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- 1. Ahr: Rote Terrassen und der Rotweinwanderweg
- 2. Mosel: Goldene Hänge in steilen Lagen
- 3. Pfalz: Weinstraße, Gold und Kastanien
- 4. Württemberg: Patchwork im Weinsberger Tal
- 5. Eisacktal: Kastanien und Törggelen‑Tradition
- 6. Lana und Tisens: Kastanientage und Bauernmarkt
- 7. Algund: Korblift, Sessellift und Törggele‑Stuben
- 8. Kaltern: Seeblick, Vernatsch und sanfte Höhenwege
Herbst bedeutet in vielen Weinregionen Deutschlands und Südtirols: Reblaub in Rot- und Goldtönen und die Zeit für frischen Federweißen und Kastanien. Nach Angaben des Deutschen Weininstituts und des Konsortiums Südtirol Wein fiel die Weinlese nach dem diesjährigen Hitzesommer so früh wie nie zuvor; der Most gärt bereits, und ab Oktober beginnen traditionelle Feste und Hoföffnungen.
Wo überall der Herbst kulinarisch und landschaftlich gefeiert wird, lässt sich regional sehr unterschiedlich erleben. In Südtirol spricht man vom Törggelen, in Deutschland öffnen Winzer ihre Tore als Straußwirtschaften oder Besenwirtschaften. Ein grüner Zweig oder ein aufgehängter Besen signalisiert Gästen: Hier gibt es jungen Wein und saisonale Speisen.
1. Ahr: Rote Terrassen und der Rotweinwanderweg
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Das enge Ahrtal in Rheinland‑Pfalz gilt als Paradies für Spätburgunder: Mehr als 85 Prozent der Reben an der Ahr sind Rotweinsorten. Die steilen Terrassen leuchten im Herbst in tiefen Rottönen, besonders zwischen Altenahr und Walporzheim, wo die Reben auf verwittertem Schiefer wurzeln.

Durch diese Lagen verläuft der bekannte Rotweinwanderweg. Parallel dazu findet an den Wochenenden vom 26. September bis 25. Oktober 2026 das Fest „Weinherbst Mittelahr“ statt, bei dem Winzer entlang einer rund 15‑Kilometer‑Strecke aktuelle Jahrgänge ausschenken. Seit Dezember 2025 verkehrt die nach der Flut wiederaufgebaute Ahrtalbahn wieder bis Altenahr.
2. Mosel: Goldene Hänge in steilen Lagen
Die Mosel zählt zu den historisch ältesten Weinbaugebieten Deutschlands; bereits die Römer kultivierten hier vor rund 2000 Jahren Reben. An den Ufern zwischen französischer Grenze und Koblenz dominieren weiße Sorten, vor allem Riesling. Im Herbst färbt sich das Laub goldgelb – ein intensiver Kontrast zu den extrem steilen Hängen mit bis zu 60 Grad Neigung.
Beliebte Ziele sind die Moselschleife bei Bremm, das Fachwerkstädtchen Bernkastel‑Kues und das römisch geprägte Trier. Wanderwege rund um Trittenheim führen zu Aussichtspunkten; danach laden lokale Straußwirtschaften bis Ende Oktober zu Riesling und regionalen Gerichten wie Weingräwes oder Rieslingsuppe ein.
3. Pfalz: Weinstraße, Gold und Kastanien
Zwischen Pfälzerwald und Rheinebene wachsen weiße und rote Sorten oft nebeneinander. Laut Deutschem Weininstitut ist die Pfalz eines der größten Rotweingebiete Deutschlands. Im Oktober wechseln sich goldene Riesling‑Parzellen und rote Bestände ab; edle Kastanien, die hier „Keschde“ genannt werden, prägen das Bild.
Die rund 85 Kilometer lange Deutsche Weinstraße führt von Bockenheim bis zum Weintor in Schweigen und passiert Burgen wie das Hambacher Schloss. In Neustadt an der Weinstraße läuft bis zum 12. Oktober 2026 das „Deutsche Weinlesefest“ mit dem Weindorf „Haiselscher“, Federweißen und typischen Pfälzer Speisen wie Zwiebelkuchen oder Saumagen.
4. Württemberg: Patchwork im Weinsberger Tal
Vom Burgberg der Burgruine Weibertreu eröffnet sich im Spätherbst ein buntes Mosaik aus Rot, Gold und Gelb. Kleine Parzellen mit roten und weißen Sorten liegen oft direkt nebeneinander. Württemberg ist stark vom Rotwein geprägt; typische Rebsorten sind Trollinger und Lemberger. Außerdem bekannt ist der Schillerwein, bei dem rote und weiße Trauben gemeinsam gekeltert werden.
Ein kurzer Spaziergang bietet der vier Kilometer lange Wein‑ und Rosenrundweg rund um den Burgberg. Anschließend erwarten die Besenwirtschaften in Weinsberg Hausmannskost wie Maultaschen, Schlachtplatte oder Zwiebelkuchen – gern zum eigenen Wein der Winzer.
5. Eisacktal: Kastanien und Törggelen‑Tradition
Das Eisacktal zwischen Brenner und Bozen zählt zu den Zentren des Törggelns. Im Oktober färben sich die Edelkastanien golden, und überall liegen ihre stacheligen Hüllen auf den Wegen. Die Früchte werden in zahlreichen Spezialitäten verarbeitet.

Während der Eisacktaler Kastanienwochen von Mitte Oktober bis Anfang November servieren Gasthäuser Gerichte rund um die „Keschtn“. Der Keschtnweg führt von Vahrn über Brixen, Feldthurns und Klausen bis nach Bozen; eine beliebte Tagesetappe verläuft von Klausen (Burg Branzoll) nach Brixen. Viele Buschenschänken schenken unterwegs ihren eigenen Wein aus.
6. Lana und Tisens: Kastanientage und Bauernmarkt
Die „Keschtnriggl“ – ein traditioneller Korb für Maronen – steht Pate für die Kastanientage in Lana, Völlan, Tisens und Prissian. Die Veranstaltung läuft vom 15. Oktober bis 8. November 2026 und erinnert an die frühere Bedeutung der Edelkastanie als Nahrungsquelle.
Gasthäuser bieten Kastanienmenüs, dazu gibt es Weinverkostungen, Törggelefeste und Wanderungen durch die Haine. Höhepunkt ist das „Keschtnfestl“ am 18. Oktober in Völlan mit Musik, Bauernmarkt und geführten Touren über den Kastanien‑Lehrpfad. Ein kostenloser Shuttle verbindet Lana und Tisens mit dem Festort.
7. Algund: Korblift, Sessellift und Törggele‑Stuben
Der Aufstieg zum Törggelen in Algund beginnt romantisch mit einem Einzelsessellift von Plars nach Vellau. Viele Höfe öffnen dort ihre Stuben zur Törggelezeit. Wer mehr Nervenkitzel sucht, nutzt den einzigartigen Korblift: Fahrgäste stehen zu zweit in offenen Drahtkörben und schaukeln zur Leiter Alm auf 1550 Metern, mit Blick auf die Texelgruppe.
Oben serviert die Leiter Alm eine Brettljause. Der Abstieg über den Saxnerweg führt von Hof zu Hof. In den familiengeführten Stuben kommen Gerstensuppe, Hauswurst und gebratene Keschtn auf den Tisch; dazu passt der junge Wein, hier Nuier genannt. Sessellift und Korblift verkehren bis zum 8. November 2026.
8. Kaltern: Seeblick, Vernatsch und sanfte Höhenwege
Rund um den Kalterer See färben sich im Herbst die Reben in Rot- und Gelbtönen. Neben dem regional bedeutsamen Vernatsch wachsen hier Weißburgunder, Chardonnay und Gewürztraminer. Kaltern liegt an der Südtiroler Weinstraße, die 15 Weindörfer von Nals über Bozen bis Salurn verbindet.
Der Kalterer Höhenweg bietet einen besonders schönen Blick auf See und Weinberge; er startet an der Mittelstation der Mendelbahn und führt in etwa drei Stunden – ohne große Steigungen – nach Altenburg. Anschließend kehren Wanderer in Höfen oberhalb des Dorfes zum Törggelen ein. Dort gibt es unter anderem Plent (die lokale Polenta) und Wein aus eigener Erzeugung.
Beim regionalen Programm „WeinHerbst“ an der Südtiroler Weinstraße laden die Weindörfer bis zum 11. November 2026 zu Veranstaltungen ein. Parallel laufen vom 16. Oktober bis 6. November 2026 die „WeinKlänge“ mit Ensembles in historischen Höfen, Burgen und Ansitzen.











