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Sachsen-Anhalt ist klein, wirkt jedoch groß: Das Bundesland versammelt eine ungewöhnlich dichte Fülle historischer Stätten — vom Bauhaus in Dessau bis zu mittelalterlichen Altstädten. Wir stellen 13 Orte vor, die das kulturelle Erbe der Region prägen und Besuchern unterschiedliche Kapitel deutscher Geschichte eröffnen.
Bauhaus Dessau
Die klare, funktionale Formensprache des Bauhauses prägte das 20. Jahrhundert weltweit. Ausgangspunkt dieser Bewegung war die Kunstschule in Dessau, die Walter Gropius gründete und an der zahlreiche wegweisende Experimente stattfanden.
Im 2019 eröffneten Bauhaus Museum Dessau geben Skizzen, Fotos und Designobjekte Einblick in die Arbeit der Schule. Außerhalb des Museums sind viele Originalbauten erhalten: Zwölf Bauhausgebäude, darunter das bekannte Bauhausgebäude und die Meisterhäuser, lassen sich besichtigen.
Gartenreich Dessau‑Wörlitz
Zwischen Dessau und Wörlitz erstreckt sich ein weitläufiges Ensemble aus Parks, Gärten und Schlössern, das als Ausdruck europäischer Gartenkunst gilt. Hier wurde Mitte des 18. Jahrhunderts der erste englische Landschaftsgarten auf dem Kontinent angelegt.
Auf der künstlich geschaffenen Insel Stein liegt der sogenannte Vesuv von Dessau‑Wörlitz; eine restaurierte Villa, ein antikisierendes Theater und Felsgrotten erinnern an neapolitanische Vorbilder. Das rund 142 Quadratkilometer große Areal umfasst mehrere Parks und Schlösser und empfiehlt sich besonders für Boots- oder Gondelfahrten in den Abendstunden.
Himmelsscheibe von Nebra
Die Bronzescheibe von Nebra ist etwa 3.600 Jahre alt und gilt als älteste konkrete Himmelsdarstellung weltweit. Seit 2013 gehört sie zum Weltdokumentenerbe.
Ihr Fund 1999 liest sich wie ein kriminalistischer Fall: Die Scheibe wurde damals illegal geborgen und anschließend über mehrere Zwischenstationen von der Polizei in einem Basler Hotel sichergestellt. Heute ist das Fundstück in der Dauerausstellung des Landesmuseums für Vorgeschichte in Halle zu sehen; ein Besucherzentrum in der Nähe erläutert die Fundgeschichte und die Fundlandschaft.
Luthergedenkstätten
Sachsen‑Anhalt ist ein zentrales Reformationsland: In Wittenberg erinnern das Lutherhaus und die Schlosskirche an das Wirken Martin Luthers. Die Schlosskirche ist bekannt als Ort, an dem Luther 1517 seine Thesen publizierte und in der er später beigesetzt wurde.
Weitere Stationen wie Luthers Geburtshaus in Eisleben, wo er 1483 geboren wurde, sowie das Elternhaus in Mansfeld ergänzen die Ausstellungsangebote und machen Lebensstationen des Reformators erlebbar.
Naumburger Dom
Der Naumburger Dom mit seinen markanten Türmen zählt zu den herausragenden Bauwerken des europäischen Hochmittelalters. Besonders bemerkenswert sind die Bildhauerarbeiten im Inneren.
Höhepunkte sind die rund ein Meter großen Stifterfiguren aus dem 13. Jahrhundert. Besucher können Führungen nutzen oder einen Audioguide, um die kunsthistorischen Details zu erschließen.
Altstadt von Quedlinburg
Quedlinburg wirkt wie ein lebendiges Geschichtsbuch: Die Stadt war vor mehr als 1.100 Jahren ein Zentrum des ottonischen Reiches und bewahrt bis heute ein weitgehend authentisches Altstadtbild.

Rund 2.000 Fachwerkhäuser aus mehreren Jahrhunderten, die Stiftskirche St. Servati mit ihrem Domschatz und das Schloss bilden ein geschlossenes Ensemble. Das lokale Fachwerkmuseum erklärt die Bautradition der Region.
Dom zu Magdeburg
Der Magdeburger Dom beeindruckt durch seine Größe: Das Kirchenschiff misst rund 120 Meter, der Nordturm erreicht etwa 104 Meter. Im Dom befindet sich das Grab Ottos des Großen.

Künstlerisch bedeutsam sind außerdem der Figurenzyklus am Paradiesportal und Ernst Barlachs Mahnmal gegen den Krieg. Die Stadt selbst bietet darüber hinaus Sehenswürdigkeiten wie die Grüne Zitadelle und den Elbauenpark.
Ringheiligtum Pömmelte
Das neolithische Ringheiligtum bei Pömmelte wurde 1991 entdeckt und später rekonstruiert. Archäologische Funde wie Keramik, Steinwerkzeuge und Skelette deuten auf rituelle Handlungen vor etwa 4.000 Jahren hin.
Heute steht ein nachgebauter Holzring mit bis zu vier Meter hohen Stämmen im Zentrum, einige Der Pfosten sind farbig gestaltet, was das Umfeld der einstigen Kultstätte veranschaulicht.
Franckesche Stiftungen (Halle)
Die Franckeschen Stiftungen in Halle sind ein vielschichtiges Ensemble aus Schulgebäuden, Bibliothek und Museen. Die Sammlungen umfassen naturkundliche und kulturhistorische Objekte.
Besonders eindrücklich ist die Kunst- und Naturalienkammer mit mehreren Tausend Exponaten; zu sehen sind unter anderem Kuriositäten und naturhistorische Präparate in Gläsern.
Nationalpark Harz
Der Nationalpark Harz erstreckt sich über die Mittelgebirgslandschaft zwischen Niedersachsen und Sachsen‑Anhalt. Dichte Wälder, Gipfel und ein ausgedehntes Wegenetz laden zu Naturerlebnissen ein.
Der Brocken, mit 1.141 Metern der höchste Punkt, ist per historischer Dampflok erreichbar. Auf dem Gipfel gibt es eine Wetterstation, ein Naturkundemuseum und Aussichtspunkte, die weite Blicke über die Region gewähren.
Ferropolis Gräfenhainichen
Ferropolis, die „Stadt aus Eisen“, steht auf dem Gelände eines ehemaligen Braunkohletagebaus und ist heute Freilichtmuseum und Veranstaltungsort. Riesige Tagebau‑Maschinen bilden eine markante industrielle Kulisse.
Bekannt wurde der Ort als Bühne für große Open‑Air‑Festivals; das populäre Melt‑Festival wurde 2024 jedoch wegen zu hoher Kosten abgesagt. Dennoch finden weiterhin Konzerte, Führungen und Ausstellungen auf dem Gelände statt.
Tangermünde
Tangermünde an der Elbe ist ein gut erhaltenes mittelalterliches Städtchen mit rund 10.000 Einwohnern. Burg, Rathaus und die Kirche St. Stephan prägen das Stadtbild.
Die norddeutsche Backsteingotik, schmucke Giebel und Stadtmauern vermitteln den Eindruck einer historischen Residenzstadt, die im 14. Jahrhundert unter Karl IV. Bedeutung als Residenzort erlangte.
Biosphärenreservat Mittlere Elbe
Die Elbauen zwischen Wittenberg und Coswig bilden eines der größten Auenlandschaften Deutschlands. 1997 wurde das Gebiet als UNESCO‑Biosphärenreservat ausgewiesen.
Paddler und Radfahrer genießen die ruhige Flusslandschaft mit Wiesen, Weiden und Altholzbeständen. Informationszentren bieten Einblicke in Flora und Fauna; mit etwas Glück sind die zahlreich vorkommenden Biber zu beobachten.











