Elvis Presleys Stationen in Memphis und Tupelo erkunden

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Elvis Presley wird im Januar 2025 90 Jahre alt – für viele Fans ein Grund, zu den Orten zu reisen, die seinen Aufstieg prägten. Unser Autor hat sich in Memphis und Tupelo umgesehen und die Stationen besucht, an denen der King seine Spuren hinterließ.

Mit einem 1955er Cadillac auf Spurensuche

Der Wagen ruckelt beim Anlassen, der Motor klingt rau. Tad Pierson, ein langjähriger Elvis-Kenner, fährt vorsichtig an. „Es ist ein Cadillac Fleetwood aus dem Jahr 1955“, sagt er. „Wir können froh sein, dass es überhaupt noch fährt.“

In diesem Auto führt Pierson Besucher durch Memphis – eine symbolträchtige Wahl. Elvis selbst hatte nach seinem ersten Hit „That’s All Right, Mama“ offenbar genau einen solchen Wagen gekauft, ihn rosa lackieren lassen und seiner Mutter geschenkt. Die Tour verbindet technische Details mit Geschichten über die frühen Jahre des Künstlers.

Memphis: zwischen Blues, Country und Erinnerungskultur

Memphis liegt am Mississippi und grenzt an den Bundesstaat Mississippi. Die Region erzählt von unterschiedlichen kulturellen Strömungen: Tennessee ist stark von weißer Mehrheitskultur und Country geprägt, Mississippi gilt als Zentrum des Blues und hat bis heute den höchsten Anteil afroamerikanischer Einwohner in den USA.

Pierson hält vor den Lauderdale Courts, einer Wohnanlage, in der Elvis mit seinen Eltern lebte, nachdem die Familie aus Tupelo nach Memphis gezogen war. Die Gegend wirkte damals ärmlich, erzählt er: viele Holzhäuser ohne fließendes Wasser, oft ohne Elektrizität.

Beale Street und Sun Records

Überall in der Stadt erinnern Tafeln an Orte, die mit Elvis verbunden sind: Restaurants, Schulen, Kinos. Die Beale Street liegt historisch im schwarzen Viertel von Memphis; dort sah der junge Presley Bluesgrößen wie Big Boy Crudup – oft aus der Distanz, weil er als Weißer nicht einfach in die Clubs gehen konnte.

Historisches Aufnahmestudio mit Vintage-Mikrofon und altem Klavier
Sun Records: Das legendäre kleine Studio, wo Musikgeschichte geschrieben wurde.

Das Studio von Sun Records wirkt klein und unscheinbar: keine 20 Quadratmeter, ein altes Klavier, ein paar Mikrofone und auf dem Boden ein X aus Klebeband – der Platz, an dem Elvis gestanden haben soll. Heute werden dort keine Platten mehr produziert; die Anlage lebt vom Besucherverkehr. Die geführte Tour dauert rund 40 Minuten und kostet 20 Dollar. Sun Records verzeichnet laut Angaben jährlich etwa 200.000 Besucher, vorwiegend ältere Gäste. Viele der Guides sind lokale Musiker; Josh, einer von ihnen, sagt: „Wenn du aus Memphis bist, wächst du mit Elvis auf.“

Graceland: Museum, Pilgerziel, Wirtschaftsfaktor

Der Elvis Presley Boulevard führt zu Graceland, dem Haus, das Elvis 1957 erwarb und bis zu seinem Tod bewohnte. Er bezahlte seinerzeit 100.000 US-Dollar – ein Betrag, der heute ungefähr 1,1 Millionen Dollar entspräche, so Pierson.

Graceland Mansion in Memphis mit charakteristischer Architektur
Graceland: Das Haus, das Elvis 1957 kaufte und sein Leben lang bewohnte.

Die Umgebung von Graceland ist kommerziell geprägt: Souvenirshops, thematische Restaurants und mehrere Museen zu Autos, Bühnenkleidung und Flugzeugen bilden ein Elvis-zentriertes Areal. Die Grundtour, die „Elvis Experience“, kostet laut Anbieter 82 Dollar; eine gehobene VIP-Variante bis zu 240 Dollar.

Im Haus selbst führt der Audioguide durch Räume wie das weißlederne Wohnzimmer und den markanten „Jungle Room“. Die Darstellung betont einen freundlichen, volksnahen Elvis. Weniger präsent sind die schwierigen letzten Lebensjahre: Gewichtszunahme, exzentrische Bühnengarderobe und gesundheitliche Probleme bleiben weitgehend nebensächlich.

Elvis Presley Enterprises (EPE) gibt die Besucherzahl mit rund 600.000 Menschen pro Jahr an. Tad Pierson beobachtet jedoch einen Rückgang: weniger Autos auf den Parkplätzen, kürzere Schlangen an der Kasse und geringere Besucherzahlen in den Gastronomiebetrieben. Das liege nahe, da die Generation mit persönlichen Erinnerungen an Elvis inzwischen meist weit über 60 Jahre alt sei.

Zurück nach Tupelo: das Geburtshaus

Etwa zwei Stunden Fahrt von Memphis entfernt liegt Tupelo, eine kleinere Stadt, in deren Nähe Toyota ein Werk betreibt und so neue Arbeitsplätze geschaffen hat. Die Innenstadt wirkt gepflegt: Hotels, Restaurants und Geschäfte reihen sich entlang der Hauptstraße.

Auf einem Hügel befindet sich die Gedenkstätte Elvis Presley’s Birthplace. Das heute dort stehende, versetzte Haus ist das Gebäude, in dem Elvis geboren wurde und die ersten Monate verbrachte. Elvis hatte das Haus kurz vor seinem Tod erworben und der Stätte vermacht. Das ursprüngliche Gebäude ist sehr klein – Schlafzimmer und Küche zusammen kaum mehr als 20 Quadratmeter – und als originalgetreue Rekonstruktion eingerichtet.

Joe Turner, Leiter der Gedenkstätte, beschreibt die frühere Lebenssituation der Familie als von Armut geprägt, aber mit starkem Gemeinschaftssinn: „Die Presleys waren arm“, sagt er. „Elvis hatte immer Kleidung, auch wenn sie abgenutzt war. Er hatte genug zu essen. Er hatte ein Dach über dem Kopf … und es herrschte Gemeinschaft.“

„Memphis Mafia“: Familie und Entourage

Elvis umgab sich zeitlebens mit Verwandten und Freunden. Mackey Hargett, ein Verwandter, erinnert daran, dass viele Cousins zeitweise in Graceland lebten und als Fahrer, Leibwächter oder Hauspersonal tätig waren. Die ständige Begleitung, die die Medien als „Memphis Mafia“ bezeichneten, machte ausgedehnte Tourneen schwierig. Deshalb nahm Elvis häufig Film- und Auftrittsangebote in Kauf – sein Motto sei gewesen: „Ich zahle für alles.“

So entstand das Bild eines Künstlers, der öffentlich eine übergroße Figur war, innerlich aber immer der Junge vom Land blieb.

Tipps und Informationen

Anreise: Direktflüge gibt es nicht aus Deutschland; United Airlines verbindet Frankfurt mit Umstiegen in Chicago, Houston oder Newark, KLM bietet Verbindungen mit Zwischenstopp in Amsterdam.

Unterkunft: In Memphis gilt das Fünf-Sterne-Hotel The Peabody als klassisches Haus (Doppelzimmer ab etwa 210 Euro). In Tupelo liegt das Hotel Tupelo nahe der Gedenkstätten.

Besichtigungen: Für Sun Records und Graceland empfiehlt es sich, Tickets in Stoßzeiten vorab online zu buchen. Die Tour durch Sun Records dauert circa 40 Minuten (sunrecords.com), Graceland-Tickets und Informationen gibt es bei graceland.com. Tad Pierson bietet unter dem Label American Dream Safari Führungen in und um Memphis an (facebook.com/AmericanDreamSafari).

Weiterführende Informationen: memphistravel.com, visitmississippi.org

Die Reise wurde mit Unterstützung der Fremdenverkehrsorganisationen von Memphis und Mississippi unternommen. Unsere Transparenz- und Unabhängigkeitsstandards sind dokumentiert unter go2.as/unabhaengigkeit.

Kategorien USA

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