Viele kennen das Christkind — ist der surfende Santa Ihnen auch ein Begriff?

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Nordeuropa: Strenge, Licht und schelmische Helfer

Julbock — der skandinavische Ziegenbock — galt einst als Geschenke-Bringer, bevor der moderne Weihnachtsmann diese Rolle übernahm. Heute ist er vor allem als strohgefertigte Dekoration beliebt.

In Schweden, Finnland und Norwegen gibt es kleine Hausgeister, die man Tomte, Tonttu oder Nisse nennt. Kinder stellen ihnen oft einen Teller mit süßer Grütze vor die Tür.

Am 13. Dezember tritt in Skandinavien die Lucia auf: Die weiß gekleidete junge Frau mit einem Kerzenkranz gilt als Lichtbringerin gegen das Dunkel der Jahreszeit.

In Estland sorgen die Päkapikud als freundliche Wichtel für kleine Gaben in der Adventszeit. Und in Island bringen die rauen Jólasveinar mit ihren Scherzen eher Chaos als Besinnlichkeit.

Dazu gehört in Island die schwarze Katze Jólakötturin, die in alten Erzählungen als furchteinflößendes Tier gilt — besonders für Kinder, die keine neuen Kleider bekommen.

Mitteleuropa: Heilige, Begleiter und Angstgestalten

Die historische Figur des Nikolaus geht auf den Bischof von Myra zurück, der im 4. Jahrhundert in der heutigen Türkei wirkte. Sein Gedenktag am 6. Dezember ist in vielen Ländern Anlass, Schuhe oder Teller für kleine Gaben bereitzustellen.

Im deutschsprachigen Raum trat im 16. Jahrhundert ein Begleiter des Nikolaus auf: Knecht Ruprecht belohnt oder tadelt, je nach Verhalten der Kinder.

Wesentlich furchterregender ist der Krampus in Österreich und Bayern. Am 5. Dezember ziehen teufelsähnliche Gestalten mit Hörnern durch Straßen und Plätze.

Auch der Brauch des Christkinds spielt in Deutschland eine Rolle: Der Wechsel vom Nikolaus zum Christkind wird manchmal mit Reformatoren wie Martin Luther in Verbindung gebracht; die Darstellung variiert regional.

Ungarn pflegt am 13. Dezember einen ungewöhnlichen Schutzbrauch: Für den sogenannten „Luca-Tag“ bauen Menschen über mehrere Tage einen Holzstuhl, auf den sie bei der Messe steigen, um Hexen zu erspähen. Der fertige Stuhl soll anschließend vor bösen Mächten schützen.

In Tschechien kursiert die Sage vom goldenen Schweinchen (zlaté prasátko): Wer an Heiligabend fastet, soll das Glücksschwein sehen können. Und in Teilen des deutschsprachigen Raums hat sich die Tradition entwickelt, an Weihnachten die klassischen „Sissi“-Filme im Fernsehen zu zeigen.

Westeuropa und Südeuropa: Schiffe, Hexen und hölzerne Wundertiere

In den Niederlanden kommt Sinterklaas Mitte November per Schiff aus Spanien an und verteilt am 5. Dezember Geschenke; sein Auftritt gehört zur regionalen Folklore.

In Italien fährt die Hexe Befana in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar mit dem Besen umher: Sie belohnt brave Kinder mit Süßigkeiten, ungezogene bekommen traditionell nur Kohle.

In Spanien und vielen Teilen Lateinamerikas bringen die Heiligen Drei Könige am 6. Januar die Gaben. Der Brauch ist dort zentraler als der Weihnachtsmann.

In Katalonien lebt der Tió de Nadal, ein gefütterter Holzklotz, bis zum Heiligabend bei der Familie. Dann schlagen Kinder mit Stöcken auf ihn ein und singen, damit er Süßigkeiten „hergibt“.

Im Baskenland kündigt der Köhler Olentzero die Winterwende an. Als Bergbote bringt er Kohle und symbolisch die Hoffnung auf bessere Zeiten.

Osteuropa und Russland: Väterchen Frost und die Schneetochter

Die Figur des Ded Moroz (Väterchen Frost) stammt aus Erzählungen des 19. Jahrhunderts. In der Sowjetzeit wurde er als säkularer Ersatz für westliche Geschenkbringer gefördert; damals trug er oft einen blauen Mantel, um Vergleiche zu vermeiden.

An seiner Seite tritt die Enkelin Snegurotschka auf — das „Schneemädchen“, das in vielen Erzählungen den Großvater begleitet und unterstützt.

Übersee: Kommerz, Sonne und ein grüner Weihnachtsgegner

Der moderne, in den USA populäre Weihnachtsmann tritt an Heiligabend auf und wurde im Aussehen durch Werbekampagnen des frühen 20. Jahrhunderts geprägt. In vielen Ländern verschob sich dadurch die Bescherung vom Nikolaustag auf Weihnachten.

Australien erlebt statt Schneegestöbers sommerliche Szenen: Bei sogenannten „Surfing Santa“-Events schwingen sich Menschen als Weihnachtsmänner aufs Surfbrett — Strand statt Schlitten.

Der Grinch ist eine literarische Figur des deutschstämmigen Kinderbuchautors Dr. Seuss (1957). Der griesgrämige Weihnachtsgegner gehört seitdem zur Popkultur und erscheint auch in Verfilmungen.

Bräuche mit historischen Wurzeln und spielerischer Praxis

Manche Traditionen wirken skurril, haben aber tiefe Wurzeln: In Irland etwa erinnern der Wren’s Day und die heutige Parade der „Wren Boys“ an frühere Bräuche rund um den 26. Dezember; heute sammeln verkleidete Gruppen Spenden statt Vögel zu jagen.

Andere Gestalten, etwa die 13 isländischen Weihnachtsgesellen mit ihrer rauen Mutter Grýla, spiegeln regionale Erzählungen und Moralvorstellungen wider. Insgesamt zeigen die Figuren, wie unterschiedlich Gemeinschaften das Fest kulturell gestalten.

dpa

Kategorien USA

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