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- Wo genau liegen die Azoren?
- Beste Reisezeit
- Welche Inseln lohnen einen Besuch?
- Vulkanische Formationen, Höhlen und Calderen
- Wasseraktivitäten: Strände, Tauchen und Walbeobachtung
- Fischen, heiße Quellen und Gipfelsturm
- Essen, Wein und lokale Spezialitäten
- Käse, Eis und Genuss
- Unterkünfte: von Bauernhof bis Eco‑Resort
- Anreise: Direktflüge und Verbindungen
Die Azoren verbinden dramatische Vulkanlandschaften mit überraschender Erreichbarkeit: Die neun Inseln liegen im Nordatlantik und sind weiter entfernt als das portugiesische Festland – und dennoch per Direktflug von Nordamerika und Europa gut zu erreichen. Für Reisende bedeutet das: ungewöhnliche Naturerlebnisse, eine euro-basierte Infrastruktur und englische Verständigungsmöglichkeiten, kombiniert mit einer eigenständigen azoreanischen Kultur.
Wo genau liegen die Azoren?
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Das Archipel erstreckt sich über rund 400 Meilen im nördlichen Atlantik. Geografisch sind die Inseln etwa 2.400 Meilen östlich der Vereinigten Staaten und knapp 930 Meilen westlich von Lissabon gelegen, was sie zur nächstgelegenen europäischen Landmasse gegenüber den USA macht. Die neun vulkanischen Inseln gliedern sich in drei Gruppen: östlich São Miguel und Santa Maria, zentral Terceira, São Jorge, Pico, Graciosa und Faial, und im Westen Flores sowie Corvo.

Beste Reisezeit
Die Hauptsaison reicht von Juni bis September. In diesen Monaten gibt es die meisten Direktverbindungen aus Europa und Nordamerika, und die Temperaturen sind am angenehmsten. Sie überschreiten selten 80 °F.
Wer weniger Menschenmengen und günstigere Übernachtungen sucht, findet oft im Mai oder Oktober gute Bedingungen: es ist kühler, aber zahlreiche Aktivitäten und Gastgeber sind noch verfügbar. Die Saisonalität unterscheidet sich jedoch deutlich zwischen den Inseln — einige Betriebe schließen außerhalb der Sommermonate.
Welche Inseln lohnen einen Besuch?
Die meisten internationalen Gäste starten auf São Miguel, der größten Insel. Dort liegen Ponta Delgada, berühmte Kraterseen und geothermische Becken in Furnas sowie Europas einzige Teegärten.
Terceira
Die Hauptstadt Angra do Heroísmo gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Terceira bietet Lavahöhlen, natürliche Felsbecken zum Baden und ein historisches Hafenbild, das Jahrhunderte Seefahrtsgeschichte widerspiegelt.
Pico
Pico beheimatet mit dem Mount Pico Portugals höchsten Berg und ist für Weinberge bekannt, die auf schwarzer Vulkanerde angebaut werden.
Faial
Faial ist bekannt für seinen Yachthafen, mit Kachel geschmückte Kirchen und den Faial Nature Park mit einer markanten Caldera.
Corvo und Flores
Corvo ist die kleinste Insel mit einer Caldera und gilt als Anziehungspunkt für Vogelbeobachter. Flores besticht durch Wasserfälle, Seen und ausgedehnte Hortensienblüten.
São Jorge, Graciosa, Santa Maria
São Jorge bietet Steilküsten, natürliche Pools und eine Käsetradition. Graciosa heißt wegen ihrer hellen Felsen „die weiße Insel“ und gehört zu einer UNESCO-Biosphärenregion. Santa Maria ist die älteste und südlichste Insel, mit sandigen Stränden und sanfterer Topografie.

Vulkanische Formationen, Höhlen und Calderen
Vulkanische Landschaften prägen die Inseln. Auf Terceira etwa lässt sich im Naturreservat Algar do Carvão in einen alten Vulkanschlot hinabsteigen und in einem Regenwassersee baden. Auf São Miguel umschließen inaktive Vulkankrater klare Seen; das Aussichtplateau Miradouro da Boca do Inferno ist per einfacher Wanderung erreichbar (etwa 1,5 Meilen hin und zurück).

Die jüngste Eruption der Inselgruppe fand 1957–58 auf Faial statt. Das Capelinhos-Interpretationszentrum erläutert die geologische Geschichte und macht die unmittelbaren Spuren des Ausbruchs erlebbar.
Wasseraktivitäten: Strände, Tauchen und Walbeobachtung
Die Küsten der Azoren bieten Strände für verschiedene Bedürfnisse: vom breiten Familienstrand Porto Pim auf Faial bis zu den schwarzen Felsformationen der Ponta da Ferraria auf São Miguel. Durch den Einfluss des Golfstroms bleiben die Wassertemperaturen von Mai bis in den Dezember angenehm.

Tauchplätze gibt es mehr als 50 im Archipel. Anbieter wie der auf Faial ansässige Meeresexperte Norberto Diver führen zu Höhlen, Schiffswracks und bei passenden Bedingungen zu Begegnungen mit Haien und Mobula-Rochen am Princess Alice Bank. Vor der Küste kann man außerdem regelmäßig Wale und Delfine beobachten; in den Gewässern kommen unter anderem Blau-, Finn- und Pottwale vor.
Fischen, heiße Quellen und Gipfelsturm
Die Azoren sind ein bekanntes Ziel für Hochseefischer. Besonders im August und September sind große Thunfische und Marline zu erwarten; lokale Anbieter organisieren Tagestrips für Amateur- und Profiangler.
In Furnas auf São Miguel laden mehrere geothermisch beheizte Becken zum Entspannen ein. Parkanlagen wie Terra Nostra und die Poça da Dona Beija bieten natürliche Thermalbäder, die auch außerhalb der Sommersaison attraktiv sind.
Wer Bergabenteuer sucht, kann den Mount Pico erklimmen. Mit 7.713 Fuß ist er Portugals höchster Gipfel. Der Aufstieg über teils schroffe, mondähnliche Strecken erfordert Trittsicherheit; oben belohnt die Aussicht über die Wolken und das Archipel.
Essen, Wein und lokale Spezialitäten
Die Küche der Azoren ist stark vom Meer und der Milchproduktion geprägt. Terceira serviert etwa cracas (gekochte Seepocken), São Jorge ist für seine Käsesorten bekannt, und auf São Miguel gehört das im Erdreich gegarte Fleischgericht cozido zu den kulinarischen Highlights.
Backwaren sind regional unterschiedlich: São Miguel bietet das bolo lêvedo, es gibt das süße massa sovada und Picos runde rosquilhas. In Terceira lohnt ein Stopp bei O Forno, um lokale Spezialitäten wie die Dona-Amélia-Kuchen zu probieren.
Weinbau hat auf den Azoren eine lange Tradition; nach Rückschlägen durch Reblaus im 19. Jahrhundert erlebte die Branche Mitte des 20. Jahrhunderts eine Wiederbelebung. 1961 gründete Pico eine Winzergenossenschaft; das Museu do Vinho sowie Betriebe wie die Azores Wine Company bieten Einblicke und Verkostungen. António Maçanita, Mehrheitsinhaber der Azores Wine Company, gilt als eine einflussreiche Persönlichkeit der portugiesischen Weinszene.
Käse, Eis und Genuss
Die oft grasbewachsenen Inseln haben eine ausgeprägte Milchwirtschaft. Viele Sorten Käse sind inseltypisch: São Jorges halbharte, würzige Varianten und Pico‑Käse mit kräftigem Geschmack gehören zu den Favoriten. Eiscreme mit regionalen Aromen, etwa im Quinta dos Açores auf Terceira, rundet das Angebot ab.
Wer die kulinarische Vielfalt systematisch erkunden möchte, findet in Ponta Delgada geführte Food‑Tours lokaler Anbieter, die kleine Gruppen über typische Produkte und Restaurants informieren.
Unterkünfte: von Bauernhof bis Eco‑Resort
Die Übernachtungslandschaft reicht von restaurierten Bauernhäusern bis zu neuen Luxusunterkünften. Ruhige, landnahe Optionen sind etwa das Gästehaus Senhora da Rosa auf São Miguel oder Pico da Vigia auf Terceira.
Öko‑Resorts wie das Santa Barbara Eco Beach Resort und die steinernen Pegasus Lodges fügen sich in die Landschaft ein. Historisch interessierte Gäste können in der Pousada Forte Angra do Heroísmo übernachten, einem ehemaligen Festungsbau aus dem 16. Jahrhundert.
Neu eröffnete und luxuriöse Häuser ergänzen das Angebot: Das Octant Hotel Furnas liegt nahe der Thermalquellen von São Miguel, Sul Villas & Spa bietet Meerblick bei Ponta Delgada, und das Torel Brava öffnete Ende 2024 mit starken, farbenfrohen Interieurs. Auf Pico stellt die Azores Wine Company zudem einige Gästezimmer direkt an den Weinbergen bereit.
Anreise: Direktflüge und Verbindungen
Aus den USA gibt es Direktverbindungen: United Airlines fliegt von New York City nach Ponta Delgada (etwa sechs Stunden), Azores Airlines bietet Verbindungen von New York und Boston (rund fünf Stunden). TAP Air Portugal verbindet San Francisco mit Terceira (etwa elf Stunden). Von Lissabon aus dauern Flüge zu den Azoren etwas über zwei Stunden; Anbieter sind unter anderem TAP Portugal, Ryanair und Azores Airlines.
Viele dieser Strecken sind saisonal in den Sommermonaten verfügbar. Azores Airlines betreibt allerdings auch Winterverbindungen von New York und Boston nach Ponta Delgada.












