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- Bad Frankenhausen (Thüringen): Mehr Besucher nach teuren Sanierungen erwartet
- Bologna: Zwei Schwestertürme im Stadtbild
- Suurhusen (Ostfriesland): Einst «weltschiefster Turm»
- Gau-Weinheim (Rheinland-Pfalz): Neuer Rekordhalter laut Guinness
- St. Moritz (Schweiz): Schiefer Turm vor Alpenkulisse
- Niles (Illinois, USA): Ein kleiner Nachbau von Pisa
Bad Frankenhausen (Thüringen): Mehr Besucher nach teuren Sanierungen erwartet
Der Kirchturm der Oberkirche in Bad Frankenhausen ist nach umfangreichen Investitionen für die Gemeinde ein zentrales Projekt. Ein neues Besucherzentrum und ein sogenannter Himmelsweg mit weitem Panorama sollen den Tourismus ankurbeln; die Stadt rechnet mit rund 80.000 Gästen pro Jahr.
Bürgermeister Matthias Strejc verweist darauf, dass der Turm einen Überhang von 4,86 Metern aufweise und damit nach seiner Darstellung schiefer als der Turm von Pisa sei. Zum Vergleich: Die Neigung des Pisaner Turms wurde 2022 auf etwa 3,97 Grad beziffert, sein Überhang liegt bei knapp vier Metern.
Bologna: Zwei Schwestertürme im Stadtbild
Im Zentrum von Bologna prägen zwei mittelalterliche Türme die Silhouette. Die kleinere Torre della Garisenda zeigt eine deutlich sichtbare Neigung von fast vier Grad.
Der deutlich höhere Torre degli Asinelli misst 97 Meter, ist ebenfalls geneigt, was aus der Distanz aber weniger auffällt. Der Aufstieg auf den Asinelli-Turm ist derzeit wegen Bauarbeiten für Besucher gesperrt.
Suurhusen (Ostfriesland): Einst «weltschiefster Turm»
In Suurhusen sorgten verfaultes Eichenfundament und Bodensetzungen für die starke Schieflage des Kirchturms. Der Überhang betrug 2,47 Meter auf 27 Meter Höhe, was einem Neigungswinkel von etwa 5,19 Grad entspricht.
Mit dieser Messung erreichte der Turm einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde und machte die kleine Gemeinde nördlich von Emden überregional bekannt.
Gau-Weinheim (Rheinland-Pfalz): Neuer Rekordhalter laut Guinness
Seit 2022 wird der Glockenturm von Gau-Weinheim im Guinness-Buch als der „am weitesten geneigte Kirchturm“ geführt. Die dort gemessene Neigung liegt bei rund 5,43 Grad.
Die Schieflage wird sowohl mit geologischen Bewegungen im rheinhessischen Boden erklärt als auch volkstümlich mit dem Umstand in Verbindung gebracht, dass Bauleute beim Mauerwerk Wein genossen hätten. Für Besucher gibt es vor Ort den acht Kilometer langen Turmwinzerweg mit Aussichten über die Weinberge.
St. Moritz (Schweiz): Schiefer Turm vor Alpenkulisse
In St. Moritz ragt ein 33 Meter hoher, stark geneigter Turm als Relikt einer abgerissenen Kirche vor den Berggipfeln auf. Das Tourismusbüro Engadins gibt die Neigung mit etwa 5,5 Grad an.
Wegen dieser Messung würde der Turm den rheinland-pfälzischen Rekordhalter in der Neigung übertreffen; die Stelle rund um den Turm gilt als beliebtes Fotomotiv und ist jederzeit zugänglich.
Niles (Illinois, USA): Ein kleiner Nachbau von Pisa
Im Vorort Niles bei Chicago ließ ein Unternehmer Anfang der 1930er-Jahre eine halb so hohe Replik des Schiefen Turms von Pisa errichten. Trotz geringerer Höhe wirkt die Nachbildung ähnlich geneigt wie das italienische Original.
Aktuell ist der Turm in Niles laut Angaben der Gemeinde nicht für Besucherbesteigungen geöffnet. Der Turm in Pisa hingegen ist mit seinen knapp 250 Stufen nach wie vor begehbar.
Berichterstattung: dpa












