Überraschendes Ranking: Welche deutsche Stadtregion ist am wenigsten lebenswert?

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Eine Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) hat die zwölf größten deutschen Ballungsräume verglichen – und kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Die Metropolregion München landet demnach auf dem letzten Platz, obwohl das Umland als Urlaubslandschaft gilt. Für Pendler, Wohnungssuchende und Familien hat das Ranking konkrete Folgen.

Platz eins – oder doch Platz zwölf?

Das IW bewertete Regionen nach mehreren Kriterien, darunter Wohnraum, Verkehr, Kultur sowie Sport- und Freizeitangebote. Auffällig: Während die Stadt München in der Bewertung vergleichsweise gut abschneidet, büßt das weitere Umland deutlich Punkte ein.

Mit in die Bewertung einbezogen wurde die ausgedehnte Metropolregion, deren Gebiet laut Studie von Eichstätt bis zur Zugspitze und von Kaufbeuren bis Altötting reicht. Insgesamt leben dort nach Angabe des IW mehr als sechs Millionen Menschen.

Warum die Region so schlecht wegkommt

Ein Teil der Erklärung liegt im Erfolg der Landschaft: Seen, Berge und viel Natur machen das Münchner Umland attraktiv – zugleich treibt diese Beliebtheit die Nachfrage nach Wohnraum in die Höhe. Mehr Nachfrage führt zu höheren Preisen, und das wirkt sich negativ auf die Lebensqualitäts-Bewertung aus.

Seen und Berge mit unkenntlichen Vorstadthäusern
Beliebte Naturlandschaften im Münchner Umland treiben die Wohnraumnachfrage.

Mietentwicklung und Bevölkerungsbewegungen

Der vom Bericht zitierte Mietpreisindex zeigt eine drastische Entwicklung: Seit dem Jahr 2000 sind rund 300.000 Menschen nach München gezogen. Das spiegelt sich in den Preisen wider. Laut Studie liegen die Kauf- und Mietpreise für Häuser und Wohnungen in München inzwischen mehr als 160 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt.

Pendler an einem Bahnhof mit Zügen und Menschen in Bewegung
Längere Wege und höhere Pendelzeiten belasten Haushalte im Umland.

Auch das Umland profitiert nicht vom Preisvorteil der Peripherie: Die Verdrängungseffekte reichen in die Vororte, weil viele aus der Stadt aufs Land ausweichen. Besonders stark ausgeprägt ist diese Suburbanisierung bei den 30- bis 50-Jährigen, die bundesweit am häufigsten ins Umland abwandern.

Infrastruktur und Zeitkosten

Ein weiterer Negativfaktor ist die Erreichbarkeit. Wer im Münchner Umland lebt, hat oft längere Wege zu Kitas, Ärztinnen und Ärzten oder zum Arbeitsplatz. Der Zeitaufwand für den Alltag fällt damit höher aus als in anderen Ballungsräumen.

Auch das kulturelle Angebot ist außerhalb der Kernstädte deutlich dünner. Das bedeutet: Man muss für Theater, Konzerte oder ein breiteres Freizeitprogramm häufiger lange fahren. Für viele Haushalte zählt Zeit als knappe Ressource – und hier sammelt die Region Minuspunkte.

Warum das Ruhrgebiet besser abschneidet

Im Vergleich schneidet das Ruhrgebiet im IW-Ranking weit günstiger ab. Immobilien bleiben dort im bundesweiten Vergleich vergleichsweise erschwinglich. Zudem sind die Wege kürzer, weil Städte dort eng aneinandergereiht liegen und die Infrastruktur stärker verflochten ist.

Das hat praktische Folgen: Kürzere Pendelzeiten, weniger Aufwand für Besorgungen und einfacherere Erreichbarkeit von Freizeitangeboten erhöhen laut IW die Lebensqualität. Für viele Menschen bedeutet das im Alltag einen spürbaren Vorteil gegenüber dem großräumigen, ländlich geprägten Münchner Umfeld.

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