Airlines verzichten auf Sandwiches an Bord, bieten stattdessen Internet

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<pKostenloses Bordessen in der Economy wird seltener – dafür rückt ein anderes Angebot in den Mittelpunkt: Viele Fluggesellschaften reduzieren Gratis-Leistungen, während schnelles Internet an Bord zunehmend als wichtiges Extra gilt. Ein konkretes Beispiel zeigt, wie sich Service und Erwartungen verändern.

Zahl der Inklusivleistungen schrumpft

Die niederländische Fluggesellschaft KLM streicht ab Oktober das bisher gratis ausgegebene Sandwich in der Economy. Weiterhin kostenlos bleiben demnach Kaffee, Tee, Wasser, Orangensaft und eine niederländische Sirupwaffel; andere Speisen und Getränke sollen künftig gekauft werden müssen.

Die Airline begründet den Schritt mit dem Wunsch nach mehr Auswahl und Flexibilität für Reisende. Tatsächlich differenzieren Anbieter ihre Tarifmodelle immer feiner, um unterschiedliche Kundenbedürfnisse anzusprechen.

Branchenspezialistin Laura Frommberg, Chefredakteurin des Portals aerotelegraph.com, sieht darin einen klaren Trend: Zugeschnittene Angebote ermöglichen es Airlines, zusätzliche Leistungen gezielt zu verkaufen. Das Ergebnis ist ein uneinheitliches Flugerlebnis – je nachdem, welche Extras ein Passagier bucht.

Zusatzleistungen werden gezielt verkauft

Billigflieger wie Ryanair setzen seit Jahren auf diesen Ansatz: Der Grundpreis bleibt niedrig, während für viele Services Aufpreise verlangt werden. Ein Sprecher der Airline beschreibt das als eine Angleichung der Angebote über verschiedene Anbieter hinweg.

Preismodell von Billigfliegern: Niedriger Grundpreis mit zahlreichen Zusatzgebühren
Ryanair verdient mit dem Modell der Zusatzgebühren: Im vergangenen Jahr über 2 Milliarden Euro Gewinn.

In einem wirtschaftlich angespannten Umfeld lohnt sich dieses Modell: Ryanair verzeichnete im vergangenen Geschäftsjahr einen Rekordgewinn von rund 2,2 Milliarden Euro. Für die Gesellschaften bedeutet die Aufspaltung von Inklusivleistungen eine Möglichkeit, Einnahmen zu steigern, ohne die Basispreise stark anzuheben.

Auch etabliertere Fluglinien folgen dem Muster. Bei Condor lässt sich etwa ein Platz im Handgepäckfach über dem Sitz bereits reservieren – ab 4,99 Euro.

Was Passagiere wichtiger finden

Eine repräsentative Umfrage zeigt, dass viele Fluggäste andere Prioritäten setzen. Im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) befragte das Marktforschungsinstitut Ipsos Anfang Juni 1.000 Personen zwischen 18 und 75 Jahren, die in den vergangenen zwei Jahren geflogen waren.

Umfrageergebnisse zeigen Prioritäten von Fluggästen bei der Buchung
Sicherheit und Preis schlagen Bordservice: 79 Prozent wünschen sich Online-Zugang im Flugzeug.

Das Ergebnis: Preis und Sicherheitsgefühl an Bord werden deutlich häufiger als «sehr wichtig» eingestuft als Bordservice. Nur 20 Prozent der Befragten nannten Essen und Trinken an Bord als sehr wichtig; für Internet sagten das 16 Prozent.

WLAN an Bord: Vom Extra zum Muss

Während klassische Verpflegung schrumpft, investieren Airlines kräftig in Internetverbindungen über den Wolken. Die Lufthansa plant beispielsweise, nach eigenen Angaben alle 850 Konzernflugzeuge bis 2029 mit dem Satelliten-Internet des US-Anbieters Starlink auszurüsten.

Auch andere Gesellschaften rüsten auf: Emirates bietet in bereits vernetzten Flugzeugen kostenloses WLAN in allen Kabinenklassen an, wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilte. Häufiger ist heute zumindest kostenloses Messaging; vollständiges Internet ist bislang nur bei manchen Airlines inklusive.

Der Branchenverband BDL verweist auf Zustimmung in der Bevölkerung: 79 Prozent der Befragten finden es grundsätzlich gut, während eines Flugs online sein zu können. Für viele Passagiere ist das Angebot somit relevanter als ein Gratis-Snack.

Frommberg bringt es auf den Punkt: Internet an Bord sei für Reisende zunehmend ein Grundbedürfnis – deutlich wichtiger als ein Käsebrot.

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