar 2014
- Autoren gesucht: Wer hat Lust für mich auf Reisen zu gehen? - 10. Februar 2014







Auch nicht? Dann bist Du hier genau richtig. Ich zeige Euch die Welt, so wie ich sie sehe. Auf meinen Reisen durch die unterschiedlichsten Länder lerne ich tolle Orte, tolle Regionen und tolle Menschen kennen. Und Ihr könnt immer mit dabei sein...


[...] Tag 2: Nachwehen und am Samstag geht’s auf die Elbe Tag 1: “Helm auf?” oder “Alle Reiseblogger unter einem Dach?” [...]
[...] Gestern war wieder ein aufregender Tag, denn immer noch trudeln Kommentare und Meinungen zu meinen Artikeln auf. Am Samstag heißt es für mich dann “Segeln [...]
Reise- und UrlaubsNews…
Tag 1: Helm auf? oder Alle Reiseblogger unter einem Dach <b>…</b>…
warum hast du diesen Artikel denn eigentlich so halb versteckt? Ich finde den nur wenn ich deinen Tweet anklicke.
Ich weiß nur, dass nach den letzten Veränderungen alles besser ist als vorher.
Und es ist so wie ich sage – ich kann sehen welchen Klou Score all diejenigen haben, mit denen ich vernetzt bin, die aber nicht angemeldet sind.
Wie sich Klout zusammensetzt ist mir ehrlich gesagt wurscht.
Ich hab alles unter TAGEBUCH abgelegt, da der Inhalt ja nicht wirklich Reiseberichte sind.
Mit der Sichtbarkeit des Klout ist ja interessant, auch unter klout.com oder wo?
Da geb ich Heike recht, ich sehe, wer welchen Score hat und kann denjenigen auch einladen. Ich würde halt gerne wissen, was man daraus ablesen kann. In einer anderen Community haben wir da gestern drüber diskutiert, diejenigen sind alle recht vernetzt, haben jedoch oft einen Score der niedriger denn meiner ist.
Ja danke, jetzt hatte ich das auch gesehen. Man lernt eben nie aus
LG
An sich nichts schlimmes, mit Berichten meinte ich z.B. Angela mit ihrer Paris Tour und igendwo habe ich es noch gesehen. Und da ich ja nebenbei noch so ein unscheinbares, aber eher kommerzielles Reisemagazin betreibe, sieht man natürlich immer wieder mit Erstaunen wenn bei beiden Blogs wortgleiche Anfragen eintrudeln
Ich finde GYG deshalb jedoch nicht schlecht, die Idee ist gut und die Kontaktperson war mir bis dato auch sympathisch (von mir wollte aber auch niemand irgendnen Score) – evtl. ergibt sich da in Kürze noch was größeres… Wenn mir aber eine Herangehensweise nicht gefällt, dann muss ich absagen – diese Konsequenz meinte ich
ach echt was? Das wusste ich gar nicht. Aber – einen Klout Index hat ja jeder. Selbst wenn du nicht angemeldet bist kann ich dir sagen welchen Klout Index du hast. (Glaub ich)
nö, glaube nicht. Ich musste mich da anmelden und dann alle meine Social-Verbindungen eintragen. Wenn ich es richtig verstanden habe, wird da in einer komplizierten Formel aus Followern, Einträgen, Likes, weiß der Hund was ein Index errechnet. Das dauer aber nach Anmeldung irgendwie paar Tage, dann ist der Index errechnet. Glaube ich…
Hab mal gegoogelt…
Klout arbeitet mit ähnlichen Parametern, die allerdings leicht verklausuliert dargestellt werden:
– True Reach: Die Zahl von Menschen, die direkt oder indirekt beeinflusst werden.
– Amplification: Die Stärke der Beeinflussung (Frequenz von likes, RTs etc.).
– Network Impact: DieStärke des Einflusses von Freunden, Fans & Followern.
Klärt mit kurz auf – was ist mit Get Your Guide?
Im Grunde genommen gar nichts. Die wollten von mir einen Klout-Index und ich wusste gar nicht, dass es so etwas überhaupt gibt. Ohne Klout-Index keine Zusammenarbeit und das war für MICH neu… Aber jetzt bin ich ja da auch angemeldet.
Also gut, das mit dem Klout hab ich rausgefunden, wenngleich ich nicht weiss was ein Index von 43 für ne Aussage hat. Wenn du da interessante Berichte zu hast, nur her damit.
Eine Vereinigung an sich ist gar nicht mal so schlecht, aber da ist auch wieder die Schwierigkeit des "Grenzenziehens". Vielleicht will sich der eine oder andere Reiseblogger nicht mit all den "Gelegenheits"-Reisebloggern in ein Boot stecken lassen.
Was Barcelona angeht, so finde ich die Idee mit Getyourguide echt prima. Ich finde das Führungen immer gut sind. Letztes Jahr haben wir den Hop On Hop Off Bus genutzt, und dort via Tonband die wichtigsten touristischen Highlights mitbekommen… Auf jeden Fall eine tolle Stadt, die so unglaublich günstig zu bereisen ist. Wir haben letztes Jahr 70 Euro für einen Hin und Rückflug mit der Lufthansa bezahlt…
Wobei du das mit Ryanair sicherlich noch unterbieten kannst.
43? Keine Ahnung
Wenn ich es weiß, sag ich Dir Bescheid…
Ja, die Definition, wer Reiseblogger ist oder nicht, ist schon schwer. Dass zeigen ja auch die vielen Kommentare zu dem Thema. Vielleicht ist das ja auch totaler Blödsinn, aber in den Ländern, in denen das Thema "Bloggen" schon deutlich weiter ist, gibt es so etwas ja auch und es scheint zu funktionieren. Warum dann nicht auch bei uns?
Ich habe keine Lösung, aber ich finde eine Diskussion darüber sehr sinnvoll.
Ich will dir mal ganz ehrlich was sagen:
Dieses "Stark durch Gemeinschaft" Ding funktioniert nicht aufs große Ganze betrachtet. Klar, es lässt ein Zweituniversum entstehen (die sog. Bloggerblase), in der man sich gegenseitig Honig um den Mund schmiert und beweihräuchert. Das ist kein deutsches Problem sondern liegt in der Natur der Sache: Wenn Keith oder Melvin einen Artikel schreiben, dann wird der ein paar Mal geliked, geshared und retweetet – vom jeweiligen Tourismuspartner und von (meist "kleineren") Blogs, die Bekanntheit und Sympathiewerte ernten möchten. Diese Blase verselbstständigt sich so sehr, dass die eigentlichen Adressaten ganz aus den Augen verloren werden, nämlich die Leserschaft von außerhalb der Blase. Wenn man sich also unter Bloggern sympathisch findet oder thematisch auf einer Wellenlänge segelt, ist eine engere Verknüpfung die logische Entwicklung. Inwiefern sollte ich nun aber davon profitieren mit 300 anderen Bloggern irgendwo gelistet zu sein? (offene Frage, überzeug mich!) Am Ende des Tages ist sich jeder doch selbst der Nächste. In der Natur nennt man es "survival of the fittest/strongest" – auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen, so trifft es doch den Kern der Sache. Welche Eigenarten und Verhaltensweisen dabei zu Tage treten ist natürlich eine persönliche Sache, die ich mit Spannung verfolge
Ich weiß ehrlich gesagt immernoch nicht was mir dein Artikel sagen soll. Insgeheim klingt doch wieder ein bisschen Gejammer durch – nun eben gegen den Klout Score. Irgendwie muss ein Unternehmen ja Anhaltspunkte bekommen, inwiefern sich ein finanzielles Engagement lohnt. Gleichzeitig kann ich verstehen, wenn du an Klout & Co zweifelst oder die Herangehensweise von Getyourguide kritisierst – nur warum verlinkst du ihr Angebot und erwähnst offene Verhandlungen, obwohl die Sache "wohl schwer wird"? Dann schaff halt auch mal Exklusivität und sag ner Firma ab, wenn dir das Vorgehen nicht passt
Zumal GYG wohl nahezu alle von uns kontaktiert hat (gibt ja bereits einige Berichte)
Hey, danke für Dein Input.
Ist kein gejammer zu Klout, war nur überrascht, was es alles gibt und ich davon – ehrlich gesagt – bis gestern nie etwas gehört habe. Zu gyg hast Du recht, link wieder entfernt, zu viel Sonne auf dem Kopf, Danke! Man lernt eben auch nie aus… Abgesagt hatte ich aber schon vorhin von ganz alleine.
Bei vielem anderen stimme ich Dir zu, aber es gibt leider nur wenige, die das auch mal aussprechen, was Du gerade formuliert hast. Danke!
Zur Gemeinschaft oder Vereinigung: Die beschränkt sich ja nicht nur auf eine Listung. Ich bin sicher, da kann man zusammen deutlich mehr erreichen, als Alex und Jörg alleine. Was genau? Dass kann ich Dir spontan auch nicht beantworten. Auch das wäre eine gute Aufgabe so eines "Teams". Zusammenarbeit, Vernetzung, Netiquette, Regeln, Definition etc. So könnte man auch für die "Leser" eine Sicherheit schaffen, dass z.B. gelistete Blogger bestimmte Regeln einhalten (auch wenn die Reise gesponsert wurde oder die Unterkunft vom Hotel übernommen wird.) Nur ein paar Beispiele.