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Long Island zeigt zwei Gesichter: An der Südspitze dominieren Strände, Villen und das glamouröse Leben der Hamptons. Auf der nördlichen Seite dagegen prägen Felder, Weingüter und Farmtourismus das Bild – und machen Urlaub hier deutlich günstiger und bodenständiger.
Austern als Umwelthelfer und Wirtschaftsfaktor
Bei Southold Bay Oysters an der Southold Bay gehören das Reinigen und Sortieren der Kunststoffsäcke, in denen junge Austern heranwachsen, zur Routine. Die auf Long Island kultivierte Art Crassostrea virginica wird in abgetrennten Arealen vor der Küste gehalten.
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„Die Auster ist ein echtes Umweltwunder“, sagt Billy Wellman, Präsident des Betriebs. Nach seinen Angaben kann eine einzelne Auster innerhalb von 24 Stunden etwa 50 Gallonen Wasser filtern – das sind rund 190 Liter. Vor diesem Hintergrund unterstützt der Bundesstaat New York ein Programm zur Wiederansiedlung der Muscheln. Historisch waren Austern in der Region weit verbreitet und für viele ein einfaches, nahrhaftes Lebensmittel.
Hamptons im Süden, Felder und Weingüter im Norden
Das südliche Ende Long Islands, die sogenannte South Fork, ist Synonym für Strandleben, Country Clubs und exklusive Wochenendvillen. Orte wie Westhampton, South- und Bridgehampton sowie East Hampton ziehen wohlhabende Besucher an und werden oft mit Begriffen wie „Sylt Amerikas“ oder „Hollywood East“ assoziiert.
Ein anderes Bild bietet die North Fork. Hier dominieren Landwirtschaft, Hofläden und kleine Weingüter. Besucher können im Sommer selbst Erdbeeren pflücken, im Herbst Äpfel und Kürbisse ernten. Agritouristische Betriebe wie die Harbes Family Farm haben das Konzept über Jahrzehnte ausgebaut und ziehen bei gutem Wetter lange Schlangen auf den Zufahrtsstraßen nach sich.
Weinbau mit deutschen Wurzeln und nachhaltiger Ausrichtung
Als Beispiel für erfolgreichen Weinbau nennt der Beitrag das Weingut Paumanok, benannt nach dem indigenen Namen Long Islands. Die Kellerei hat sich über Jahrzehnte einen Ruf erarbeitet; ihre Weine wurden laut Bericht sogar im Weißen Haus serviert. Heute führt der älteste Sohn, Kareem, das Unternehmen.

Roman Roth arbeitet seit 1992 auf der Wölffer Estate in Sagaponack, einem der bekanntesten Weingüter in den Hamptons. Roth, dessen Ausbildung ihn unter anderem an den Kaiserstuhl und nach Weinsberg führte, betont die Bedeutung nachhaltiger Produktion: „Besonders wichtig ist uns, dass wir nachhaltig wirtschaften.“ Auf rund 71 Hektar werden unter anderem Merlot, Chardonnay, Pinot Noir und Cabernet-Varianten kultiviert.
Regionale Küche: vom Fischmarkt auf den Teller
Zur regionalen Gastronomie gehört ein Netzwerk aus Produzenten, Fischhändlern und Köchen, das sowohl Spitzenrestaurants als auch Einheimische versorgt. Jerry Dicecco, dessen Restaurant „Jerry and the Mermaid“ in Riverhead liegt, kehrte nach Stationen in Frankreich, Italien und in Küchen von New York nach Long Island zurück.
Dicecco legt Wert auf Zutaten von der Insel; das sei früher selbstverständlich gewesen, sagt er, weil lange Transportwege kaum finanzierbar waren. Heute gelte regionale Beschaffung oft als Luxus, auf Long Island aber bleibe sie noch lange möglich.
Fischhändler wie Cody Homan von Braun Seafood in Cutchogue beliefern die Gourmetküche der Insel – und bieten gleichzeitig unkomplizierte Gerichte wie Lobster Rolls für Strandbesuche an.
Praktische Informationen für Reisende
Wer Long Island besuchen möchte, findet hier die wichtigsten Hinweise in Kürze:
- Lage: Long Island liegt vor New York City im Atlantik und gehört zum Bundesstaat New York.
- Anreise: Direkte Flüge aus Deutschland gehen zu den Flughäfen John F. Kennedy und Newark; JFK liegt verkehrsgünstiger. Die Insel ist per Auto und mit der Long Island Rail Road erreichbar – auch für Tagestrips ab New York geeignet.
- Einreise: Deutsche Touristen benötigen einen Reisepass und eine kostenpflichtige elektronische Einreisegenehmigung (ESTA, 40 US-Dollar).
- Beste Reisezeit: Hauptsaison ist von Ende Mai bis Anfang September; außerhalb dieser Zeit ist es ruhiger und oft günstiger.
- Aktivitäten: Hofbesuche, Obstpflücken, Weingutbesichtigungen und frische Meeresfrüchte prägen das Angebot. Webseiten der genannten Anbieter liefern weitere Details.
Tourentipp: „The Loop“
Als klassische Rundfahrt empfehlen Einheimische die sogenannte „The Loop“: Von Riverhead führt die Route die North Fork entlang – über die Sound Avenue, Main Road oder Peconic Avenue – bis nach Greenport. Der östlichste Punkt im nördlichen Teil heißt Orient.
Von Greenport verkehren Fähren nach Shelter Island (rund 19 Dollar, nur Barzahlung) und weiter per South Ferry nach Sag Harbour (rund 26 Dollar, nur Barzahlung). Von dort sind es nur noch kurze Wege nach Montauk mit seinem historischen Leuchtturm, der bereits 1798 in Betrieb ging.
Unterkünfte auf Long Island sind vielfältig, in der Hochsaison allerdings teuer; frühzeitige Buchung wird empfohlen. Weiterführende Informationen gibt es bei Discover Long Island und I LOVE NY.
Quelle: dpa











