Aspen oder Vail – welches Skigebiet eignet sich besser?

Zusammenfassung zeigen Zusammenfassung verbergen


Nur 63 Kilometer liegen Aspen und Vail in der Luft auseinander – doch für Skifahrer sind das zwei völlig unterschiedliche Welten. Beide Resorts zählen zu den bekanntesten in Colorado und bieten Weltklasse-Skibedingungen, ihre Atmosphäre und ihr Publikum könnten jedoch kaum verschiedener sein.

Wie zwei Orte entstanden

Aspen war lange vor Vail berühmt: Das Städtchen entstand als Silberminenort und wandelte sich nach dem Ende des Bergbaus 1946 zu einer Skihochburg mit viktorianischer Bausubstanz und kleinstädtischem Charme. Vail dagegen wurzelt in der Idee, einen Berg gezielt als Skigebiet zu entwickeln.

1962 legte Pete Seibert mit Investoren die ersten Pisten und Lifte am heutigen Vail Mountain in den White River National Forest. Aus einer kleinen Ansammlung von Serviceangeboten – Skiverleih, Shop, ein Gasthof unter Pepi Gramshammer – wuchs binnen weniger Jahre ein bedeutendes Resort.

Bayerisches Ambiente im Herzen der Rockies

Der Stil der frühen Hoteliers prägte Vails Erscheinungsbild: Gramshammer baute im Alpenstil, Balkone wurden mit Geranien geschmückt, und bayerisch-österreichische Speisen gehörten bald zum Ortsbild. Deutsche Investoren wie Karlheinz Fäßler trugen weiter zum Aufstieg bei; seine Dependance der Sonnenalp entwickelte sich zum festen Bestandteil des Ortes.

Alpenstil-Architektur mit Balkonen und Geranien in einem Bergdorf
Der charakteristische Alpenstil prägt Vails Ortsbild seit Jahrzehnten.

Die Sonnenalp ist heute ein Aushängeschild Vails: gedrechselte Möbel, Trophäen über den Kaminen und ein Gourmetrestaurant mit regionalen Bezügen prägen das Haus. Johannes Fäßler, mittlerweile Hoteldirektor, spielt den Einfluss seiner Familie auf den Aufstieg Vails betont zurückhaltend herunter.

Klaus Obermeyer: Tüftler, Unternehmer, Legende

In Aspen lebt eine der schillerndsten Figuren der US-Skiszene: Klaus Obermeyer, 105 Jahre alt, gilt als Pionier der Ski-Mode. Ende der 1940er-Jahre in die USA gekommen, arbeitete er als Skilehrer und entwickelte aus der Notwendigkeit heraus erste Daunenjacken – den nach ihm benannten Anorak.

Den Prototyp verkaufte er einst für 250 US-Dollar. Daraus entstand die Firma Obermeyer Sports. Obermeyer trieb weitere Innovationen voran, blieb lange Präsident seines Unternehmens und wurde in Aspen zur lokalen Ikone.

Glamour versus Zurückhaltung

Aspen hat sich den Ruf als Luxusziel erhalten: Zur Weihnachts- und Silvestersaison füllen Privatjets die Landebahnen, edle Boutiquen und teure Restaurants bestimmen das Bild, und Prominente gehören hier zum gewohnten Anblick. Vail wird dagegen oft als ruhiger und wirtschaftlich orientierter beschrieben — ironisch heißt es in Colorado mitunter: Aspen ist Hollywood, Vail die Wall Street.

Die Superreichen sind in beiden Orten präsent, treten in Vail und dem Schwesterort Beaver Creek jedoch generell zurückhaltender auf. Spitzenimmobilien erreichen in beiden Resorts inzwischen hohe zweistellige Millionenpreise.

Wo der Schnee und das Gelände überzeugen

Vail zählt mit rund 21,4 Quadratkilometern befahrbarer Fläche zu den größten Skigebieten der Welt. Auf der „Front Side“ dominieren präparierte Abfahrten; im Rücken des Berges liegen die Waldabfahrten des Blue Sky Basin und die bekannten, tiefverschneiten Back Bowls.

Vielfältiges Skigelände mit Waldabfahrten und breiten Pisten
Vails Blue Sky Basin und Back Bowls bieten abwechslungsreiches Terrain.

Aspen dagegen besteht aus vier Bergen — Aspen Mountain, Highlands, Buttermilk und Snowmass — die zusammengefasst etwa Vails Größe erreichen. Die „Highlands Bowl“ mit bis zu 48 Grad Neigung gilt als besonders anspruchsvoll. Beide Orte sind regelmäßig Stationen des Ski-Weltcups; Aspen ist außerdem Gastgeber der X-Games.

Das Klima liefert oft sehr trockenen, feinkörnigen Pulverschnee. In den vergangenen zehn Jahren fiel Aspen im Schnitt rund 7,5 Meter Schnee pro Saison – nach Angaben des Resorts deutlich mehr als beispielsweise am Arlberg in den Alpen.

Praktische Hinweise für Reisende

  • Region: Vail und Aspen Snowmass liegen im Westen Colorados, auf Höhen zwischen etwa 2.500 und 3.800 Metern.
  • Reisezeit: Die Saison reicht in der Regel von Mitte/Ende November bis Mitte April.
  • Einreise: Deutsche Staatsangehörige benötigen einen gültigen Reisepass und eine elektronische Einreisegenehmigung (ESTA). Die Gebühr beträgt 21 US-Dollar.
  • Liftpreise: Tageskarten liegen in beiden Resorts oft bei rund 300 US-Dollar; für Vielfahrer kann ein Saison- oder Verbundpass günstiger sein.
  • Pässe: Mit dem Epic Pass sind unter anderem Beaver Creek, Breckenridge und Keystone zu erreichen. Der Ikon Pass gewährt Zugang zu Copper Mountain und Winter Park.

Weitere Informationen bieten die Seiten von Colorado Tourism, Aspen Snowmass und Vail: colorado.com, aspensnowmass.com, vail.com.

Quelle: dpa

Kategorien USA

Geben Sie Ihr Feedback

Seien Sie der Erste, der dieser Beitrag bewertet
oder hinterlassen Sie eine detaillierte Bewertung



breitengrad53.de ist ein unabhängiges Medium. Unterstützen Sie uns, indem Sie uns zu Ihren Google News Favoriten hinzufügen:

Kommentar posten

Kommentar veröffentlichen